My Silent Wake ist eine 2005 gegründete progressive Gothic-Metal- und Death-Doom-Band. Dabei blieb die um Ian Arkley formierte Gruppe musikalisch flexibel und veröffentlichte Studioalben des Ambient und Folk-Rock.

Zugleich blieb die Gruppe einem konsequenten personellen Wandel unterworfen. Als Fortführung der Death-Doom-Band Ashen Mortality begonnen variierte die Bandkonstellation zunehmend und lediglich Arkley blieb konstantes Mitglied. Viele Musiker blieben der Gruppe derweil als Gäste erhalten. Bandbegründer Arkley formte mitunter gleichzeitig eine Akustikgruppe und eine Metalband als Versionen von My Silent Wake.

Aufgrund der vergangenen Aktivitäten des Bandkopfes mit der Band Seventh Angel, den Verstrebungen der Band in die christliche Metal-Szene, unter anderem in Form von Musiklabeln und Musikfestivals, wird die Band gelegentlich dem White Metal zugeordnet. Arkley wies diese Zuordnung allerdings von Beginn der Laufbahn von My Silent Wake explizit zurück. Er erläuterte seine Weltanschauung geändert zu haben, sich selbst als Agnostiker zu verstehen und keine christliche Lehre mit My Silent Wake zu repräsentieren.

Geschichte Die Geschichte von My Silent Wake ist von vielen personellen Wechseln und zahlreichen Veröffentlichungen mit unterschiedlicher Resonanz geprägt. Trotz der Betonung nicht als religiöse Musikgruppe aufzutreten kooperierte die um Ian Arkley bestehende Band häufig mit Veranstaltern, Musikgruppen und Unternehmen der christlichen Metal-Szene.

Frühe Jahre In den ersten Jahren veröffentlichte My Silent Wake in kurzer Abfolge mehrere Studioalben und erschloss sich zügig ein Publikum. Bis zum ersten Auftritt hatte die Gruppe sich bereits im Metal als Vertreter des Gothic Metal etabliert.

Gründung bis Shadow of Sorrow Ian Arkley von Seventh Angel, Paramaecium, und Ashen Mortality initiierte My Silent Wake im Mai 2005. Nach der Trennung des die Band Ashen Mortality führenden Ehepaars wurde diese Gruppe über einen längeren Zeitraum nicht in der gegebenen Form fortgeführt, jedoch auch nicht aufgelöst. Nach einem Aufenthalt in den USA, um mit James Allin an dem Projekt Century Sleeper zu arbeiten, sprach Arkley ein Ende von Ashen Mortality mit Melanie Bolton ab. Etwa einen Monat nach diesem Ende spielte Arkley mit den ehemaligen Ashen-Mortality-Mitgliedern Jasen Whyte und Andi Lee die Demo-EP My Silent Wake ein. Im Juni des Jahres fand die Aufnahme der EP im Studio Kewsound in North Somerset statt. Die EP enthielt zwei Stücke mit über 16 Minuten Musik. Musikalisch und Personell sah Arkley My Silent Wake als unmittelbaren Anschluss an Ashen Mortality. Neben den Mitgliedern übernahm er auch ganze Musikstücke der aufgelösten Band ins Repertoire der neu gegründeten Gruppe. Arkley spielte auf der ersten Demo-EP Gitarre, Piano, Synthesizer, Didgeridoo und Sang. Lee spielte den Bass. Whyte spielte Schlagzeug und sang. Alan Southorn stieß kurz vor dem Abschluss der Aufnahmen als Bassist hinzu.

Die EP enthielt zwei Stücke mit über 16 Minuten Musik. Das Stück Encircle wurde vom Magazin Zero Tolerance auf die Heftbeilage-CD der November/Dezember-Ausgabe aufgenommen. Und Web- sowie Printzines wie Terrorizer, Hellride und Zero Tolerance reagierten wohlwollend auf die Veröffentlichung. Es sei „ein gutes Debüt, das Liebhabern von Melodic Death Doom gefallen wird“ schrieb Odile Aurora Strik als Oscar Strik für Doom-Metal.com über My Silent Wake. Nach den Aufnahmen ergänzte die Multiinstrumentalistin und Sängerin Kate Hamilton die Band.

Noch im November des gleichen Jahres spielte die Gruppe ihr Debütalbum ein. Die Aufnahme von Shadow of Sorrow fand dabei erneut im Studio Kewsound statt und nahm viereinhalb Tage in Anspruch. Rex Zachary, der unter anderem Deliverance von Opeth gestaltet hatte, entwarf das Cover. Das für den Vertrieb christlicher Metalbands bekannte Label Bombworks Records veröffentlichte Shadow of Sorrow am 7. Juli 2006. Laurent Lignon besprach Shadow of Sorrow für Doom-Metal.com als Album, das sich aus der Fülle stereotyper Veröffentlichungen im Gothic Metal deutlich hervorhebe. Es sei „einfach ein Beispiel dafür, wie guter Doom/Death mit Gothic-Einflüssen immer gemacht werden und klingen sollte.“ Arkley habe in bereits an „vielen großartigen Projekten mitgewirkt“, doch My Silent Wake erweise sich mit diesem Debüt „mit Sicherheit [als] eines der besten“ hieß es in einer für No Life till Metal verfassten Besprechung.

The Anatomy of Melancholy mini|hochkant|alternativtext=Zwei hohe glatte Sandsteinsäulen säumen einen torlosen Eingang eines herrschaftlichen alten Gebäudes ohne Dach, Türen, Fenster oder Interieur.|Säulengang an der südlichen Fassade von Witley Court Nachdem die Band die Aufnahmen von Shadow of Sorrow abgeschlossen hatte, machte eine Handgelenksverletzung es Schlagzeuger Whyte unmöglich live zu spielen. Die Band verzichtete daher auf Konzerte und nutzte die Zeit um unmittelbar einen Nachfolger zum Debüt zu schreiben und aufzunehmen. Zu Beginn des Jahres 2006 begann My Silent Wake daher bereits mit der Arbeit an einem Doppelalbum, das zwei unterschiedliche Seiten der Band verdeutlichen sollte, die in der nachkommenden Laufbahn wiederholt zum Tragen kam. Einerseits der schwere Death Doom, andererseits ein auf einer akustischen Instrumentierung aufbauende leichtere Variante. Whyte spielte seinen Teil über Wochen einhändig ein und übermittelte die Schlagzeugspuren in das Studio, wo die weiteren Musiker auf Whytes Aufnahmen aufbauten. Der Albumtitel The Anatomy of Melancholy ist der Originaltitel des Buches Anatomie der Melancholie von Robert Burton. Arkley bezeichnete das Buch als „faszinierend“ und den Titel als „perfekt“ für My Silent Wake. Als Cover wählte die Band ein Foto eines von Säulen gesäumten torlosen Eingang der Fassade von Witley Court. Arkley hatte das Foto selbst geschossen und Lee bearbeitete es digital nach.

Am 23. April 2007 erschien The Anatomy of Melancholy, wie das Debüt über Bombworks Records. Stefan Lang lobte das Album für Powermetal.de als „eine herausragende Veröffentlichung“. Die Band habe „mit ihrer zweiten Veröffentlichung bewiesen, dass sie eine sehr gute und eigenständige Formation sind, die sich sogar noch weiterentwickelt hat.“ Weiter lobte er Arkley als „herausragenden Künstler“. Für Alternative Zine schrieb Alon Miasnikov, dass The Anatomy of Melancholy zum „besten Doom Metal, den die Menschheit kennt“ gerechnet werden könne.

Stücke des Doppelalbums wurden am 20. April 2007 dem Publikum des christlich geprägten Festivals Elements of Rock in Uster noch vor der offiziellen Veröffentlichung vorgestellt. Da Whyte weiterhin unter der Sehnenentzündung litt, spielte der Produzent der beiden bisherigen Studioalben Steve Allan am Schlagzeug. Whyte trat indes als zweiter Sänger in Erscheinung. Bei diesem Bühnendebüt gab die Band als vorletzte Gruppe des ersten Tages eine Vorstellung die laut des Festivalberichtes von Nando Rohner eine „mitreißende“, intensive und spannungsgeladene Atmosphäre erzeugte.

A Garland of Tears Whyte und Allan blieben Teil von My Silent Wake. Whytes trat fortan als zweiter Sänger und Schlagzeuger auf während Allan ebenfalls als Schlagzeuger agierte. Nach ihrem Livedebüt trat My Silent Wake so auch vermehrt auf Im Oktober 2008 spielte My Silent Wake gemeinsam mit The Drowning eine kurze Tournee mit Auftritten in Coventry, London und Cardiff. Hinzukommend spielte My Silent Wake im November auf dem Nordic Festival in Oslo. Im gleichen Jahr drehte die Band zwei Videos mit dem Regisseur Andrew Spencer die für eine zukünftige DVD eingeplant wurden. Neben den Videos wurde der Auftritt auf dem Nordic Festival Teil der im Selbstverlag veröffentlichten DVD.

Die Band schrieb aus den Gegebenheiten ein Album für „verschiedene Vokalparts“, Whyte übernahm höheres Growling, Arkley „die tieferen Lagen“, Lee sprach eine Passage, auch Hamilton sang als The-Beauty-and-the-Beast-Gegenpart zum Growling. Whyte spielte auf zwei Stücken Schlagzeug, Allan auf den weiteren. So wurde A Garland of Tears Anfang März 2008 binnen weniger Tagen aufgenommen. Das Albumcover wurde von Matt Vickerstaff, der insbesondere für My Dying Bride aktiv war, entworfen. Die Texte des Albums wurden von drei unterschiedlichen Bandmitgliedern verfasst. Veröffentlicht wurde A Garland of Tears am 11. November 2008 über Bombworks Records als CD und Thrashing Rage Productions als LP.

Das Album wurde international für Webzines und Printmagazine breit positiv besprochen, darunter Kerrang, Metal.de, Powermetal.de, Vampster und Doom-Metal.com. Selbst die wenig euphorischen Besprechungen lobten A Garland of Tears als gelungene Genreveröffentlichung.

Perfekt sei A Garland of Tears „im Vergleich zu Meisterwerken wie The Maniacal Vale der Landsleute von ESOTERIC“ nicht, dennoch sei die Richtung stimmig und gut, solange My Silent Wake die eigene „Kernkompetenz“, den Death Doom und Gothic Metal der 1990er treu bleibe urteilte Agony & Ecstasy für Vampster. Dem Gegenüber sah Laurent Lignon A Garland of Tears in seiner Besprechung für Doom-Metal.com als „eines der interessantesten Stücke Death Doom der letzten Jahre.“ Als „gehobene Doom-Unterhaltung“ lobte Nils Herzog das Album für Musikreviews.de. als „atmosphärischer Brocken“ sah indes Gerhard Berlin in seiner für Metal Inside geschriebenen Besprechung. Für Markus Endres von Metal.de erwies sich A Garland of Tears als „Ohrenschmaus“ „von hoher musikalischer Qualität […] mit viel Tiefgang“. PMH nannte es für Stormbringer.at „very british, very düster und very sexy“. Markus Sievers setzte das Album für Powermetal.de in Relation zum Werk von „Albert Camus, Novalis, Franz Kafka und Buddha“. Es transzendiere diese Gedankenwelt „in musikalische[…] Gestalt[…] eine[r] fast schon symphonische[n] Dichtung: malerisch und vereinnahmend.“ Und auch „gesangstechnisch“ böte My Silent Wake auf diesem Album „alles was sich das Doomherz wünscht“ schrieb ‚butterflyblack27‘ für Bloodchamber.

IV Et Lux Perpetua Aus der Tournee im Herbst 2008 wuchs Arbeit an einem Split-Album mit The Drowning. Im November 2009 spielte die Gruppe ihren Teil der Split-Veröffentlichung Black Lights & Silent Roads in gewohnter Konstellation ein. Die Aufnahmen fanden im Studio Kewsound und Arkleys Haus statt. Das Cover wurde erneut von Matthew Vickerstaff entworfen. Mit Martin Bowes and Sin’Drella von Attrition traten erstmals Gastmusiker im Werk von My Silent Wake auf. Beide Bands brachten neue Originale sowie ein Coverstück der jeweils anderen Gruppe ein. My Silent Wake coverte Devoid of Light von The Drowning. Mit Martin Bowes und Sin’Drella coverte My Silent Wake das Stück I Am (Eternity) von Attrition. Nach den Aufnahmen und vor der Veröffentlichung verließ Allan My Silent Wake, nachdem er aus der Region, in der die weiteren Musiker lebten, fortgezogen war. Im Februar 2010 trat My Silent Wake gemeinsam mit Dissolving of Prodigy, Pantheist und Gallileous in London auf, bevor im April 2010 das Album über Bombworks Records erschien.

Für Bertrand Marchal erwies sich Black Lights & Silent Roads „zweifelsohne [als] die Split des Jahres seit Anbeginn der Zeit für alle Death Doom Liebhaber. Sogar die Split des Jahres für jeden, der auf irgendeine Form von Doom steht“. Auch weitere Rezensenten sahen das Album als die herausstechende und „interessanteste“ Split-Veröffentlichung des Jahres. derweil das Stück Rebirth von My Silent Wake „das mit Abstand ehrgeizigste und progressivste Stück der Band“ und „bereits allein den Preis der Scheibe wert“ sei.