Lothar Eichelkraut (* 10. November 1929 in Hartenstein, Sachsen)Gabriele Baumgartner, Dieter Hebig (Hrsg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR 1945–1990. Band 1. K. G. Saur Verlag, München 1996, ISBN 3-598-11176-2, S. 148–149 (online). ist ein ehemaliger deutscher Diplomat. Zwischen 1975 und 1987 amtierte Eichelkraut als Botschafter der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in der Jemenitischen Arabischen Republik (Nordjemen) und dem Sudan.

Biographie Eichelkraut besuchte die Oberschule und erwarb 1949 das Abitur. Er studierte anschließend an der Universität Leipzig sowie an der Landesverwaltungsschule im sächsischen Frankenberg und wurde ab dem Jahr 1954 als Diplomlehrer für Gesellschaftswissenschaften beschäftigt. Eichelkraut trat 1956 in den Diplomatischen Dienst der DDR ein und absolvierte ein Fernstudium an der Deutschen Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft (DASR), das im Jahr 1960 als Diplom-Staatswissenschaftler erfolgreich abgeschlossen wurde. Es folgten Stationen als Presseattaché im irakischen Bagdad unter Missionsleiter Walter Hochmuth (1959 bis 1961), danach als Mitarbeiter im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten (MfAA), als Mitarbeiter bzw. Leiter des Konsulats im indischen Madras (1967 bis 1971) sowie anschließend als Abteilungsleiter Auslandsinformation beim MfAA.

Mitte August 1975 wurde Eichelkraut als „Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter der Deutschen Demokratischen Republik in der Jeminitischen Arabischen Republik“ akkreditiert; dazu überreichte er dem nordjeminitischen Präsidenten Ibrahim al-Hamdi sein Beglaubigungsschreiben. Er wertete das gemeinsame Eintreten beider Länder „für Frieden und Entspannung, gegen Aggression, imperialistische Willkür, Kolonialismus und Neokolonialismus sowie für die Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit zum Wohle und zum Nutzen aller Völker“ als solide Grundlage für eine Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen.Botschafter der DDR übergab sein Beglaubigungsschreiben. In: Neues Deutschland vom 20. August 1975, S. 2. Nach etwa zweieinhalb Jahren erfolgte am 11. Februar 1978 die Akkreditierung Eichelkrauts als „Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter der Deutschen Demokratischen Republik in der Demokratischen Republik Sudan“ durch die Übergabe des Beglaubigungsschreibens an den Staatspräsidenten Dschafar an-Numairi.Botschafter unserer Republik beim Präsidenten Sudans. In: Neues Deutschland vom 14. Februar 1978, S. 2. Dabei wurde, wie auch beim späteren Abschiedsbesuch Ende März 1983,Botschafter der DDR beim Präsidenten Sudans. In: Neues Deutschland vom 30. März 1983, S. 2. das Interesse beider Seiten an der Weiterentwicklung der Beziehungen „auf der Grundlage der Prinzipien der friedlichen Koexistenz und des gegenseitigen Vorteils“ betont. Eichelkraut kehrte am 18. Juli 1983 durch die Übergabe des Beglaubigungsschreibens an den Präsidenten Ali Abdullah Salih als Botschafter nach Sanaa (Nordjemen) zurück;Botschafter der DDR bei Präsidenten der JAR. In: Neues Deutschland vom 20. Juli 1983, S. 2. sein Nachfolger wurde am 10. September 1987 Walter Schmidt.Neuer DDR-Missionschef in der JAR akkreditiert. In: Neues Deutschland vom 11. September 1987, S. 6.

Auszeichnungen Verdienstmedaille der DDR Ende April 1989: Banner der Arbeit (Stufe III) als Mitglied eines Kollektivs des MfAAHohe Auszeichnungen verliehen. In: Berliner Zeitung vom 28. April 1989, S. 4.

Einzelnachweise

Kategorie:Botschafter der DDR Kategorie:Botschafter im Sudan Kategorie:Handelsattaché Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens Kategorie:Träger des Banners der Arbeit Kategorie:Deutscher Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Geboren 1929 Kategorie:Mann