Heinrich Schaffer (* 25. Oktober 1895 in Gurahumora, Bukowina, heute Rumänien; † 30. Dezember 1962 in Wien) war ein österreichisch-französischer Rechtsanwalt, Erzähler und Lyriker. Seine heute nahezu vergessenen literarischen Werke gehören zur bukowinadeutschen jüdischen Lyrik der Zwischenkriegszeit (1918–1944).Hartmut Merkt: Poesie in der Isolation: Deutschsprachige jüdische Dichter in Enklave und Exil am Beispiel von Bukowiner Autoren seit dem 19. Jahrhundert. (Studien der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund, Band 26). Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 1999, ISBN 3-447-04174-9. S. 76 ff. Online
Leben In Wien studierte Schaffer an der Universität Jus und promovierte 1920 zum Dr. iur., 1935 wurde er in die Liste der Rechtsanwälte aufgenommen. Während des Ersten Weltkriegs war er als Soldat eingezogen. Schaffer flüchtete im Jänner 1939 über Frankreich nach Algerien, wo er als Sekretär des „Comité Autrichien d’Alger“ tätig war. Er lebte bis in die späten 1950er Jahre in Paris und kehrte im November 1961 nach Wien zurück.
Neben seiner Berufstätigkeit verfasste er vor allem in den 1920er und 1930er Jahren Erzählungen und Gedichte.Wulf Kirsten (Hrsg.): »Beständig ist das leicht Verletzliche« Gedichte in deutscher Sprache von Nietzsche bis Celan Ammann Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-250-10535-0. Seite 1037 In der Anthologie »Beständig ist das leicht Verletzliche« ist er mit zwei Gedichten vertreten: Gedicht für die kommenden Brüder (1932)Neue Literatur. Bukarest, Heft 11/1971. Psalm eines endenden Tages (1933)Ernst Wichner, Herbert Wiesner (Hrsg.): In der Sprache der Mörder. Eine Literatur aus Czernowitz, Bukowina. Ausstellungsbuch, Berlin 1993
Werke von Heinrich Schaffer Vier Zeilen von Heinrich Schaffer Aus: Gedicht für die kommenden Brüder
Roman Schlechter Wandel. Tal, Wien/Leipzig/Zürich 1923. Lyrik Dunkle Strophen. Lanyi, Wien 1932. Wulf Kirsten (Hrsg.): »Beständig ist das leicht Verletzliche« Gedichte in deutscher Sprache von Nietzsche bis Celan Ammann Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-250-10535-0. Seite 876 f. und 1037
Literatur
Klaus Werner: Czernowitz. Zur bukowinischen Dichtung im 20. Jahrhundert. Zeitschrift für Germanistik, 3. Jg. 1993, Nr. 1, S. 61–79. (Online bei Jstor) Hartmut Merkt: Poesie in der Isolation: Deutschsprachige jüdische Dichter in Enklave und Exil am Beispiel von Bukowiner Autoren seit dem 19. Jahrhundert. (Studien der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund, Band 26). Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 1999, ISBN 3-447-04174-9. 278 Seiten. Leseprobe: S. 76 ff.
Einzelnachweise
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