mini|hochkant|Juri Dud, 2018

Juri Alexandrowitsch Dud (, wiss. Transliteration Jurij Aleksandrovič Dud'; * 11. Oktober 1986 in Potsdam) ist ein russischer Journalist, Videoblogger und Dokumentarfilmer sowie ehemaliger Fernseh- und Hörfunkmoderator.

Leben Dud wurde in Potsdam, DDR, geboren. Sein Vater Alexander Petrowitsch Dud (geb. 1957) war Militärwissenschaftler und Dozent an der Moskauer Bauman-Universität. Seine Mutter Anna Stepanowna Dud (geb. 1957) war Chemielehrerin. Dud sagt von sich, er sei „der Herkunft nach Ukrainer und dem Gefühl nach Russe“.

1990 zog die Familie nach Moskau um, wo Dud zur Schule ging. Bereits als Kind spielte er Fußball, verzichtete später jedoch aus gesundheitlichen Gründen auf eine Profikarriere. Bereits in früher Jugend begann er sich für Sportjournalismus zu interessieren.

Ab 2001 war er freier Sportjournalist für die Iswestija. Von 2003 bis 2006 war er angestellter Mitarbeiter bei der Zeitung.

In den Jahren 2006 bis 2007 arbeitete er für die Zeitschrift PROsport und veröffentlichte gleichzeitig (bis März 2007) in der Zeitung Wedomosti.

2008 schloss er die Fakultät für Journalismus der Moskauer Staatlichen Universität ab.

Vom April 2011 bis Januar 2012 arbeitete er als Sonderkorrespondent und Kommentator in der Sportredaktion von NTW Plus. Im Herbst 2011 wurde er zum Chefredakteur und 2018 zum stellvertretenden Generaldirektor eines Sportportals.

Am 7. Februar 2017 startete Dud den YouTube-Kanal wDud, auf dem er bekannte (überwiegend russischsprachige) Persönlichkeiten interviewt.YouTube-Kanal wDud (Zugriff: 25. Oktober 2023) 2019 positionierte das Portal Russia Beyond Dud auf Platz acht der zehn einflussreichsten russischen YouTuber.Victoria Ryabikova, „10 most influential YouTubers“, auf Russia Beyond, 4. November 2019, in englischer Sprache (Zugriff: 27. Oktober 2023)

Im Februar 2022 verurteilte er öffentlich den Einmarsch Russlands in die Ukraine und verließ Russland.Tatjana Orlonskaja, „Kuda ujechal Dud ...“, auf wordyou.ru, 24. Juni 2022, in russischer Sprache (Zugriff: 27. Oktober 2023)

2022 wurden Beiträge auf wDud in Belarus als extremistisch eingestuft. Im April 2022 wurde Dud vom russischen Justizministerium in das Register der „ausländischen Agenten“ aufgenommen.Bericht des Nachrichtenportals RBK vom 15. April 2022, in russischer Sprache (Zugriff: 27. Oktober 2023)

Im Juli 2022 wurde Dud von einem Moskauer Gericht wegen „Homosexuellen-Propaganda“ zu einer Geldstrafe verurteilt.SPIEGEL-Bericht vom 12. Januar 2022 (Zugriff: 27. Oktober 2023)

Familie Dud ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Interviewpartner auf wDud (Auswahl) Journalisten: Sergei Dorenko, Katerina Gordejewa, Jelena Kostjutschenko, Dmitri Muratow, Leonid Parfjonow, Wladimir Posner, Alexej Wenediktow Medienschaffende: Alexander BaunowAlexander Baunow: „Nicht Russland ist populär, sondern Putin als Gegenspieler des Westens“, gekürzte deutsche Übersetzung vom 6. Oktober 2022 (Zugriff: 27. Oktober 2023), Pawel Kostomarow, Alexei Serebrjakow, Kirill Serebrennikow, Jana Trojanowa Politiker: Alexei Nawalny, Ilja Jaschin, Wladimir Schirinowski Rapper: Basta, Face, Ligalize, Noize MC, Pharaoh Rockmusiker: Juri Julianowitsch Schewtschuk, Sergei Schnurow Schriftsteller: Boris Akunin, Dmitri Gluchowski, Alexei Iwanow Unternehmer: Michail Chodorkowski

Für große Aufmerksamkeit sorgten Interviews mit regierungsnahen Medienschaffenden, etwa dem Fernsehmoderator Dimitri Kisseljow, dem Schauspieler und Moderator Oskar KutscheraIrina Rastorgujewa, „Bekenntnisse eines Putinisten“, FAZ vom 25. Januar 2023 (Zugriff: 27. Oktober 2023) oder dem Regisseur Nikita Michalkow.

Dokumentarfilme (Auswahl) 2022: Tschelowek wo wremja woiny (Man during war)Man during war auf YouTube, russisch mit zuschaltbaren englischen Untertiteln (Zugriff: 25. Oktober 2023) 2021: Potschemu w Rossii pytajut (Why They Torture People in Russia)Why They Torture People in Russia auf YouTube, russisch mit zuschaltbaren englischen Untertiteln (Zugriff: 25. Oktober 2023) 2020: WITsch w Rossii (HIV in Russia)HIV in Russia auf YouTube, russisch mit zuschaltbaren englischen Untertiteln (Zugriff: 25. Oktober 2023) 2019: Kolyma – rodina naschewo stracha (Kolyma – Birthplace of Our Fear)Kolyma – Birthplace of Our Fear auf YouTube, russisch mit zuschaltbaren englischen Untertiteln (Zugriff: 25. Oktober 2023)Juri Dud: Kolyma – Heimat unserer Angst Trailer auf YouTube, russisch mit deutschen Untertiteln (Zugriff: 27. Oktober 2023) 2019: Beslan. Pomni (Beslan. Remember)Beslan. Remember auf YouTube, russisch mit zuschaltbaren englischen Untertiteln (Zugriff: 25. Oktober 2023)

Literatur Nikolay N. Podosokorsky, „Evolution of Yury Dud: From a Popular Video Blogger to a Public Figure“, in: Nauka telewidenija (The Art and Science of Television), Nr. 16/4, 2020Artikel als PDF, in russischer Sprache (Zugriff: 27. Oktober 2023)

Weblinks

https://yurij-dud.ru/, offizieller Webauftritt (in russischer Sprache, letzter Zugriff: 27. Oktober 2023) wDud, offizieller YouTube-Kanal (in russischer Sprache, letzter Zugriff: 26. Oktober 2023) Juri Dud, Kurzporträt von Eva Binder auf dekoder.org (letzter Zugriff: 26. Oktober 2023)

Einzelnachweise

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