Freihaslach (fränkisch: Freehosla bzw. FreihoslaW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 69. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „frēhōsla“ bzw. „fraihōsla“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Burghaslach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Freihaslach hat eine Fläche von 7,287 km². Sie ist in 617 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 11810,55 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Münchhof.
Lage Das Dorf liegt am Freihaslacher Bach, einem linken Zufluss der Haslach, und ist im Norden wie auch Süden von Erhebungen des Steigerwaldes flankiert. Die Staatsstraße 2256 führt zur Staatsstraße 2261 bei Burghaslach (1,6 km südöstlich) bzw. nach Münchhof (1,5 km westlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Sixtenberg (3,1 km nordwestlich).
Naturschutzgebiet mini|Feuchtgebiet Freihaslach Südlich des Ortes erstreckt sich der geschützte Landschaftsbestandteil 'Feuchtgebiet bei Freishaslach', welcher eine Fläche von ungefähr 0,8 Hektar umfasst. Dieses Schutzgebiet ist von erheblicher Bedeutung, da es verschiedene Arten und Lebensräume beherbergt, die gemäß den Richtlinien zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) geschützt sind.
Geschichte Der Ort wurde 1136 als „Frîenhasala“ erstmals urkundlich erwähnt. Der zugrundeliegende Gewässername bezeichnet einen mit Haselstauden umsäumten Bach. Laut dieser Urkunde übergibt „Arnoldus quidem liber homo“ seinen Besitz an das Kloster Michelsberg. Bis ins 16. Jahrhundert hinein war der Besitz ein Freieigen von Angehörigen des Niederadels. Das Bestimmungswort des Ortsnamens „Frei-“ könnte auf eine ursprüngliche Königsfreiheit verweisen, wofür es aber für diesen Ort keine eindeutigen Belege gibt.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 69ff.Freihaslach auf der Website burghaslach.de Der Ort gehörte ab dem 16. Jahrhundert zum Fraischbezirk der Castellischen Cent Burghaslach. Zugleich hatte das Castellische Amt Breitenlohe grundherrschaftliche Ansprüche. Daneben waren noch die Fürsten von Schwarzenberg, der Hochstift Würzburg und das Amt Gremsdorf des Klosters Michelsberg begütert.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 215f.
Im Rahmen des Gemeindeedikts (frühes 19. Jahrhundert) wurde Freihaslach dem Steuerdistrikt Burghaslach zugeordnet. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Freihaslach, zu der Münchhof gehörte. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Burghaslach. und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheinfeld, nach dessen Auflösung im Jahr 1818 dem Rentamt Iphofen. Nach 1829, jedoch vor 1837 wurde Sixtenberg von Wasserberndorf nach Freihaslach umgemeindet. 1852 kam Freihaslach an das Landgericht Scheinfeld. Für die Verwaltung war ab 1862 das Bezirksamt Scheinfeld (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und für die Finanzverwaltung ab 1879 das Rentamt Markt Bibart zuständig (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart, 1929–1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Scheinfeld, mit dessen Auflösung übernahm diese 1879 das Amtsgericht Scheinfeld. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,364 km². Am 31. Dezember 1971 wurde die Gemeinde im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Freihaslach und Münchhof wurden nach Burghaslach eingegliedert, Sixtenberg nach Geiselwind.
Ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 1: Erdgeschossiges Wohnstallhaus mit Satteldach auf profilierter Holztraufe, erbaut wohl in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auf jeder Traufseite zwei stehende Gaupen. Verputzter Massivbau von sieben zu drei Achsen. Gegen die Straße zu zweiachsiger eingeschossiger Zwerchgiebel in Fachwerk. Schlussstein im Türsturz bezeichnet „Bernhard Rost“; Schriftcharakter erste Hälfte des 19. Jahrhunderts.G. Hojer: Landkreis Scheinfeld, S. 65. Ursprüngliche Hausnummerierung. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 18: Originelles Gemeindehaus des 18./19. Jahrhunderts, baufällig. Erdgeschossiger verputzter Massivbau mit unregelmäßig verzahnten Eckquadern; Traufseite fünfachsig mit zwei Türen. Über dem Gebäudeteil an der Straße aufgesetztes Fachwerkgeschoss von einer zu zwei Achsen, mit zweidrittel- und wandhohen Streben. Einhüftiges Satteldach mit Giebel zur Straße; unter der Giebelluke Ziffernblatt; über der Spitze Dachreiter mit Zeltdach auf profiliertem hölzernem Traufgesims; Knauf auf hoher Stange.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Freihaslach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 216 271 275 278 282 285 282 293 295 300 294 277 278 260 247 249 231 220 205 269 251 232 194 160 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 39 39 44 48 48 47 47 41 41 Quelle Für die Gemeinde Freihaslach zuzüglich der Einwohner und Feuerstellen von Münchhof und (S. 61). Im Historischen Gemeindeverzeichnis werden hiervon abweichend 272 Einwohner für die Gemeinde Freihaslach angegeben. Für Sixtenberg siehe S. 188.
Ort Freihaslach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 102 128 128 130 132 124 102 104 80 58 44 Häuser 19 19 23 22 23 19 19 18 Quelle
Religion Freihaslach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Ägidius (Burghaslach) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Burghaslach) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1136 Kategorie:Ort im Steigerwald Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim