Die Heimliche Rechenschaft (Originaltitel Hemelik rekenscop) war ein zwischen 1401 und 1406 erstellter Rechenschaftsbericht über die Verwaltung der Stadt Braunschweig und die erfolgte Umstrukturierung des Rates, der vermutlich von dem damaligen Großen Bürgermeister Herman von Vechelde angefertigt wurde.

Hintergrund Die Heimliche Rechenschaft entstand in der Folge der Großen Schicht Nachdem es dem Rat der Stadt in den ersten Jahren des 15. Jahrhunderts endlich gelungen war die finanzielle Notlage der Stadt, die als Ursache für den Aufruhr im Jahr 1374 galt, und auch die Verwaltung neu organisiert hatte, kamen um 1401 einige der älteren Männer des neuen Rates und der Ratsgeschworenen zusammen, um die Ereignisse nach ihren eigenen Erinnerungen und Aufzeichnungen darzulegen und zu überliefern. Dabei wurde auf den alten, durch den Aufstand vertriebenen, Rat eingegangen und Warnungen an die nachfolgenden Geschlechter erarbeitet, um ihnen zu verdeutlichen, welche Mühen, Opfer und Reformen notwendig wurden, um die Stadt aus ihrer finanziellen Not und Verschuldung nach 1374 wieder herauszuführen. Die so entstandene Hemelik rekenscop wurde im Jahr 1406 vollendet (einige Nachträge wurden später auf extra dafür frei gelassenen Seiten ergänzt). Diese Schrift sollte anschließend in dreijährigem Rhythmus bei der Erneuerung des „dreifältigen Rates“ vorgelesen werden. Das Original der Heimlichen Rechenschaft ging verloren. Es existierten drei vom Rat der Stadt in Auftrag gegebene Abschriften, die 1406 angefertigt wurden. Von diesen blieb nur ein Exemplar erhalten, das Ludwig Hänselmann wie folgt beschrieben hat:

Der Name wurde vermutlich gewählt, da der Inhalt des Buches nur einem bestimmten Personenkreis von auserwählten Ratsmitgliedern (hier insbesondere dem Küchenrat) vorbehalten war.

Inhalt In insgesamt vier Büchern wurden die Ursachen dargelegt, die zum Unglück und der Verschuldung der Stadt geführt hatten. Es wird von der Großen Schicht 1374 berichtet und über die bedrückenden Maßnahmen und Schäden, die diese zur Folge hatte. Ferner wird erläutert welche Mittel aufgewendet werden mussten, um die enorme Schuldenlast der Stadt zu bewältigen und darüber, was letztlich zum erfolgreichen Gelingen bis hin zum Jahr 1406 führte. Ausführlich werden die Unterschiede der damaligen Schuldenlast zu den Verhältnissen vor der Schicht geschildert. Zudem werden die Besitzungen der Stadt und die noch vorhandenen Mittel zur Befriedigung der noch übrigen Gläubiger aufgelistet. In einem Anhang wird über den Erwerb der städtischen Mühlen und die Ablösung der davon zu entrichten Zinse berichtet. Ein Buch ähnlichem Inhalts ist das Gedenkbuch des Stadtschreibers Hans Porner, das 1417 begonnen wurde.

Ausgaben

Literatur Joachim Ehlers: Historiographie, Geschichtsbild und Stadtverfassung im spätmittelalterlichen Braunschweig. In: Manfred R. W. Garzmann (Hrsg.): Rat und Verfassung im mittelalterlichen Braunschweig. Festschrift zum 600jährigen Bestehen der Ratsverfassung 1386–1986. (= Braunschweiger Werkstücke. Band 64). Braunschweig 1986, S. 99–134. Heinrich Mack: Beiträge zur Finanzgeschichte der Stadt Braunschweig im XIII. und XIV. Jahrhundert. Koebner, Breslau 1889 (= Dissertation, leopard.tu-braunschweig.de PDF). Norman-Mathias Pingel: Die Heimliche Rechenschaft. In:

Weblinks Rekenscop, Hemelik (Heimliche Rechenschaft) Repertorium Fontium 9, 483 geschichtsquellen.de (Bearbeitungsstand: 10. September 2019)

Einzelnachweise

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