mini|Das kanadische Trio Ivanie Blondin, Valérie Maltais und Isabelle Weidemann (hier bei einem Weltcup im November 2022) gewann Gold in der Teamverfolgung. Die 22. Eisschnelllauf-Einzelstreckenweltmeisterschaften wurden vom 2. bis zum 5. März 2023 in der Thialf-Arena im niederländischen Heerenveen ausgetragen. Die Weltmeisterschaften fanden zum Abschluss der Saison 2022/23 statt, zwei Wochen nach dem Weltcupfinale.
Im Rahmen der Weltmeisterschaften wurden insgesamt 16 Weltmeistertitel vergeben, 12 davon in Einzelrennen und 4 in Mannschaftswettkämpfen. In sieben Rennen siegten Athleten aus den Niederlanden, die damit den Medaillenspiegel anführten. Mit drei Titeln erfolgreichster Teilnehmer war der 18-jährige US-Amerikaner Jordan Stolz, der über 500 Meter, 1000 Meter und 1500 Meter jeweils die Goldmedaille gewann und als erster Athlet seit Eric Heiden im gleichen Jahr Weltmeister bei den Junioren und den Erwachsenen wurde. Neben Stolz beendeten auch Irene Schouten und Ragne Wiklund die Weltmeisterschaften mit drei Einzelmedaillen. Bart Swings errang im Massenstart als erster Belgier einen Eisschnelllauf-Weltmeistertitel, Davide Ghiotto gewann als erster Italiener Gold bei einer Einzelstrecken-WM.
Bilanz Medaillenspiegel Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt 1 7 7 3 17 2 3 3 1 7 3 3 1 1 5 4 1 2 2 5 5 1 1 1 3 6 1 – 1 2 7 – 1 3 4 8 – 1 – 1 9 – – 2 2 10 – – 1 1 – – 1 1 Gesamt 16 16 16 48
Medaillengewinner Frauen Distanz Gold Silber Bronze 500 Meter 1000 Meter 1500 Meter 3000 Meter 5000 Meter Massenstart Teamsprint Teamverfolgung
Männer Distanz Gold Silber Bronze 500 Meter 1000 Meter 1500 Meter 5000 Meter 10.000 Meter Massenstart Teamsprint Teamverfolgung
Ergebnisse Frauen 500 Meter Platz Name Land Zeit 1 Femke Kok 37,28 s 2 Vanessa Herzog 37,33 s 3 Jutta Leerdam 37,54 s 4 Kim Min-sun 37,56 s 5 Erin Jackson 37,62 s 6 Miho Takagi 37,68 s 7 Michelle de Jong 37,86 s 8 Kimi Goetz 37,89 s 9 Jekaterina Aidowa 38,08 s 10 Kurumi Inagawa 38,09 s Datum: 3. März 2023Result 500m Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 28. Oktober 2023.
Im Weltcup 2022/23 hatte Femke Kok kein Podestergebnis erzielt und startete deswegen früh im siebten von zwölf Paaren. Ihre Zeit von 37,28 Sekunden wurde von keiner der folgenden Kontrahentinnen unterboten, womit Kok als erste Niederländerin den Weltmeistertitel auf der 500-Meter-Distanz gewann. Am nächsten kam ihr die Österreicherin Vanessa Herzog, die fünf Hundertstelsekunden Rückstand hatte. Koks Teamkollegin Jutta Leerdam holte mit 0,26 Sekunden Rückstand die Bronzemedaille. Die favorisierte Südkoreanerin Kim Min-sun, die fünf von sechs Weltcuprennen gewonnen hatte, beendete den Wettkampf auf Platz vier.Dutch delight as Kok (NED) claims nation's first Women's 500m World title auf isu.org. 3. März 2023. Abgerufen am 28. Oktober 2023.
1000 Meter Platz Name Land Zeit 1 Jutta Leerdam 1:13,03 min 2 Antoinette Rijpma-de Jong 1:14,26 min 3 Miho Takagi 1:14,37 min 4 Kimi Goetz 1:14,48 min 5 Brittany Bowe 1:14,68 min 6 Vanessa Herzog 1:15,12 min 7 Jekaterina Aidowa 1:15,26 min 8 Ellia Smeding 1:15,28 min 9 Erin Jackson 1:15,63 min 10 Michelle de Jong 1:15,67 min Datum: 4. März 2023Result 1000m Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 28. Oktober 2023.
Die Goldmedaille ging an die Titelfavoritin Jutta Leerdam aus den Niederlanden, die im Saisonverlauf alle 1000-Meter-Rennen gewonnen hatte, zu denen sie angetreten war. Leerdam lief in der letzten Paarung mit Kimi Goetz eine Zeit von 1:13,03 Minuten. Der Vorsprung auf ihre zweitplatzierte Landsfrau Antoinette Rijpma-de Jong betrug deutliche 1,23 Sekunden. Miho Takagi, die 2022 auf der Strecke den Olympiasieg gefeiert hatte, gewann die Bronzemedaille und zeigte sich damit zufrieden, weil sie sich weder technisch noch körperlich auf dem Leistungsniveau des Vorjahres fühlte.Leerdam (NED) completes perfect 1000m season, as Groenewoud (NED) solos to gold auf isu.org. 4. März 2023. Abgerufen am 28. Oktober 2023.
1500 Meter Platz Name Land Zeit 1 Antoinette Rijpma-de Jong 1:53,54 min 2 Ragne Wiklund 1:54,30 min 3 Miho Takagi 1:54,39 min 4 Ivanie Blondin 1:54,71 min 5 Marijke Groenewoud 1:55,10 min 6 Kimi Goetz 1:55,26 min 7 Jutta Leerdam 1:55,32 min 8 Han Mei 1:55,61 min 9 Brittany Bowe 1:55,67 min 10 Ayano Satō 1:55,76 min Datum: 5. März 2023Result 1500m Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 28. Oktober 2023.
Die 1000-Meter-Weltmeisterin Jutta Leerdam lief im sechsten von zwölf Paaren bis zur letzten Runde Bestzeiten, die von keiner Athletin übertroffen wurden. Auf den letzten 400 Metern brach sie aber ein und beendete den Wettkampf auf dem siebten Rang. Ihre Zeit wurde zunächst von Kimi Goetz unterboten, dann von Ragne Wiklund im zehnten Paar (wo sie alleine antrat, weil sich ihre Partnerin Li Qishi vom Wettkampf zurückzog), die als erste Athletin unter der Marke von 1:55 Minuten blieb. Am schnellsten lief letztlich Antoinette Rijpma-de Jong, die das Rennen in 1:53,54 Minuten beendete und damit vor Wiklund und Miho Takagi die Goldmedaille gewann.Rijpma-De Jong and Schouten (NED) triumph as Wiklund (NOR) tops Worlds medals auf isu.org. 5. März 2023. Abgerufen am 28. Oktober 2023.
3000 Meter Platz Name Land Zeit 1 Ragne Wiklund 3:56,86 min 2 Irene Schouten 3:57,40 min 3 Martina Sáblíková 3:58,35 min 4 Joy Beune 3:59,18 min 5 Valérie Maltais 3:59,88 min 6 Isabelle Weidemann 4:01,32 min 7 Antoinette Rijpma-de Jong 4:02,11 min 8 Momoka Horikawa 4:02,34 min 9 Ivanie Blondin 4:05,44 min 10 Ayano Satō 4:06,23 min Datum: 2. März 2023Result 3000m Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 28. Oktober 2023.
Im fünften von insgesamt zehn Paaren lief Irene Schouten, die amtierenden Olympiasiegerin auf dieser Strecke, als erste Läuferin eine Zeit unter vier Minuten. Schoutens Marke von 3:57,40 Minuten wurde im achten Paar von Ragne Wiklund um 0,54 Sekunden unterboten. Keine andere Athletin war schneller, sodass Wiklund vor Schouten die Goldmedaille gewann. Bronze ging an die erfahrene Martina Sáblíková, die in den Jahren zuvor schon 22 Medaillen bei Einzelstrecken-Weltmeisterschaften gewonnen hatte, allerdings ausschließlich Gold und Silber.
5000 Meter Platz Name Land Zeit 1 Irene Schouten 6:41,25 min 2 Ragne Wiklund 6:46,15 min 3 Martina Sáblíková 6:47,78 min 4 Isabelle Weidemann 6:49,94 min 5 Sanne in ’t Hof 6:54,77 min 6 Momoka Horikawa 6:58,78 min 7 Sofie Karoline Haugen 7:06,52 min 8 Valérie Maltais 7:07,25 min 9 Magdalena Czyszczon 7:15,67 min 10 Claudia Pechstein 7:15,76 min Datum: 5. März 2023Result 5000m Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 28. Oktober 2023.
Das 5000-Meter-Rennen wurde am gleichen Tag gelaufen wie der 1500-Meter-Wettkampf, wo Ragne Wiklund wenige Stunden zuvor bereits eine Silbermedaille gewonnen hatte. Sie wiederholte diesen Erfolg auf der längeren Distanz, auf der sie nur von der Olympiasiegerin Irene Schouten geschlagen wurde. Sowohl Schouten als auch Wiklund beendeten die Weltmeisterschaften mit insgesamt drei Medaillen. Bronze gewann wie auf der 3000-Meter-Strecke Martina Sáblíková.
Massenstart Platz Name Land Punkte Zeit 1 Marijke Groenewoud 66 8:19,36 min 2 Ivanie Blondin 40 8:34,19 min 3 Irene Schouten 22 8:34,37 min 4 Mia Kilburg 10 8:34,67 min 5 Laura Peveri 6 8:34,78 min 6 Sandrine Tas 4 8:45,38 min 7 Yang Binyu 3 8:34,91 min 8 Valérie Maltais 3 8:36,07 min 9 Ramona Härdi 2 8:40,93 min 10 Magdalena Czyszczon 1 8:37,35 min Datum: 4. März 2023Mass Start Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 28. Oktober 2023.
Marijke Groenewoud verteidigte ihren 2021 gewonnenen Weltmeistertitel im Massenstart überlegen. Früh im Rennen griff sie an, setzte sich vom restlichen Teilnehmerfeld ab und behielt ihren Vorsprung über zehn Runden bis ins Ziel. Im Sprint um die Silbermedaille setzte sich Ivanie Blondin vor Irene Schouten durch.
Teamsprint Platz Name Land Zeit 1 Brooklyn McDougallCarolina HillerIvanie Blondin 1:26,29 min 2 McKenzie BrowneErin JacksonKimi Goetz 1:26,58 min 3 Zhang LinaJin JingzhuLi Qishi 1:27,86 min 4 Nadeschda MorosowaAlina DauranowaJekaterina Aidowa 1:28,32 min 5 Michelle de JongMarrit FledderusIsabel Grevelt 1:29,01 min 6 Martyna BaranIga WojtasikKarolina Bosiek 1:29,18 min 7 Katja FranzenAnna OstlenderLea Sophie Scholz 1:31,56 min Datum: 2. März 2023Result Team Sprint Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 28. Oktober 2023.
Das kanadische Trio um Brooklyn McDougall, Carolina Hiller und Ivanie Blondin siegte mit 0,29 Sekunden Vorsprung auf das US-Team. Die Kanadierinnen gehörten zwar unterschiedlichen Trainingsgruppen an,Wiklund (NOR) beats Olympic Champion Schouten (NED) to Worlds 3000m gold auf isu.org. 2. März 2023. Abgerufen am 28. Oktober 2023. waren aber im Weltcup zuvor schon mehrmals gemeinsam angetreten und hatten regelmäßig zweite Plätze belegt.Canada strikes gold in both women's, men's team sprints at speed skating worlds auf cbc.ca. 2. März 2023. Abgerufen am 28. Oktober 2023.
Teamverfolgung Platz Name Land Zeit 1 Valérie MaltaisIvanie BlondinIsabelle Weidemann 2:54,58 min 2 Momoka HorikawaAyano SatōSumire Kikuchi 2:57,30 min 3 Mia KilburgGiorgia BirkelandBrittany Bowe 3:00,39 min 4 Han MeiLi QishiChen Aoyu 3:00,99 min 5 Aurora LøvåsRagne WiklundSofie Karoline Haugen 3:01,13 min 6 Karolina BosiekMagdalena CzyszczonOlga Kaczmarek 3:03,84 min 7 Lea Sophie ScholzMichelle UhrigJosie Hofmann 3:08,88 min Datum: 3. März 2023Result Team Pursuit Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 28. Oktober 2023.
Die beste Zeit in der Teamverfolgung liefen die Niederländerinnen Joy Beune, Marijke Groenewoud und Irene Schouten, die einen Streckenrekord von 2:52,65 Minuten aufstellten und damit knapp zwei Sekunden schneller als die Olympiasiegerinnen von 2022 aus Kanada – Valérie Maltais, Ivanie Blondin und Isabelle Weidemann – waren. Fünf Minuten nach ihrem Rennen wurde das niederländische Trio disqualifiziert, weil Beunes Knöchel während des Wettkampfes nicht durchgängig vollständig bedeckt waren, was wegen der Verletzungsgefahr vorgeschrieben ist. Beune erklärte, dass ihre Socken während des Rennens verrutscht waren. Maltais, Blondin und Weidemann rückten als Weltmeisterinnen nach und gewannen die Goldmedaille vor den Teams aus Japan und den Vereinigten Staaten.
Männer 500 Meter Platz Name Land Zeit 1 Jordan Stolz 34,10 s 2 Laurent Dubreuil 34,46 s 3 Wataru Morishige 34,48 s 4 Yuma Murakami 34,51 s 5 Merijn Scheperkamp 34,57 s 6 Hein Otterspeer 34,79 s 7 Dai Dai Ntab 34,877 s 8 Damian Żurek 34,878 s 9 Tatsuya Shinhama 34,93 s 10 Håvard Holmefjord Lorentzen 34,97 s Datum: 3. März 2023Result 500m Men auf isuresults.eu. Abgerufen am 28. Oktober 2023.
Der favorisierte Titelverteidiger Laurent Dubreuil verbesserte im vorletzten Paar die bis dahin bestehende Bestmarke von Merijn Scheperkamp um eine Zehntelsekunde auf 34,46 Sekunden (und schlug seinen direkten Kontrahenten Wataru Morishige um zwei Hundertstelsekunden). Danach trat der 18-jährige US-amerikanische Juniorenweltmeister Jordan Stolz gegen Yuma Murakami an. Stolz lief eine Zeit von 34,10 Sekunden, womit er den Bahnrekord im Thialf-Stadion um lediglich drei Hundertstelsekunden verpasste. Er wurde mit seinem Sieg zum bis dahin jüngsten Einzelstrecken-Weltmeister und zum ersten Eisschnellläufer seit Eric Heiden, der im gleichen Jahr einen Weltmeistertitel bei den Junioren und bei den Erwachsenen gewann.Sensational Stolz (USA) becomes youngest-ever World Single Distance Champion auf isu.org. 3. März 2023. Abgerufen am 28. Oktober 2023. Dubreuil äußerte große Anerkennung für Stolz: „Er ist unglaublich. Es ist, als würde man versuchen, Michael Jordan zu schlagen oder so etwas.“US-Amerikaner Stolz ist jüngster Weltmeister im Eisschnelllauf auf spiegel.de. 4. März 2023. Abgerufen am 28. Oktober 2023.
1000 Meter