mini|Carl Friedrich Philip Stendebach (um 1920) Carl Friedrich Philip Stendebach (* 8. März 1866 in Ems; † 18. Mai 1938 in Augsburg) war ein deutscher Ingenieur, Pionier der Elektrotechnik, Erfinder, Unternehmer und Waffenhersteller, der ab den 1890er-Jahren nachweislich wirkte und Patente zur Elektrotechnik erhielt. Anfang des 20. Jahrhunderts kam er in Deutschland als Waffenkonstrukteur und Munitionshersteller zur Bekanntheit. Er betrieb an den Standorten Suhl, Leipzig-Gohlis und Augsburg Produktions- und Vertriebsstätten für die von ihm produzierten Jagd- und Sportwaffen sowie Munition. In den 1920er-Jahren war er an der Entwicklung von Filmproduktionen beteiligt.Shotguncollector.com, Magie der Jagdwaffe, Dieser ungewöhnliche Stendebach, abgerufen am 17. Oktober 2023
Leben und Werk Über das Privatleben von Friedrich Stendebach und dessen Familienwurzeln im Westerwald ist wenig bekannt. Friedrich zog von Bad Ems nach Leipzig und verlobte sich 1890 mit Helene Flemmiger.Deutscher Reichsanzeiger, Nr. 22, 23. Januar 1890, Seite 3. Max Stendebach, der 1892 in Leipzig geboren wurde, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein gemeinsames Kind, wobei weitere Nachfahren anzunehmen sind, obwohl sie bisher nicht belegt werden können. In frühen Patenten um 1895 für Elektrotechnik im Bahnbetrieb wird Friederich als Erfinder genannt. Bis 1900 war Friederich Geschäftsführer der „Elektricitätsgesellschaft Reitz & Co. m. b. H.“ in Leipzig.Deutscher Reichsanzeiger, Nr. 228, 25. September 1900, Seite 9.
Im Jahr 1890 ist Stendebach als Ingenieur mit seiner Waffen- und Geschossfabrik in Leipzig verzeichnet. Später wird Friedrich Stendebach, Beiersgrund 3 in Suhl 1899 als Waffen- und Geschossfabrik mit der Marke „STENDA“ erwähnt. Ab 1906 besaß er auch eine Geschossfabrik in Leipzig-Gohlis. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde das Unternehmen „Stendebach & Co.“ gegründet. Gesellschafter war Gustav Kersten, nachdem dieser Büchsenmacher elsässischer Herkunft aus der Armee ausgeschieden war. Auch Kersten brachte Konstruktionen in den Firmenbetrieb ein. Stendebach & Co. ging 1916 unter Konkursverwaltung. Später schloss sich Stendebach dann mit Kersten unter dem Namen „Vierordt, Stendebach & Cie. GmbH“ mit Niederlassungen in Frankfurt am Main, Säckingen, Gmünden am Main, Suhl und schließlich Augsburg zusammen. Zusätzlich war Friedrich Stendebach an der „Augusta-Film-Compagnie Rachl & Co.“ in Augsburg beteiligt.Deutscher Reichsanzeiger, Nr. 163, 16. Juli 1930, Seite 10.
Augsburg war der letzte bekannte Wirkungsort von Stendebach. Hier bot er in den 1930er-Jahren „originale Stendebach-Gewehre“ an, darunter Kipplaufbüchsen und weitere Gewehre unterschiedlicher Bauart. Für seine Gewehre nach Mauserbauart hatte er seine eigene Patrone, die 8×71 Stendebach Ideal M30 mit seinem eigenen „Ideal Universal“-Geschoss. Dabei handelte es sich um ein Projektil mit einer komplizierten weichen Spitze mit einem harten und einem weichen Bleikern, getrennt durch eine Stahlkugel.
Bekannt wurden auch die Flintenlaufgeschosse von Stendebach, die für Waffen mit glattem Lauf gefertigt, und beispielsweise mit dem österreichischen Patent N° 13942 von 1902 beschrieben und geschützt wurden. Die Brennecke-, die Kettner-, die Witzleben- und die Stendebach-Geschosse werden bisweilen in vergleichenden Publikationen zu Flintenlaufgeschossen benannt. Das deutsche Patent N° 329462 zum Kniegelenkverschluss für Schusswaffen von 1918 ähnelt in der Konstruktion dem Verschluss der Parabellumpistole. Zu letztgenanntem Patent wurden als „Stendebach Modell 1936“ Gewehr-Prototypen mit Trommelmagazin bekannt, die als Mitbringsel von Soldaten in den USA auftauchten. Eines dieser Gewehre wurde mit Aluminiumteilen für eine Auktion präsentiert, ein weiteres Exemplar befindet sich im Fundus der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz.
Literatur
Patente
Weblinks Historischer Katalog: Historischer Katalog:
Einzelnachweise Patent N° 38147 Apparecchio di contatto per ferrovie elettriche a condotta sotterranea e con esercizio a conduttore suddiviso., 1895,
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