Gülchsheim (fränkisch: GülchsiE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 78. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „gylχsi“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Hemmersheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Gülchsheim hat eine Fläche von 7,071 km². Sie ist in 719 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9834,48 m² haben.
Geographie Durch das Pfarrdorf fließt der Gülchsheimer Graben (im Unterlauf Neugraben genannt), ein rechter Zufluss der Gollach. Die umgebende Landschaft ist leicht hügelig und besteht ganz überwiegend aus Ackerflächen. Die Kreisstraße NEA 47 führt nach Hemmersheim (2,1 km südlich) bzw. nach Geißlingen (2,7 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Lipprichhausen zur Kreisstraße NEA 41 (3 km südöstlich).
Geschichte Der Ort wurde 1119 als „Gullihisheim“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Grundwort des Ortsnamens ist -heim, das Bestimmungswort der Personenname Gullich. Beides spricht für eine Gründung zu Zeiten der Fränkischen Landnahme, die im 8. Jahrhundert abgeschlossen wurde.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 79f. Gülchsheim gehörte zur Zent des würzburgischen Amtes Aub.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 429.
Von 1797 bis 1808 unterstand Gülchsheim dem preußischen Justiz- und Kammeramt Uffenheim. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Gülchsheim gebildet, zu dem Geißlingen gehörte. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Gülchsheim. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Uffenheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Uffenheim (1919 in Finanzamt Uffenheim umbenannt). Ab 1862 war das Bezirksamt Uffenheim für die Verwaltung der Gemeinde zuständig (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Uffenheim (1879 in Amtsgericht Uffenheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,080 km². Am 1. Januar 1972 wurde Gülchsheim im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Hemmersheim eingegliedert.
Baudenkmäler Burkertsbuck 5: Wohnstallhaus Obere Dorfstraße 45: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche
ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 23: Zweigeschossiges, massives Wohnstallhaus mit umlaufendem Gurt- und Traufgesims, gefugte Ecklisenen. Giebelseitig Haustafel bezeichnet „Erbaut von Johann Georg Muhlfinger 1835“.H. K. Ramisch: Landkreis Uffenheim, S. 102. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2014Einwohner 259 284 266 280 280 267 289 267 289 295 297 293 299 296 293 284 283 275 278 436 428 375 284 265 237 242HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 53 54 52 63 66 63 50 59 64 69 Quelle Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt 283 Einwohner.
Religion Gülchsheim ist Sitz der Pfarrei St. Ursula und Wendelin und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 78.
Persönlichkeiten Karl Georg Leonhard Hollensteiner (1810–1871), evangelischer Pfarrer und Buchautor Hermann Veeh (1935–2020), Erfinder der Veeh-Harfe und Landwirt aus Gülchsheim
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Hemmersheim Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1119 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim