Die NSU 201 ZD Pony war ein von 1934 bis 1937 gebautes Motorrad, mit dem die NSU D-Rad Vereinigte Fahrzeugwerke A. G. den Namen eines von 1905 bis 1910 gebauten Modells aufgriffen. Das Modell der 1930er-Jahre hatte jedoch im Gegensatz zum ersten Namensträger keinen Viertakt-, sondern einen Zweitaktmotor. Die Bezeichnung 201 deutet auf einen Einzylindermotor mit 200 cm³ Hubraum hin. Motorräder dieser Hubraumklasse waren steuerfrei und durften ohne Führerschein gefahren werden, was zum Erfolg der Pony beitrug; 46.420 Pony 201 ZD wurden gebaut. Das Z in der Typbezeichnung steht für „Zweitakt“, das D für „Doppelport“ beziehungsweise für zwei Auspuffrohre.

Technik Antrieb Die NSU 201 ZD Pony hat einen fahrtwindgekühlten Einzylinder-Zweitaktmotor mit einem Hubraum von 198 cm³ (Bohrung 63 mm, Hub 64 mm), Verdichtung 5,5 : 1.NSU.nl. Technische Info. Abgerufen am 28. Oktober 2023. Der Motor leistet 6,5 PS bei 4000/min. Er hat einen abnehmbaren Zylinderkopf aus Leichtmetall, Nasenkolben aus Leichtmetall, eine Kurbelwelle auf Kugellager, Pleuel auf Rollenlager, Graetzin- oder Amal-Vergaser M 74/420,Oldtimerdaten. Abgerufen am 29. Oktober 2023. Gemischschmierung 1 : 25 und Noris-Batteriezündung mit Schwungrad-Lichtmaschine. Motor und Getriebe sind getrennt eingebaut. Die Kraft wird über eine Rollenkette an eine Einscheiben-Trockenkupplung und an das Getriebe übertragen (Primärantrieb). Das Getriebe hat drei Gänge. Geschaltet wird mit einem langen, in einer Kulisse geführten Handschalthebel (sogenannte Schwertschaltung) rechts neben dem Tank. Eine zweite Rollenkette überträgt die Kraft an das Hinterrad.Peter Schneider: Die NSU-Story. 1. Auflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-613-03397-9, S. 78, 79 u. 312.

Fahrwerk Das Fahrwerk der NSU 201 ZD Pony besteht aus einem offenen Doppelrohrrahmen aus Stahl, Parallelogrammgabel, Speichenrädern mit Tiefbettfelgen und Drahtreifen sowie Innenbackenbremsen-Trommelbremsen. Die Parallelogrammgabel besteht aus Pressstahl, hat eine Schraubendruckfeder, Reibungsstoßdämpfer und Lenkungsdämpfer. Eine Hinterradfederung gibt es bei dem Modell nicht. Um das Hinterrad verhältnismäßig leicht wechseln zu können, hat es eine Steckachse. Aus dem gleichen Grund ist ein Teil des hinteren Schutzblechs abnehmbar.

Weiterentwicklung Die aus der 201 ZD Pony entwickelten Modelle sind die von 1935 bis 1937 gebaute 201 Pony Block und die 201 ZDB von 1938 bis 1940. Wesentliche Neuerung sind die Zusammenfassung von Motor und Getriebe in einem gemeinsamen Gehäuse beziehungsweise in einem Block. Außerdem haben die beiden neueren Modelle eine Mehrscheiben-Korklamellenkupplung und ein Vierganggetriebe. Mit Einführung der 201 ZDB wurde der Nasenkolben durch einen Flachkolben ersetzt, NSU bezeichnete das Spülverfahren als „Winkelspülung“.NSU 24, S. 12. Abgerufen am 30. Oktober 2023.

Technische Daten 201 ZD Pony 201 ZD Pony Block 201 ZDB Baujahre 1934–1936 1935–1937 1938–1940 Motor Fahrtwindgekühlter Einzylinder-Zweitaktmotor Steuerung Kolbenkantensteuerung Bohrung × Hub 63 × 64 mm Hubraum 198 cm³ Verdichtung 5,5 : 1 6,0 : 1 Leistung bei 4000/min bei 4500/min Motorschmierung Zweitaktgemisch 1 : 25 Elektrische Anlage Batteriezündung Getriebe 3-Gang-GetriebeHandschaltung am Tank 4-Gang-GetriebeHandschaltung am Tank Kupplung Einscheibenkupplung Mehrscheibenkupplung Endantrieb Kette (offen mit doppeltem Kettenschutz) auf Hinterrad Rahmen Doppelrohr-Stahlrahmen Maße (L × B × H) 2000 × 830 × 1000 mm Radstand 1285 mm Radaufhängung vorn Parallelogrammgabel mit Schraubendruckfeder und Reibungsstoßdämpfer Radaufhängung hinten Starrrahmen Bereifung 3,00 × 19″ Bremse vorn und hinten Trommelbremse, 140 mm Ø Leergewicht 105 kg 115 kg 125 kg Tankinhalt 9,5 l 11,5 l Höchstgeschwindigkeit 70–75 km/h 80–85 km/h Verbrauch ca. 3,5 l/100 km Preis 475,00 RM 540,00 RM 545,00 RM

Sonstiges thumb|hochkant=0.4|NSU D-Rad Im Juli 1932 schloss sich NSU mit den Deutschen Industriewerken AG aus Berlin als NSU D-Rad Vereinigte Fahrzeugwerke AG zu einer Herstellungs- und Verkaufsgemeinschaft zusammen, was seitdem an dem großen D im Markenzeichen erkennbar war. Die Deutschen Industriewerke stellten zu dieser Zeit Motorräder unter dem Markennamen D-Rad her. Am 10. Mai 1938 wurde der Name auf Beschluss der Hauptversammlung in NSU Werke Aktiengesellschaft Neckarsulm umgewandelt. Peter Schneider: Die NSU-Story. 1. Auflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-613-03397-9, S. 75 u. 86.

Literatur Peter Schneider: Die NSU-Story. 1. Auflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-613-03397-9.

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Einzelnachweise

Pony