Cornelius Kersten (* 19. Juli 1994 in Haarlem, Niederlande) ist ein britischer Eisschnellläufer. Er wuchs in den Niederlanden auf und startet seit 2014 für das Vereinigte Königreich. 2022 nahm er an den Olympischen Winterspielen in Peking teil. Ein Jahr später gewann er bei der Einzelstrecken-Weltmeisterschaft 2023 in Heerenveen die Bronzemedaille über 1000 Meter und feierte damit den größten Erfolg eines britischen Eisschnellläufers seit mehr als 70 Jahren.

Werdegang Als Sohn eines niederländischen Vaters und einer britischen Mutter besitzt Cornelius Kersten sowohl die niederländische als auch die britische Staatsbürgerschaft. Er wuchs in Heemstede in der Provinz Noord-Holland auf‘Nederbritse’ schaatser Cornelius Kersten uit Heemstede naar de Spelen, na jaren van zelf alles regelen auf trouw.nl. Abgerufen am 1. November 2023. und begann in seiner Kindheit mit dem Eislaufen in Haarlem.Kimberley Luske: Trotse ouders Heemsteedse Cornelius Kersten: "Wonder boven wonder mocht hij naar de Spelen" auf nhnieuws.nl. 11. Februar 2022. Abgerufen am 1. November 2023. Als Nachwuchsläufer erreichte er gelegentliche Podestplätze bei nationalen Juniorenmeisterschaften im Eisschnelllauf, konnte aber nicht mit den besten niederländischen Athleten seines Alters – wie etwa dem späteren mehrfachen Weltmeister Kai Verbij – mithalten.Erik Van Lakerveld: Geen 400-meterbaan in eigen land, wel dromen van Pyeongchang auf volkskrant.nl. 9. November 2017. Abgerufen am 1. November 2023. Weil er keine Aufstiegsmöglichkeit in den niederländischen Nationalkader sah, entschied sich Kersten 2014 für einen Wechsel zum britischen Verband und vertritt seitdem das Heimatland seiner Mutter.Dirk Jacob Nieuwboer: Na drie decennia schaatst er weer een Brit op de Spelen: Cornelius Kersten uit Heemstede auf volkskrant.nl. 10. Januar 2022. Abgerufen am 1. November 2023. In Großbritannien gab es in den 2010er-Jahren kaum Strukturen im Eisschnelllauf, etwa keine für den Sport notwendigen 400-Meter-Eisbahnen. Stattdessen trainierte Kersten zwischenzeitlich in Calgary gemeinsam mit kanadischen Athleten, wobei er finanziell von seinen Eltern, Sponsoren und dem britischen Olympischen Komitee unterstützt wurde. Später zog er zusammen mit seiner Lebenspartnerin, der ebenfalls für Großbritannien startenden Eisschnellläuferin Ellia Smeding, nach Heerenveen. Dort gründeten Smeding und Kersten 2020 ein eigenes Kaffeeunternehmen, um ihre Bemühungen um eine Olympiateilnahme zu finanzieren.Katie Falkingham: Ellia Smeding & Cornelius Kersten: Speed skating couple using coffee to fund Olympic dream auf bbc.com. 17. Dezember 2020. Abgerufen am 1. November 2023; Profil auf der Website der Internationalen Eislaufunion (ISU). Abgerufen am 1. November 2023.

2017 debütierte Kersten im Eisschnelllauf-Weltcup, wo er in den nächsten Jahren in der Division B vor allem auf den Sprint- und Mittelstrecken (500 bis 1500 Meter) startete. Er nahm 2018 an der Sprintweltmeisterschaft in Changchun teil, bei der er den 20. und letzten Rang belegte. Ende Januar 2021 entschied Kersten im Rahmen des Weltcups in Heerenveen einen Wettkampf über 1000 Meter in der Division B für sich. Kurz danach belegte er über die gleiche Distanz am gleichen Ort den elften Platz bei der Einzelstrecken-WM. Nach diesen Leistungen wurde er im Frühjahr 2021 in das private niederländische Team Worldstream-Corendon aufgenommen.Joining Team Worldstream the 'perfect situation' for GBR long track skater Kersten auf iceskating.org.uk. 9. Juni 2021. Abgerufen am 1. November 2023. Die Teamzugehörigkeit ermöglichte Kersten ein deutlich besseres Training mit konstanten TrainingszeitenSjors Leek: Met reuzenstappen gaat Kersten naar de top: 'Elke race is weer beter dan die daarvoor auf schaatsen.nl. 8. Januar 2022. Abgerufen am 1. November 2023. und finanzieller Entlastung. In der Saison 2021/22 erreichte er über 1000 Meter mehrere Top-Ten-Ergebnisse im Weltcup und den vierten Platz bei der Einzelstrecken-Europameisterschaft (hinter den drei Niederländern Thomas Krol, Kjeld Nuis und Kai Verbij). Mit einer Zeit von 1:08,48 Minuten hatte er etwa sieben Zehntelsekunden Rückstand auf den siegreichen Krol. Zusammen mit seiner Lebenspartnerin Ellia Smeding war Kersten bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking der erste Brite seit Craig McNicoll 1992, der zu olympischen Eisschnelllaufrennen antrat.Jo Gunston: British speed skating couple Cornelius Kersten and Ellia Smeding: partners in all things auf olympics.com. 7. Februar 2022. Abgerufen am 1. November 2023. Er nahm an drei Wettkämpfen (500 Meter, 1000 Meter sowie 1500 Meter) teil und belegte als bestes Ergebnis einen neunten Platz über 1000 Meter, wo er mit einer Zeit von 1:08,79 Minuten drei Zehntelsekunden langsamer war als der Bronzemedaillengewinner Håvard Holmefjord Lorentzen.Kersten storms to best Olympic result in nearly 60 years auf teamgb.com. 18. Februar 2022. Abgerufen am 1. November 2023.

Nach der Auflösung des Teams Worldstream-Corendon wurde Kersten zum Winter 2022/23 Teil des Teams Novus.Geen pak, contract en sponsor, toch slaan 'weesschaatsers' handen ineen auf nos.nl. 8. November 2022. Abgerufen am 1. November 2023. Bei den Einzelstreckenweltmeisterschaften 2023 gewann er über 1000 Meter die Bronzemedaille hinter Jordan Stolz und Thomas Krol. Er war damit der erste Brite seit Johnny Cronshey 1951, der auf dem Podest einer Eisschnelllauf-Weltmeisterschaft stand.World Speed Skating Championships: Cornelius Kersten ends GB wait for long-track medal auf bbc.com. 5. März 2023. Abgerufen am 1. November 2023.

Weblinks Homepage von Cornelius Kersten (englisch) Statistiken bei Speedskatingnews

Einzelnachweise

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