Všeruby (deutsch Wscherau, auch Scherau) ist eine Stadt in der Pilsner Region in Tschechien mit 1.017 Einwohnern (1. Januar 2004).

Geographie mini|links|Martinsberg mit St. Martinskapelle und Wohnhäusern am Hang Die Stadt liegt in Westböhmen am Fuße des 464 m hohen Martinova hora (Martinsberg), etwa 15 km nordwestlich von Pilsen. Sie hat eine Katasterfläche von 33,16 km².

Gemeindegliederung Zur Stadt Všeruby gehören die Ortsteile Chrančovice (Chräntschowitz), Chrástov (Chrast), Klenovice (Klenowitz), Kokořov (Kokorow), Popovice (Poplowitz) und Radimovice (Radlowitz).

Nachbargemeinden

Geschichte mini|Pfarrkirche zum Heiligen Geist mini|Sankt-Martins-Kapelle mini|Grabsteine auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof Erste urkundliche Nachweise stammen aus dem Jahre 1175 und belegen den Bau der Kirche des Hl. Martin und einer Burg. 1197 wurden als Besitzer der Burg die Brüder Hrdibor und Vicemil, Verwandte des seligen Hroznata, genannt. 1269 war der Richter des Pilsner Kreises, Drslav, Burgherr. Ab 1385 gehörte die Burg Guta von Guttenstein. Die Guttensteiner hielten den Besitz bis in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Burg fiel im 16. Jahrhundert wüst. Bis zur Aufhebung der Patrimonialherrschaften im Jahre 1848 gehörte Všeruby zur Herrschaft Kunějovice.

Die Heiliggeistkirche in Wscherau hatte bereits 1384, 1386 und 1411 einen eigenen Pfarrer; sie wurde 1826 teilweise erneuert. Die Sankt-Martins-Kapelle trägt die Jahreszahl 1684 und wurde 1775 erneuert.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Wscherau, bis dahin ein Teil Österreich-Ungarns, der neu geschaffenen Tschechoslowakei zugeschlagen. Aufgrund des Münchner Abkommens kam der Ort 1938 zum Deutschen Reich und gehörte bis 1945 zum Landkreis Mies, Regierungsbezirk Eger, im Reichsgau Sudetenland. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die deutschen Einwohner vertrieben. Infolge des Bevölkerungsrückgangs und des damit einhergehenden wirtschaftlichen Niedergangs ging das Stadtrecht verloren.

Am 29. Februar 2012 wurde Všeruby wieder zur Stadt erhoben.

Demographie Bis 1945 war Wscherau überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die vertrieben wurden. + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1785 k. A. 118 HäuserJaroslaus Schaller: Topographie des Königreichs Böhmen. Band 9: Pilsner Kreis. Prag 1788, S. 202, Ziffer 3). 1830 990 in 165 HäusernCarl Eduard Rainold: Reise-Taschen-Lexikon für Böhmen. Prag 1835, S. 655.1835 1104 meist deutsche Einwohner, in 169 Häusern, zehn davon von Israeliten bewohntJohann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 6: Pilsner Kreis. Prag 1838, S. 351–352, Ziffer 3.1921 1051 davon 866 deutsche EinwohnerGenealogie-Netz Sudetenland1930 1058 1939 934

+ Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs Jahr 2004 2011 2017 Einwohner 1017 1183 1402

Sehenswürdigkeiten Gotische Heiliggeist-Pfarrkirche aus dem 14. Jahrhundert Sankt-Martins-Kapelle auf dem Friedhof am Martinsberg, zuerst errichtet 1175; sie trägt die Jahreszahl 1684 und wurde 1775 erneuert. Gräben und Wälle der ehemaligen Burganlage bei der Sankt-Martins-Kapelle auf dem Martinsberg

Bekannte Bürger Franz Metzner (1870–1919), österreichischer Bildhauer Josef Eisenmeier (1871–1926), österreichischer Philosoph, Psychologe, Hochschullehrer, Philologe und Schriftsteller Augustin Popp (1873–1943), Pseudonym Heinrich Suso Waldeck, österreichischer Schriftsteller Alfred Görgl (1908–2002), Lehrer und Lyriker Franz Penkert (1912–1999), Redemptoristen-Pater Carola Braunbock (1924–1978), deutsche Schauspielerin Klaus-Peter Köhler (* 1943), deutscher Politiker

Weblinks

Website der Gemeinde auf vseruby-mesto.cz.

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1175