mini|Tischlerbrücke mit weihnachtlichem Schmuck, Blick von der Berliner Straße nach Norden mini|Blick von der Königshofstraße nach Süden in den nördlichen Teil der Tischlerbrücke Die Tischlerbrücke war eine Straße in Magdeburg im heutigen Sachsen-Anhalt. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Straße aufgegeben und überbaut.
Lage und Verlauf Die Straße befand sich in der Magdeburger Altstadt. Sie begann an der Berliner Straße gegenüber der Einmündung der Goldschmiedebrücke, dem heutigen Nordteil der Regierungsstraße und verlief dann in nördlicher Richtung, parallel zum westlich gelegenen Breiter Weg. Von Westen mündete die Judengasse, von Westen die Dreienbrezelstraße ein. Im Norden endete die Tischlerbrücke an der Königshofstraße. Nach Norden schloss sich die Schuhbrücke an.
Die Hausnummerierung verlief von der Nummer 1 an der südöstlichen Ecke aufwärts entlang der Ostseite. Nach der Nummer 7 ging nach Nordosten die Dreienbrezelstraße ab. Die Nummerierung verlief dann von der Nummer 8 bis zur Nummer 17 weiter auf der Ostseite. Auf der Westseite begann dann mit der Nummer 18 der weitere Verlauf nach Süden. Nach der Nummer 30 mündete die Judengasse ein, mit der Nummer 36 endete die Nummerierung dann wieder an der Berliner Straße.
Heute befindet sich an dieser Stelle der westliche Teil des Allee-Centers, der von Süden in Verlängerung der Regierungsstraße, etwas nach Nordwesten tendierend, durchschnitten würde und im Norden knapp die Ernst-Reuter-Allee erreichen würde.
Geschichte Ursprünglich war der Straßenzug Teil der Goldschmiedebrücke. Sie wurde erstmalig 1552 mit diesem Namen erwähnt, der auf das Innungshaus der Goldschmiede zurückging, das sich an der Adresse Goldschmiedebrücke 4 befand. Der Namensbestandteil Brücke war in Magdeburg üblich für die ersten im Mittelalter gepflasterten Straßen. Sie hatten in der Mitte der Straße einen mit Steinplatten belegten Bürgersteig. Die Goldschmiedebrücke schloss sich nördlich an die Regierungsstraße an und verlief bis zur Königshofstraße. Später trat dann der Name Tischlerbrücke für den nördlichen Teil der Straße zwischen Dreienbrezelstraße und Königshof auf, da hier diverse Tischler wohnten. Diese Unterteilung wurde dann auch 1632 von Otto von Guericke so vorgenommen. Noch bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts waren jedoch auch für den Nordteil beide Namen gebräuchlich. Bei der erstmaligen Anbringung von Straßenschildern im Jahr 1755, war die Tischlerbrücke ab der Dreienbrezelstraße ausgewiesen. In den nächsten Jahrzehnten dehnte sich der Gebrauch des Namens Tischlerbrücke jedoch auch auf den südlichen Abschnitt bis zur Berliner Straße aus. Seit 1798 war dies dann ständig der Fall.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 154 f.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Bereich stark zerstört. In der Zeit der DDR wurde die Straße nicht wieder aufgebaut, sondern war unbebaut Teil des Zentralen Platzes. In den 1990er Jahren wurde auf der Fläche dann das Allee-Center errichtet.
Historische Häuser der Tischlerbrücke