Der Ansitz Saxental, gelegentlich auch Schloss Saxental genannt, befindet sich in der Gemeinde Saxen im politischen Bezirk Perg in Oberösterreich und steht unter Denkmalschutz (). Das zwischen etwa 1800 und 1833 errichtete Gebäude kann als Nachfolgebau der ehemaligen Feste Sechsen aus dem 14. Jahrhundert bzw. des Schlosses Saxental (Landgut Prunnhof) angesehen werden, das sich allerdings auf der anderen, nordwestlichen Seite des Saxner Baches befand. Das dreigeschoßige Gebäude mit seiner spätklassizistischen Fassade diente ursprünglich als Alterssitz der Grafen Clam-Martinic.Georg Clam Martinic: Österreichisches Burgenlexikon., A&M - Andreas & Müller, Salzburg 1991, ISBN 3-902397-50-0, S. 252 (Lizenzausgabe 2007).

Lage

Das Herrenhaus liegt heute am östlichen Ortsausgange der Marktgemeinde Saxen am Westufer des Saxner Baches in unmittelbarer Nähe zum Gemeindeamt Saxen.

Geschichte Vorgängerbauten

Als landesfürstliches Lehen wurde die Feste Sechsen im 14. Jahrhundert unter Wilhelm und Wolfgang Hauser genannt. In der Folge ging der Sitz an die Wolfsteiner über, welche auch die Burg Clam besaßen (bis 1460). Beide Anwesen fielen an Kaiser Friedrich III., der sie an die Prueschenk, die späteren Grafen Hardegg, verlieh. Im Jahr 1648 wurde der Prunnhof im Besitz der Perger zu Clam zu einem adeligen Sitz erhoben und befand sich nach der Verleihung des Reichsgrafenstands an die Familie durch Kaiserin Maria Theresia in weiterer Folge im Besitz der Familie der Grafen Clam-Martinic.Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. Horn 1975, S. 163.

Ansitz Saxental Auf dem Areal des abgekommenen Schlosses Saxental wurde Anfang des 19. Jahrhunderts der gräfliche Alterssitz an der Stelle des ehemaligen Baderhauses errichtet, wobei vorhandene ältere Gebäudeteile wiederverwendet wurden.

Im Jahr 1925 erwarb die Gemeinde Saxen den adeligen Sitz,Historische Abfrage Amtliches Grundbuch. renovierte das GebäudeReinhold Tauber, Gerhard Trumler: Mühlviertel Leben auf Stein. Landesverlag, Linz 1992, ISBN 3-85214-564-3. und vermietete es über längere Zeit an Ärzte. Im Jahr 1983 erfolgte die Adaptierung des zweiten Obergeschoßes zu einer Wohnung sowie der Ausbau eines Teiles des Dachgeschoßes.Gemeindeamt Saxen, Bauakt Bau R 153-13/1983. Die Gemeinde Saxen erwog im Jahr 2022 die Verlegung des Gemeindeamtes Saxen in das Gebäude, diese Pläne wurden jedoch zugunsten eines Neubaus des Gemeindeamts verworfen, womit dessen Verkauf möglich wurde.

Im Jahr 2022 wurde das Gebäude von einem privaten Investor erworben, der die Revitalisation der in die Jahre gekommenen Immobilie begann. Laut Aussage des neuen Eigentümers sollen darin hochwertige Wohnungen zur Vermietung geschaffen werden.

Beschreibung Baubeschreibung

Das Gebäude stellt sich als dreigeschoßiges, vier- mal zwei- beziehungsweise dreiachsiges Gebäude mit Walmdach dar. Die vier Fassadenseiten sind ansprechend gestaltet und jede für sich in eigener Gestaltung individuell gliedert, was eine bemerkenswerte Seltenheit darstellt.

Das Gebäude hat einen älteren Baukern, zumindest aus dem 18. Jahrhundert, wie die gewölbten Innenräume im Erdgeschoß zeigen. Im Erdgeschoß ist ein Tonnen- und ein Stichkappentonnengewölbe mit angeputzten Graten erhalten.

Denkmalschutz

Das verfahrensgegenständliche Objekt scheint in der Verordnung des Bundesdenkmalamtes betreffend den politischen Bezirk Perg, Oberösterreich, GZ 45.131/11/2005, in Kraft getreten mit 31. Dezember 2005, wie folgt auf: „Ansitz, Saxen 3, EZ 48, Gst .1/1, KG 43018 Saxen“.

Künstlerische und geschichtliche Bedeutung

Vom Bundesdenkmalamt wurde im Jahr 2023 eine neue Evaluierung in Auftrag gegeben, in der die Bedeutung des Objektes als Denkmal bestätigt wurde:

mini|Ansitz Saxenthal von Norden gesehen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk in Saxen Saxental Kategorie:Baudenkmal (Oberösterreich)