Der Arakan-Feldzug im Jahr 1945 war die endgültige Rückeroberung Arakans durch die alliierten Streitkräfte der Briten und Inder an der Westküste Burmas während des Pazifikkriegs im Zweiten Weltkrieg. Dies erfolgte zwischen Dezember 1944 bis Ende Februar 1945 in den zwei Operationen Romulus und Talon.
Vorgeschichte Nachdem die Kaiserlich Japanische Armee Im Jahr 1942 Burma erobert und die alliierten Britisch-Indischen Einheiten aus dem Land gedrängt hatte, war der erste Versuch der Alliierten gescheitert im Westen des Landes Arakan zurückzuerobern.
Am 17. Dezember 1942 begann der erste Arakan-Feldzug, der Mitte Mai 1943 mit einer Niederlage endete, nach der sich die alliierten Streitkräfte wieder aus Burma zurückziehen mussten.
Die zweite Offensive in der westlichen Küstenregion Arakan durch Einheiten der britischen 14. Armee unter dem Kommando von Generalleutnant William Slim startete im November 1943 und endete Ende Februar 1944 mit dem Sieg der Alliierten. Allerdings zielte die Operation Cudgel nicht auf die komplette Einnahme Arakans ab, sondern bereitete das IV Korps unter Generalleutnant Noel Irwin und den verbliebenen Rest der 14. Armee auf die Verteidigung von Kohima und Imphal gegen den Hauptstoß der japanischen 15. Armee vor.
Planung
Operation Fitting Als bekannt wurde, dass die Luft- und Seeinvasion Ranguns (→ Operation Dracula) nicht vor dem Beginn des Monsuns 1945 durchgeführt werden konnte, wurde eine neue Operation in Arakan geplant. Daher erarbeitete im Oktober 1944 das Kommando der Alliierten Landstreitkräfte Südostasiens (ALFSEA) unter Generalleutnant Sir Oliver Leese zusammen mit Generalleutnant Sir Philip Christison einen Rückeroberungsplan für das gesamte Arakan-Gebiet. Als ausführende Einheit war das Britisch-Indische XV Korps vorgesehen. Ziel war die japanische 55. Division von Generalleutnant Hanaya Tadashi auf der Mayu-Halbinsel an der Mündung des Flusses Mayu im Westen Arakans. Die Division war eine Formation der 28. Armee unter dem Kommando von Generalleutnant Sakurai Shōzō. Noch bevor sie sich über die Berge in die Täler der Flüsse Irrawaddy und Kaladin und durch die Arakan-Halbinsel zurückziehen konnte, um schließlich über lokale Flüsse und ChaungsChaung ist das burmesische Wort für „Fluss“. Es wird meist für schnell fließende Gewässer genutzt. zurück aufs offene Meer zu fliehen, sollte sie gestellt werden. Der Schlüssel dazu war der erfolgreiche Ausgang der Zermürbungsschlachten bei Imphal und Kohima in Zentralburma. Ohne deren erfolgreichen Ausgang würde der Burmafeldzug eine längere und kostspieligere Angelegenheit werden.
Operationen Romulus und Talon mini|Admiral Mountbatten spricht am 20. Januar 1945 vor Männern der 2. Division nahe Sadaung, nördlich von Okhnebin in Burma Der Plan zur Operation Fitting wurde abschließend zu den beiden Operationen Romulus und Talon umgearbeitet, die ab Dezember 1944 ausgeführt wurden. Romulus war die britische Operation zur Räumung der Arakan-Westküstenregion Burmas bis nach Akyab im Süden als Vorbereitung für die Eroberung von Akyab durch die folgende Operation Talon.
Admiral Lord Louis Mountbatten musste anschließend in der Lage sein, Einheiten von der Arakan-Front abzuziehen, um sie an anderen Fronten einzusetzen. Romulus wies daher eine wesentliche Änderung gegenüber der bisherigen Eindämmungspolitik an dieser Front auf und wurde im November 1944 vom Südostasienkommando (SEAC) unter Mountbatten angeordnet. Nach dem erfolgreichen Abschluss von Romulus und Talon sollte daher die sofortige Entlassung der britischen 3. Kommandobrigade unter dem Befehl von Brigadier Campell Richard Hardy für andere Aufgaben folgen. Weitere zwei Divisionen, die zu einem späteren Zeitpunkt nominiert werden sollten, würden ihr im Februar, bzw. März 1945 folgen.
Die japanische Situation Der Standort der japanischen Formationen war Ende November 1944 wie folgt:
Im Küstensektor waren die 54. und 55. Division, zugehörig der japanischen 28. Armee, zwischen Maungdaw und Bassein verteilt. Die Japaner schienen sich jedoch aus dem Paletwa-Gebiet im Kaladan zurückziehen und nur kleinere Abteilungen nördlich der Kfaawei-Paletwa-Linie zurückzulassen.
Der britischen 14. Armee standen drei japanische Divisionen gegenüber, die 15., 31. und 33., die alle sehr an Stärke verloren hatten, aber durch neue Truppen entsetzt wurden.
Die 15. Division war im Wuntho-Pinlebu-Gebiet stationiert und hatte kürzlich ihre Außenabteilungen aus dem Gebiet westlich des Zibyutaung-Gebirges abgezogen.
Die 33. Division war östlich des Chindwin zurückgedrängt worden; Es schien wahrscheinlich, dass diese Division eine Reihe von Verzögerungsaktionen entlang der Kaing-Ye-U-Straße durchführen würde, wofür es aber bisher keine Anzeichen gab.
Die erschöpfte 31. Division befand sich in der Reserve der 15. Armee unter dem Kommando von Generalleutnant Katamura Shihachi im Ye-U-Gebiet.
Die 53. Division befand sich im Gebiet Naba-Katha. Sie bildete zusammen mit den oben erwähnten 15., 31. und 33. Divisionen die japanische 15. Armee. Es wurde angenommen, dass das Panzerregiment Nr. 14, das beim Rückzug schwer gelitten hatte, sich in der Gegend von Shwebo, 110 Kilometer nordwestlich von Mandalay, neu aufrüstete.
Die Kämpfe mini|Landungsboote der Royal Indian Navy transportieren indische Truppen während Folgeoperationen der 14. Armee entlang eines Nebenflusses des Kaladan Das Britisch-Indische XV Korps bestand im Oktober 1944 aus vier Infanteriedivisionen, einer Panzerbrigade, einer Kommandobrigade und einer Infanteriebrigade. Zur Vorbereitung der eigentlichen Operationen startete Generalleutnant Sir Philip Christison mit seinen Divisionen eine Reihe von Angriffen. Diese dienten dazu dem XV Korps nach dem Ende des Monsuns angemessene Frontlinien zu bieten.
So wurde die Küste um Godusara durch die indische 25. Division geräumt, die dann östlich des Mayu-Gebirges zu einer Position auf der Straße zwischen Maungdaw und Buthidaung vorrückte. Damit konnte das Aufmarschgebiet der 82. (Westafrika) Division unter Generalmajor George Bruce im Tal des Kalapanzin gedeckt werden. Die 81. (Westafrika) Division unter Frederick Joseph Loftus-Tottenham hatte bereits im Oktober 1944 mit dem Vorstoß in das Tal des Kaladan hinunter begonnen, um Ende November ihr Sammelgebiet bei Tinma zu erreichen.
Die 55. Division unter Generalleutnant Hanaya Tadashi als Bestandteil der 28. Armee unter dem Oberbefehl von Generalleutnant Sakurai Shōzō war ursprünglich in Arakan stationiert, bis im Juli der Befehl von Sakurai erging, dass der Großteil der 55. Division sich in Richtung der Mündung des Kaladan-Flusses zurückziehen sollte. Allein die „Sakurai“-Abteilung unter dem Befehl von Generalmajor Sakurai Tokutarō konnte jetzt noch den britischen Formationen entgegentreten.
Operation Romulus mini|Soldaten der 11. (Ostafrika) Division landen in Kalewa, nachdem sie im Januar 1945 gerade den Chindwin River mit der Fähre überquert haben Die führende Division des 33. Korps, die 11. (Ostafrika) Division, näherte sich Ende November Kalewa. Sie drang am 2. Dezember nach heftigen Nahkämpfen in der Gegend von Chaunggyin, etwa zehn Kilometer westlich, in das Dorf ein. In der Nacht vom 4. auf den 5. Dezember überquerte dann ein Bataillon den Chindwin bei nur geringem Widerstand. Drei Kilometer östlich wurde es dann aber aufgehalten. Nördlich von Kalewa stieß die Brigade, die über den Fluss nach Süden vorrückte, am Ostufer, elf Kilometer nordöstlich des Dorfes, auf starken Widerstand. Durch eine Umgehungsbewegung wurden die Japaner veranlasste, die Stellung aufzugeben, und es kam zu einer Verbindung mit dem Rest der Division.
Die Offensive im Rahmen der Operation Romulus begann pünktlich am 13. Dezember und nach einigen heftigen Kämpfen wurden ihre Ziele vor dem vorgesehenen Zeitplan erreicht. Die indische 74. Brigade erreichte Foul Point bei Rathedaung im Sittwe Distrikt am 27. Dezember. Am Jahresende hielt die 81. (Westafrika) Division im Gebiet von Teinnyo und Myohaung ein ideales Stützpunktgebiet gegen die japanischen Truppen. Hier wartete sie auf die Ankunft der 82. (Westafrika) Division für den großen Vorstoß durch das Tal des Kaladan-Flusses. Operation Talon General Christison beschloss Arakan vom Meer aus einzunehmen. Der Plan sah koordinierte Landungen in drei Gebieten vor: Akyab (Operation Lightning), Myebon und Kangaw (Operation Pungent). Die 3. Kommandobrigade würde die Angriffe anführen, einen Brückenkopf errichten, vorrücken und das Gebiet sichern, bevor die Hauptstreitkräfte landeten. Die Unterstützung von See erfolgte durch Konteradmiral Benjamin Martins Force „W“ und die Luftunterstützung wurde durch die Gruppe Nr. 224 der Royal Air Force unter Vizeluftmarschall, Percy Bernard gewährleistet.
Talon startete unter Führung der 3. Kommandobrigade genau zum Zeitpunkt als sich die alliierten Romulus-Truppen im Kaladan-Tal sammelten. Beteiligt waren die indische 26. Division unter Generalmajor Cyril Lomax und ein Regiment der indischen 50. Panzerbrigade unter dem Kommando von Brigadegeneral George Todd. Anschließend sollte es im Bereich des Kaladan-Flusstals zu einem Angriff gegen die japanische 28. Armee kommen. Operation Lightning Von Chittagong lief am 2. Januar 1945 die Task Force 64 (Force „W“) mit den australischen Zerstörern Napier und Nepal, der britischen Sloop Shoreham, zwei LCIs und einigen kleineren Einheiten aus und landete mit 3 Transportern etwa 1000 Mann der 3. Kommandobrigade, unterstützt von einem Geschwader mittlerer Panzer und einem Regiment mittlerer Artillerie sowie einigen leichten und schweren Flugabwehrgeschützen, an der Nordwest-Spitze der Akyab Halbinsel.
Am 3. Januar 1945 um 9:45 Uhr gingen die Truppen des 44. Kommandos vor Akyab vor Anker, schifften sich in LCAs ein und landeten um 12:30 Uhr am nördlichen Ende der Insel. Kurz vorher war ihnen mitgeteilt worden, dass die Japaner Akyab tatsächlich bereits verlassen und ihre stark verteidigte Küste von Akyab aufgegeben hatten. Daher musste die Task Force 61 mit den drei Kreuzern Newcastle, Nigeria, Phoebe und den drei Zerstörern Pathfinder, Raider und Rapid nicht eingreifen. Die indische 74. Brigade, die von Foul Point auf dem Festland aus mit den indischen Schaluppen Jumna und Narbada sowie den Motorbooten ML-387 und ML-829 übergesetzt wurde, folgte kurz darauf den Landungstruppen.
Die Stadt Akyab wurde am nächsten Tag besetzt und die Patrouillen meldeten kurz darauf, dass der gesamte Bereich rund um die Anlegeplätze frei sei. Die Arbeiten zur Reparatur des dortigen Flugplatzes begannen sofort, und ein Geschwader Supermarine Spitfire konnte rechtzeitig von dort aus operieren um einige Tage später den ersten japanischen Luftangriff abzuwehren.
Der Landungstrupp verbrachte einige Zeit damit, in der Gegend zu patrouillieren und die verlassenen japanischen Verteidigungsanlagen am Fakir Point zu erkunden. Dort erhielten sie den Befehl, sich auf die Überfahrt zu den Baronas vorzubereiten, drei kleinen, mit Dschungel bedeckten Inseln südöstlich von Akyab. Auch dort erwartete sie kein japanischer Widerstand.
Als sie nach Akyab zurückkehrten, erwarteten die Männer den Befehl, zu ihrem zweiten Ziel aufzubrechen, Myebon, und auf den Beginn der Operation Passport.
Operation Passport mini|Der polnische Captain Jan K. Żeleźnik leitet eine Patrouille der 81. (Westafrika) Division in der Nähe von Ma Kyaze während des dritten Arakan-Feldzugs im Januar 1945Südöstlich von Minbya am Fluss Lay Myo lag eine japanische Artilleriestellung, die im Rahmen der Operation Passport durch die indische 26. Division zwischen dem 12. und 26. Januar eingenommen wurde. Motorboote der Arakan Coastal Forces unterstützten die indischen Truppen im Verlauf der Landungsoperationen. Nach Abschluss der Landung operierten die leichten Seestreitkräfte mit gutem Erfolg bei der Unterbrechung der japanischen Nachschublinien und der Zerstörung von Versorgungsschiffen.
Operation Pungent
Myebon