350px|Arnold Schoenberg la 1948 Am 13. Juli 1951 stirbt der österreichische Komponist, Musiktheoretiker, Kompositionslehrer, Maler, Dichter und Erfinder Arnold Schönberg in Los Angeles. Er gilt zusammen mit Igor Strawinsky als „einer der einflussreichsten Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts nach Claude Debussy“Charles Rosen: Arnold Schoenberg, University of Chicago Press, Chicago, London 1996, ISBN 978-0-226-72643-4, S. 2 und war die zentrale Gestalt der Zweiten Wiener Schule (auch Wiener atonale Schule). Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1951. mini|links|Bing Crosby – Beloved Hymns (1951) mini|links|Bing Crosby – Bing and the Dixieland Bands (1951) mini|links|Bing Crosby (1951) mini|links|Nat King Cole und seine Frau Maria Cole (1951) mini|links|Les Paul und Mary Ford in einer Fotomontage von The American Magazine (1951) mini|links|Irving Berlin und Tony Martin in der Fernsehsendung Irving Berlin’s Salute to America (1951) mini|links|Yul Brynner als König in The King and I (1951) mini|links|Frank Sinatra und seine zweite Frau Ava Gardner (1951) mini|links|Eugene Ormandy und Jean Sibelius (1951) mini|links|Joseph Rosenstock (1951) mini|links|Jack Teagarden, Sandy DeSantis, Velma Middleton, Fraser MacPherson, Cozy Cole, Arvell Shaw, Earl Hines, Barney Bigard, v.l.n.r (1951) mini|links|Nilla Pizzi beim Festival di Sanremo (1951) mini|links|Rolf Liebermann und Paul Burkhard (1951)

Ereignisse Vereinigte Staaten 22. Februar: Die erste vollständige Aufführung von Charles Ives’ Symphony No. 2, die zwischen 1897 und 1902 geschrieben wurde, erfolgt in der Carnegie Hall von den New Yorker Philharmonikern unter der Leitung von Leonard Bernstein. Februar: Fritz Busch kehrt nach Deutschland zurück, um in Köln die erste Opernproduktion des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) im neuen Sendesaal zu dirigieren: Giuseppe Verdis Un ballo in maschera. Seiner Berufung an die Wiener Staatsoper kommt sein Tod am 14. September 1951 zuvor. 3.–5. März: Jackie Brenston and His Delta Cats (eigentlich Ike Turners Kings of Rhythm) nehmen das Lied Rocket 88 im Sun Studio von Sam Phillips in Memphis auf und veröffentlichen die Platte im April. Das Lied beeinflusst in den folgenden Jahren wesentlich die Entwicklung des Rock ’n’ Roll.Robert Palmer in: Jim Miller (Hrsg.): The Rolling Stone History of Rock & Roll. MacMillan, 1981, ISBN 0-330-26568-7, S. 11. Viele Autoren halten das Lied für die erste oder zumindest eine der ersten Rock-’n’-Roll-Aufnahmen. 9. März: Charles Münch leitet die Uraufführung der 5. Sinfonie von Arthur Honegger in Boston. 29. März: Das Musical The King and I von Richard Rodgers (Musik) und Oscar Hammerstein II (Text) nach dem Roman Anna und der König von Siam von Margaret Landon wird im St. James Theatre in New York uraufgeführt. Der damals unbekannte Yul Brynner spielt in der Originalproduktion den König. 4. April: Frankie Laine, neu bei Columbia Records unter Vertrag, ist der bestbezahlte Sänger seiner Zeit. Seine erste Aufnahme beim neuen Label Jezebel/Rose, Rose, I Love You wird zum Megahit. 29. Mai: Uraufführung der Oper Veselohra na mostě (im Deutschen: Komödie auf der Brücke) von Bohuslav Martinů in New York City. 14. Juni: Bill Haley und His Saddlemen nehmen ihre Version von Rocket 88 auf und kombinieren dabei das Rhythmus- und Blues-Arrangement der Anfang März von Jackie Brentson aufgenommenen Version mit Country-Musik-Elementen. Im November 1951 spielt Haley zusammen mit der Sängerin Loretta Glendenning als Bill and Loretta zusammen mit den Saddlemen weitere R&B-Stücke ein, darunter Pretty Baby von den Griffin Brothers und I'm Crying von Memphis Slim. 11. Juli: Der Discjockey und Musikpromoter Alan Freed hat seine erste Rhythm-and-Blues-Radiosendung beim Sender WJW in Cleveland. Freed verwendet in seinen Sendungen für Rhythm-and-Blues den Begriff Rock and Roll, um die Musik einem breiteren weißen Publikum vorzustellen. 13. Juli: Arnold Schönberg erliegt einem Herzleiden, nachdem er bereits 1946 einen Herzinfarkt erlitten hatte. 9. September: Leonard Bernstein heiratet die aus Chile stammende Schauspielerin Felicia Montealegre. 6. November: Uraufführung der Oper Wuthering Heights von Bernard Herrmann auf ein Libretto von Lucille Fletcher nach dem gleichnamigen Roman von Emily Brontë in Portland. 12. November: Das Musical Paint Your Wagon mit der Musik von Frederick Loewe und dem Buch und den Gesangstexten von Alan J. Lerner wird am Shubert Theatre in New York City uraufgeführt. November: Dinah Shore beginnt ihre erste TV-Serie, The Dinah Shore Show. Sie wird fünfeinhalb Jahre lang laufen. 24. Dezember: Uraufführung der Weihnachtsoper Amahl and the Night Visitors von Gian Carlo Menotti in den NBC-Studios in New York City mit einer Live-Übertragung im Fernsehen. Victoria de los Ángeles debütiert 1951 nach einer Südamerika-Tournee an der Metropolitan Opera in New York als Marguerite in Gounods Faust. Teresa Brewer wechselt das Musiklabel und geht von London Records zur Plattenfirma Coral Records, mit der sie bis 1962 zusammenarbeitet. John Cage realisiert 1951 mit Music of Changes, sein erstes, vollständig auf der Basis eines Zufallsverfahrens basierendes Stück. Eine fiktive Fassung von Enrico Carusos Leben wird 1951 mit Mario Lanza in der Hauptrolle unter dem Titel Der große Caruso eher kitschig verfilmt. Der Film ist in Italien wegen seines relativ frei erfundenen Inhalts verboten. Doris Day heiratet 1951 den Produzenten Martin Melcher, mit dem sie bis zu dessen Tod 1968 verheiratet ist. Paul Hindemith komponiert seine Oper und die gleichnamige Sinfonie Die Harmonie der Welt. Al Hoffman erhält gemeinsam mit Mack David und Jerry Livingston eine Oscar-Nominierung in der Kategorie „Bester Song“ für das Lied Bibbidi-Bobbidi-Boo aus dem abendfüllenden Zeichentrickfilm Cinderella der Walt-Disney-Studios aus dem Jahr 1950. Alan Jay Lerner schreibt 1951 das Drehbuch für den Film Ein Amerikaner in Paris, der mit Musik von George Gershwin versehen wurde. Guy Mitchell hat seinen ersten großen Erfolg (etwa 2 Millionen verkaufte Singles) mit My Heart Cries for You, welcher der erste einer Reihe von Hits mit über einer Million verkauften Kopien ist. Les Paul, der sich mit Gitarrenkonstruktion (die Gibson Les Paul ist nach ihm benannt) und Aufnahmetechnik befasste, entwickelt ein Nachhallverfahren, das auf seiner am 4. Januar 1951 zuhause eingespielten Aufnahme von How High the Moon erstmals zu hören ist und seitdem zu den üblichen Soundeffekten der Aufnahmetechnik gehört. Er legt bei How High the Moon insgesamt acht identische Tracks mit zeitlicher Verzögerung übereinander, wobei er eine Degeneration der Qualität in Kauf nimmt. Pauls Version kommt am 23. März 1951 in die Hitparade, wo sie 25 Wochen verweilt und neun Wochen auf Platz eins bleibt. Auf den Sänger Johnnie Ray wird 1951 der Produzent Mitch Miller von Columbia Records aufmerksam und bietet ihm einen Vertrag auf dem Columbia-Tochterlabel Okeh Records an. Seine erste Single bei Okeh Records heißt Tell The Lady I Said Goodbye, beworben im Billboard-Magazin. Im November 1951 wird die bluesige Single Cry / The Little White Cloud That Cried zu einem doppelten Millionenseller. Die von Mitch Miller produzierte Platte belegt für 11 Wochen den ersten Rang der Pop-Hitparade. Frank Sinatra, dessen Ehe mit Nancy Barbato 1951 geschieden wurde, heiratet den Filmstar Ava Gardner. Lennie Tristano gründet er in New York eine Jazzschule, die erste ihrer Art, bei der u. a. seine Schüler Billy Bauer, Lee Konitz, Warne Marsh und der Pianist Sal Mosca unterrichten werden. Das erste amerikanische Jazzfestival findet im Herbst in Wilkes-Barre statt. Dieses Festival geht dem ersten Newport Jazz Festival voraus. Der Tenorsaxophonist Sonny Rollins, ein von Coleman Hawkins beeinflusster Spieler, schließt sich der Gruppe von Miles Davis an. Im Januar 1951 entsteht mit I Know die erste Single unter Rollins’ Namen, und zwar bei Miles Davis’ erster Session für Prestige (Miles Davis and Horns). Der US-amerikanische Musikinstrumentenhersteller Fender Musical Instruments verkauft ab 1951 seinen Precision Bass. Der Precision ist bei Markteinführung der erste E-Bass mit massivem Holzkorpus ohne Resonanzkörper (Solidbody), der industriell in Serie gefertigt wird. Die namensgebende Besonderheit („Präzision“) besteht in seiner Ausstattung mit Bünden, die konstruktiv eine präzise Intonation vorgeben. Die Spielweise entspricht insofern der Gitarre im Gegensatz zur freien Intonation des Kontrabasses.

Europa Belgien 9.–26. Mai: Die Queen Elisabeth Competition für Violine findet (zum ersten Mal unter diesem Namen) in Brüssel statt. Leonid Kogan erhält den ersten Preis.

Bundesrepublik Deutschland und Westberlin 18. Januar: Der Film Die Sünderin mit Hildegard Knef in der Hauptrolle wird zum ersten Mal aufgeführt und löst wegen angeblicher Glorifizierung von Prostitution, Sterbehilfe und Suizid einen Skandal aus. Aufführungsverbote und kirchliche Ablehnung wecken Interesse und sorgen für einen filmischen Publikumserfolg. Die Filmmusik stammt von Theo Mackeben. 3. Februar: Winfried Zilligs Oper in sechs Szenen Troilus und Cressida wird in Düsseldorf uraufgeführt. 27. März: In Westberlin wird die Ruine der am 22. November 1943 durch einen Bombenangriff schwer beschädigten Krolloper gesprengt. 12. Juli: Am Nationaltheater Mannheim wird die Operette Geliebte Manuela von Fred Raymond nach einem Libretto von Just Scheu und Ernst Nebhut uraufgeführt. 22. Juni – 10. Juli: In Darmstadt finden die Darmstädter Ferienkurse statt. Hier wird am 2. Juli die Oper Moses und Aron von Arnold Schönberg, wenige Wochen vor Schönbergs Tod, erstmals durch Hermann Scherchen in Teilen der Öffentlichkeit präsentiert. 29. Juli – 26. August: Die Bayreuther Festspiele werden zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg veranstaltet, nun unter der Leitung von Wieland Wagner. Als Eröffnungskonzert am 29. Juli wird Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler gespielt. Richard Wagners Oper Parsifal in der Regie von Wieland Wagner und unter der Leitung von Hans Knappertsbusch ertönt am 30. Juli. Der Opernzyklus Der Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Wieland Wagner wird vom 31. Juli – 4. August gegeben, Dirigent ist Hans Knappertsbusch. Und am 5. August ist erstmals nach dem Krieg wieder die Oper Die Meistersinger von Nürnberg zu hören. Dirigent ist Herbert von Karajan, der auch den zweiten Zyklus des Ringes leitet. Es ist sein erster Auftritt in Bayreuth. 31. August: Als erster deutscher Hersteller bringt die Deutsche Grammophon Langspielplatten mit 33⅓ Umdrehungen in der Minute auf den Markt. 5.–30. September: In Berlin finden die Berliner Festwochen statt. Eröffnet werden die Festwochen mit einer Aufführung von Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie im neu errichteten Schillertheater durch die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler. Zu den weiteren musikalischen Veranstaltungen zählen Aufführungen von Gian Carlo Menottis The Consul, Benjamin Brittens Let’s Make an Opera und die deutsche Erstaufführung von Oklahoma!. 6.–7. Oktober: Bei den Donaueschinger Musiktagen werden unter anderem Ernst Kreneks Doppelkonzert für Bratsche, Klavier und kleines Orchester, Rolf Liebermanns Klaviersonate, Pierre Boulez’ Polyphonie X für 18 Soloinstrumente, Hermann Reutters Der himmlische Vagant, lyrisches Portrait des F. Villon von Klabund für Alt- und Baritonstimmen und Instrumentalensemble und Marcel Mihalovicis Étude en deux parties für Klavier und Ensemble uraufgeführt und es erfolgen deutsche Erstaufführungen von Werken Oliver Messiaens, Guido Turchis, Tibor Harsányis, Hanns Jelineks und Arthur Honeggers. Am 7. Oktober wird Hans Werner Henzes dreisätzige 3. Sinfonie für großes Orchester vom Südwestfunk-Orchester unter der Leitung von Hans Rosbaud uraufgeführt.