Der Bahnhof Haifa Merkasit haMifratz (, ) ist ein Durchgangsbahnhof und Verkehrsknoten in der israelischen Stadt Haifa. Er verknüpft den namengebenden Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) [Tachanat] Merkasit haMifratz (, ) mit beiden ebenerdigen Bahnsteigen 1 und 2 der Küstenbahn (Bahnstrecke Naharija–Be’er Sheva), dem einstweilen eingleisigen Hochbahngleis (Gleis 3) der Neuen Jesreʿeltalbahn und der Talstation der Luftseilbahn ha-Rakkavlit.
Die einzelnen Verkehrsbauten eröffneten nacheinander, zuerst der Halt der Küstenbahn am 6. September 2001, dann 2002 der ZOB, am 3. Juli 2018 der Halt der 2016 eröffneten Neuen Jesreʿeltalbahn und 2022 die Talstation der Rakkavlit.Jigʾal Chai (), „“ (5. Juli 2018), auf: ; abgerufen am 20. Oktober 2023. Auch die geplante Schnellstraßenbahn-Linie Haifa–Nazareth soll am Bahnhof Merkasit haMifratz enden.
Geografische Lage Der Bahnhof liegt in der Niederung auf etwa 10 Meter Höhe nahe der Mündung des Flusses Qischon im Industrie- und Gewerbegebiet am Hafen von Haifa, das zu Haifas flächengrößtem Stadtbezirk Mifratz Chejfa () gehört, dessen Namen von der hebräischen Bezeichnung der Bucht von Haifa herrührt, an deren südöstlicher Küste er sich erstreckt. Der Bahnhof ist mit Sderot haHistadrut 55 () adressiert, wie die hier passierende israelische Haupt-Landesstraße 4 () in diesem Abschnitt heißt.
Die Umgebung ist geprägt von großflächigen Industrien und Gewerbebauten sowie stark frequentierten Verkehrsachsen wie dem Verkehrsknoten Mechlaf Qischon (), wo sich die innerstädtischen Hauptstraßen Sderot haHistadrut und Derech haʿAmaqim () kreuzen, welch letztere als Hochstraße die Merkasit haMifratz überspannt und den Anschluss zur Golfroute (, eigentlich ) zur Umgehung der Qrajot herstellt. Diese Straßenanbindung begünstigte die Anlage des neuen Busterminals 2002.
Geschichte Die weitläufigen, ebenen Flächen in der Umgebung des Bahnhofs, anders als sonst im meist bergigen Haifa, und die passierenden Pendlerströme auf Ausfallstraßen in Richtung Qrajot und Jesreʿel-Ebene begünstigten die Entwicklung großflächiger Einkaufsparks. 1991 eröffnete der Qenjon Lev haMifratz (Einkaufszentrum Herz von Mifratz [Chejfa]), dessen Gebäude sich zwischen der südlich gelegenen Ausfallstraße Sderot haHistadrut, Teil der Haupt-Landesstraße (), und einem nördlich anliegenden Streckenabschnitt der Küstenbahn, den die Palestine Railways zur Abkürzung der Bahnstrecke Haifa–Akko 1932 angelegt hatten, erstreckt.
Die damaligen Eigentümer des Einkaufszentrums Uri Dori, Ampal und Schufersal boten der israelischen Staatsbahn (RI) an, einen neu einzurichtenden Bahnhof am Einkaufszentrum komplett zu bezahlen.
Dieser Bahnhof Lev haMifratz wurde 2001 eröffnet und nach dem damaligen Namen des Einkaufszentrums benannt. Die Kosten von sechs Millionen Schekel wurden privat finanziert.Rachel Henig (), “” (29. August 2001), auf: (Globes); abgerufen am 20. Oktober 2023. Der weiter nördlich gelegene Bahnhof Haifa Chutzot haMifratz entstand zeitgleich ebenfalls auf Initiative und mit Geldern privater Gewerbetreibender.
mini|Fußgängerbrücke mit Aufgang, Rolltreppe und Aufzug am Ostende der Bahnsteige 1 und 2, 2006 Die Firma A. P. Katz () errichtete die ersten Stationsanlagen, die 2001 zunächst nur zwei Seitenbahnsteige (Gleise 1 und 2) und Unterstände zum Schutz vor Sonne und Niederschlag umfasste. Einzigen Zugang gewährte eine über Treppen und Aufzüge erschlossene Fußgängerbrücke über Gleis 1 und 2 am östlichen Ende der Bahnsteige, die direkt ins südlich benachbarte Einkaufszentrums führt. In beiden ist vom straßenwärtigen Eingang her eine Passage mit Bahnschalter und Billettautomaten für Reisende freigehalten, die sie durchs Einkaufszentrum zur Passarelle zu den Gleisen geleitet.
Im Oktober 2001 begann der Bau des angeschlossenen Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB), der zu Beginn des Jahres 2002 in Betrieb ging. Reisende vom und zum neuen ZOB nutzten auch die Bahn, entsprechend wurde der Bahnhof stärker frequentiert. Im Jahr 2001 begann auch die Planung einer Luftseilbahn, um die Universitätscampus von Technion und Universität Haifa und Stadtviertel an Hängen und auf dem Plateau des Karmels an den Bahnhof anzubinden.
mini|2015: Stationstafel mit damaligem Bahnhofsnamen Lev haMifratz an Gleis 2 Nachdem am 16. Juli 2006 im Zweiten Libanonkrieg libanesische Terroristen der Hisbollah Betriebsanlagen am Bahnhof Haifa Merkas mit einer Katjuscha-Rakete getroffen und acht Eisenbahner getötet hatten,Achijjah RaBa"D (), „“ (16. Juli 2006), auf: , abgerufen am 20. Oktober 2023. wurde der Bahnverkehr auf dem Nordabschnitt der Küstenbahn bis zum Kriegsende am 14. August zeitweilig eingestellt. Während das benachbarte Einkaufszentrum nach Eigentümerwechsel und Erweiterung 2008 als Cinemall firmiert,Ilanit Chajut (), “” (24. Juni 2008), auf: (Globes); abgerufen am 20. Oktober 2023. blieb der Stationsname vorerst erhalten. Am 3. Juli 2018 wurde schließlich das aktuelle Empfangsgebäude und der Hochbahnsteig für die neue Jesreʿeltalbahn eröffnet, wobei der der gesamte Verkehrsknoten den neuen Namen Merkasit haMifratz erhielt.
Haifas Merkasit haMifratz ist der erste Bahnhof in Israel, der zwei separate Fernbahnstrecken (Küstenbahn und Neue Jesreʿeltalbahn) bedient. Während des Baus der Neuen Jesreʿeltalbahn von 2012 bis 2016 bestand ein verbindendes Empfangsgebäude noch nicht und für den Hochbahnhof war Lev haMifratz Mizrach (d. h. Ost) als Stationsname im Gespräch. Da das Empfangsgebäude nicht fertiggestellt war, als die Neue Jesreʿeltalbahn am 16. Oktober 2016 den Betrieb aufnahm, fuhren deren Züge einstweilen ohne Halt durch.
Empfangsgebäude Der Baukomplex erstreckt sich über mehrere Ebenen, die barrierefrei verbunden sind. Das Empfangsgebäude liegt über den An- und Abfahrtspuren und den 14 Bussteigen des Busbahnhofs. Die Halle misst etwa 25 Meter in der Breite bei einer niveaugleichen ununterbrochenen Länge von 180 Metern und erstreckt sich in Ost-West-Richtung. Die städtische Firma Yefeh Nof () schuf den Bau zwischen 2016 und 2019 für 300 Millionen NIS ₪.Moscheh Cohen (), „“ (1. Juli 2018), auf: ; abgerufen am 20. Oktober 2023.
mini|250px|Geostetes Schema des Bahnhofs mit Gleisen (schwarz), Passarellen (braun) zu den Bahnsteigen 1 und 2 (grün), Bahnsteig 3 (grün) der Hochbahn, Hochstraße 16px (grau), Empfangsgebäude (beige), dessen Gebäudebrücken (ocker) zu Parkplatz und Einkaufszentrum (blau). HaRakkavlit von 2022 fehlt im Schema noch. Zugänge zur Halle bestehen an deren Südosteck durch den Haupteingang, über Aufgänge, Rolltreppen und Aufzüge von den Bussteigen unter der Westhälfte der Halle, über Gebäudebrücken zum Einkaufszentrum im Osten sowie zu Hochbahnsteig und Westzugang (kurz: , 2018 eröffnet) mit der Talstation der Rakkavlit-Seilbahn. Direkt zur Küstenbahn führt ein weiterer Eingang (kurz: ; Ende 2016 eröffnet) mit Unterführung.NN, “” (Webseite des Bahnhofs), auf: Rakkevet Israel; abgerufen am 24. Oktober 2023. Über Aufgänge, Rolltreppen und Aufzüge im Einkaufszentrum ist die Fußgängerbrücke über die Küstenbahn erreichbar (ohne direkte Verbindung zum erst später gebauten Empfangsgebäude).
mini|250px|Talstation der Rakkavlit (rechts) unter Gleis 3 der Hochbahn, beide durch den westlichen Stationszugang (dreieckig bedacht) verbunden mit dem geschwungen bedachten Westteil des Empfangsgebäudes über dem ZOB, ganz links das Westende der Bahnsteige 1 und 2, 2020 Ende 2017 begann die Rakkevet Israel (RI), die bestehenden Bahnsteige an der Küstenbahn auf 373 Meter zu verlängern (2019 abgeschlossen) für künftig längere elektrisch betriebene Züge und für die anstehende Elektrifikation per Oberleitung vorzubereiten, die von Süden ausgehend im Februar 2023 den Bahnhof Binjaminah erreichte.
Wo nicht schon vorhanden, wurden im Zuge des Ausbaus 2016 bis 2019 außerdem Rolltreppen zu den Bahnsteigen errichtet und zugehörige Technikräume. Außerdem wurde eine 60 Meter lange, weitere öffentliche Fußgängerbrücke über die Küstenbahn ohne direkten Zugang zu Bahnsteigen errichtet, die auch dann offen steht, wenn die Bahnanlagen und ihre Übergänge wegen Betriebsruhe geschlossen sind. Sie erschließt den Bereich nördlich der Küstenbahn, wo bis 2017 ein Parkplatz mit 500 Stellplätzen entstanden ist.NN, “Lev HaMifrats” (9. November 2016), auf: Rakkevet Israel; abgerufen am 20. Oktober 2023. Zudem gibt es einen Behindertenparkplatz vor dem Haupteingang.
Betreiberin der Fernbahnstrecken, die den Bahnhof bedienen, ist die Bahngesellschaft Rakkevet Israel (RI), die Luftseilbahn ha-Rakkavlit betreibt die israelisch-türkische Firma Cable Express (), die städtischen Busse der Metronit bedienen den Verkehrsknoten und Fernbusse verschiedener Busgesellschaften von und nach Galiläa starten und enden im ZOB. Die Gleise der Küstenbahn sind mit 1 und 2 nummeriert und über Außenbahnsteige erschlossen. Der Hochbahnhof weist bislang nur ein Gleis auf mit der Nummer 3, ist aber für ein zweites Gleis ausgelegt.
Bahnverbindungen Von der Merkasit haMifratz sind im Bahnnetz die nächsten Bahnhöfe Haifa Chutzot haMifratz im Norden, Joqneʿam–Kfar Jehoschuʿa im Südosten und im Westen Haifa Merkaz haSchmonah. Vom Bahnhof bestehen Bahnverbindungen von und nach ʿAfula, ʿAkkon, ʿAtlit, Beʾer Scheva, Binjaminah, Beit Scheʾan, Joqneʿam ʿIllit, Karmiʾel, Lod, Modiʿin, Naharijja, Qirjat Gat, Qirjat Motzkin, Ramla und Tel Aviv. Mit 2.984.821 (2019) Passagieren pro Jahr belegte der Bahnhof seinerzeit Rang 15 unter den damals 68 Stationen im Lande.
Linie / Endstationen Verlauf Hellgrüne Linie (3) der RI Strecken (20px-Bahn, Schnellbahn Tel Aviv–Jerusalem, Hauptlinie, HBT-Linie) und Halte Modiʿin – Naharijah: 17 Halte Modiʿin – Merkaz • Paʾatei Modiʿin • Flughafen Ben Gurion • Tel Aviv – haHagannah • Tel Aviv – haSchalom • Tel Aviv – Savidor Merkaz • Tel Aviv – Universsitah • ʿAtlit • Haifa – Chof haKarmel • Haifa – Bat Gallim • Haifa – Merkaz haSchmonah • Haifa – Merkasit haMifratz • Haifa – Chutzot haMifratz • Haifa – Qirjat Chajim • Qirjat Motzkin • ʿAkko • Naharijjah Grüne Linie (4) der RI Strecken (Hauptlinie, J&J-Linie, HBT-Bahn) und Halte Beʾer Scheva – Naharijah: 21 Halte Beʾer Scheva – Merkaz • Beʾer Scheva – Zafon / Universsitah • Lehavim – Rahat • Qirjat Gat • Qirjat Malʾachi – Joʾav • Maskeret Batjah • Ramlah • Lod • Tel Aviv – haHagannah • Tel Aviv – haSchalom • Tel Aviv – Savidor Merkaz • Tel Aviv – Universsitah • Haifa – Chof haKarmel • Haifa – Bat Gallim • Haifa – Merkaz haSchmonah • Haifa – Merkasit haMifratz • Haifa – Chutzot haMifratz • Haifa – Qirjat Chajim • Qirjat Motzkin • ʿAkko • NaharijjahOrange Linie (5) der RI: Strecken (Hauptlinie, J&J-Linie, HBT-Linie, Karmiʾelbahn) und Halte Beʾer Scheva – Karmiʾel: 18 Halte Beʾer Scheva – Merkaz • Beʾer Scheva – Zafon / Universsitah • Qirjat Gat • Lod • Tel Aviv – haHagannah • Tel Aviv – haSchalom • Tel Aviv – Savidor Merkaz • Tel Aviv – Universsitah • Chaderah – Maʿarav • Caesareia–Pardes Channah • Binjaminah • Haifa – Chof haKarmel • Haifa – Bat Gallim • Haifa – Merkaz haSchmonah • Haifa – Merkasit haMifratz • Qirjat Motzkin • Achihud • KarmiʾelBraune Linie (7) der RI: Strecken (Hauptlinie, HBT-Linie, Karmiʾelbahn) und Halte Haifa – Chof haKarmel – Karmiʾel: 9 Halte Haifa – Chof haKarmel • Haifa – Bat Gallim • Haifa – Merkaz haSchmonah • Haifa – Merkasit haMifratz • Haifa – Chutzot haMifratz • Haifa – Qirjat Chajim • Qirjat Motzkin • Achihud • KarmiʾelPurpurne Linie (8) der RI: Strecken (Hauptlinie, Neue Jesreʿeltalbahn) und Halte ʿAtlit–Beit Scheʾan: 9 Halte Atlit • Haifa – Chof haKarmel • Haifa – Bat Gallim • Haifa – Merkaz haSchmonah • Haifa – Merkasit haMifratz • Joqneʿam–Kfar Jehoschuʿa • Migdal haʿEmeq–Kfar Baruch • ʿAfulah • Beit ScheʾanRakkavlit: Strecke (Rakkavlit) und Halte Haifa – Merkasit haMifratz–Universsitat Chejfah: 6 Halte Haifa – Merkasit haMifratz • Check Post • Dori • Technion Merkaz • Technion ʿEljon • Universsitat Chejfah