alt=Porträt Jim Caviezel|mini|Jim Caviezel (2013) James Patrick „Jim“ Caviezel Jr. (* 26. September 1968 in Mount Vernon, Washington) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, der vor allem für seine Rolle als John Reese in der Fernsehserie Person of Interest sowie für seine Darstellung des Jesus von Nazareth in der Passion Christi bekannt ist.
Leben Caviezel wuchs in seinem Geburtsort Mount Vernon im Bundesstaat Washington auf und hat vier Geschwister.
Caviezel begeisterte sich bereits früh für Religion, aber auch für Sport, insbesondere für Basketball. 1984 besuchte Caviezel die Mount Vernon High School, wechselte nach zwei Jahren an die O’Dea High School und zog bald zu Freunden seiner Familie. Noch im selben Frühjahr ging er dann auf die Burien Kennedy High School in Seattle, um für das dortige Basketball-Schulteam zu spielen, und wurde dort zum Mr. Prettiest Eyes gekürt.
1987 immatrikulierte sich der Linkshänder Caviezel am Bellevue Community College, wurde später Mitglied der Studentenverbindung Sigma Chi und dort ebenfalls in das Basketball-Team des Colleges aufgenommen. Eine Fußverletzung beendete im zweiten Studienjahr seine Basketball-Karriere und den Traum, eines Tages in der US-amerikanischen Basketball-Profiliga spielen zu können. Seitdem verlagerte Caviezel sein Interesse auf die Schauspielerei und wechselte später an die University of Washington. Außerdem wurde er Anhänger der Minnesota Vikings, eines Vereins, der der amerikanischen American-Football-Profiliga (NFL) angehört. 1990, im Jahr nach seiner Minirolle in My Private Idaho, zog er nach Los Angeles in das Haus eines Professors der University of Southern California und arbeitete zwischen den College-Vorlesungen als Kellner in einem Strandrestaurant.
Caviezel steht dem traditionalistischen Katholizismus nahe und ist Mitglied der verschwörungstheoretisch-rechtsextremistischen Gruppe QAnon. Er unterstützte mehrfach in Wahlkämpfen Kandidaten der Republikanischen Partei, wie etwa den für seine christlich-fundamentalistischen Ansichten bekannten Rick Santorum. 2006 sorgte Caviezel für Aufsehen, als er sich in einem Wahlkampfspot gegen Stammzellenforschung aussprach und dabei eine kryptische aramäische Äußerung tätigte, die mit „Ihr betrügt den Menschensohn mit einem Kuss“ übersetzt wurde. Dies wurde so interpretiert, dass Caviezel den Befürwortern der Stammzellenforschung vorwirft, mit ihrer Forschung unter Vorspiegelung menschenfreundlicher Haltung Gottes Schöpfung zu betrügen. Als Caviezel den Film Sound of Freedom über Menschenhandel in Lateinamerika drehte, verbreitete er auf einer Veranstaltung von streng religiösen US-Amerikanern die Behauptung bzw. Verschwörungserzählung, dass Sklavenkinder mitunter ausgeblutet werden, um Adrenochrom zu gewinnen. Er merkte an, nie Augenzeuge dessen gewesen zu sein.
Privat
James Caviezel heiratete 1996 die Lehrerin Kerri Browitt. Im Jahr 2007 adoptierte das Ehepaar einen chinesischen Jungen, Bo, und später auch ein Mädchen, LeLe. Mittlerweile hat das Paar ein drittes Kind aus China adoptiert.
Filmkarriere 1990 erhielt Caviezel seine erste Rolle als italienischer Ticketverkäufer in dem Independent-Film My Private Idaho, indem er beim Casting erzählte, er sei ein gerade eingewanderter Italiener. Ebenfalls Anfang der 1990er Jahre nahm Caviezel an einem Casting für die Fernsehserie Melrose Place teil, da er dachte, dass ihn dies in Hollywood bekannter machen würde. Er wurde abgelehnt und bekam keine Rolle in der Serie.
Nach kleineren Nebenrollen etwa in The Rock – Fels der Entscheidung und Die Akte Jane erhielt er in Terrence Malicks Kriegsepos Der schmale Grat (1998) überraschend die Hauptrolle. Zahlreiche etablierte Hollywoodstars übernahmen Nebenrollen in dem Film. Nach diesem Durchbruch wurde Caviezel für diverse namhafte Hollywoodproduktionen gecastet, etwa Ang Lees Ride with the Devil, Gregory Hoblits Frequency an der Seite von Dennis Quaid und 2001 auf Empfehlung von Jennifer Lopez in Angel Eyes. 2002 spielte er Edmond Dantes in der Romanverfilmung Monte Cristo, wofür er zahlreiche positive Kritiken erhielt. 2003 war er an der Seite von Robin Williams in The Final Cut zu sehen.
2004 übernahm er die Rolle des Jesus von Nazaret in Mel Gibsons Film Die Passion Christi. Caviezel, ein Bewunderer Mel Gibsons, sagte im Mai 2004 in einem Interview in der San Diego Union Tribune über diesen: „Mit Mel zu arbeiten ist wie Walzer tanzen mit einem tropischen Wirbelsturm. Er ist ein großartiger Mensch und zudem ein begnadeter Künstler“. Das umstrittene, aber kommerziell erfolgreiche Filmprojekt sowie Caviezels hohe Identifikation mit ihm wirkten sich in der Folge negativ auf seine Karriere aus. Der zuvor sehr gefragte Darsteller erhielt weniger Rollenangebote. Caviezel sagte später, dies geahnt, aber in Kauf genommen zu haben.
Weitere Projekte waren in der Folge noch Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit (2006), in dem Caviezel eine Nebenrolle bekleidete, und der Fantasyfilm Outlander (2008), der jedoch in den USA nur von wenigen Kinos ins Programm genommen und zu einem finanziellen Misserfolg wurde. 2009 wirkte Caviezel in der Fernsehproduktion The Prisoner – Der Gefangene mit, und ab 2011 verkörperte er sechs Jahre die Hauptrolle des ehemaligen CIA Special Activities Division Operator John Reese in der Serie Person of Interest.
Der Film Sound of Freedom ist nach Die Passion Christi für Caviezel eigenen Angaben zufolge der bedeutendste Film, an dem er mitwirkte.
Filmografie (Auswahl) 1991: My Private Idaho – Regie: Gus Van Sant 1992: Wunderbare Jahre (The Wonder Years, Fernsehserie, Folge 5x17) 1992: Ihr größter Coup (Diggstown) – Regie: Michael Ritchie 1994: Wyatt Earp – Das Leben einer Legende (Wyatt Earp) – Regie: Lawrence Kasdan 1994: Mord ist ihr Hobby (Murder, She Wrote, Fernsehserie, 1 Folge) 1995: Children of the Dust – Regie: David Greene 1996: Ed – Regie: Bill Couturié 1996: The Rock – Fels der Entscheidung (The Rock) – Regie: Michael Bay 1997: Die Akte Jane (G.I. Jane) – Regie: Ridley Scott 1998: Der schmale Grat (The Thin Red Line) – Regie: Terrence Malick 1999: Ride with the Devil – Regie: Ang Lee 2000: Frequency – Regie: Gregory Hoblit 2000: Das Glücksprinzip (Pay It Forward) – Regie: Mimi Leder 2001: Angel Eyes – Regie: Luis Mandoki 2002: Monte Cristo (The Count of Monte Cristo) – Regie: Kevin Reynolds 2002: High Crimes – Im Netz der Lügen (High Crimes) – Regie: Carl Franklin 2002: Terrence Malick: Rosy-Fingered Dawn – Regie: Luciano Barcaroli, Carlo Hintermann, Gerardo Panichi & Daniele Villa 2003: The Final Cut – Dein Tod ist erst der Anfang (The Final Cut) – Regie: Omar Naim 2003: Highwaymen – Regie: Robert Harmon 2003: Ich, David (I Am David) – Regie: Paul Feig 2004: Die Passion Christi (The Passion of the Christ) – Regie: Mel Gibson 2004: Bobby Jones – Die Golflegende (Bobby Jones: Stroke of Genius) – Regie: Rowdy Herrington 2004: The Big Question – Regie: Francesco Cabras & Alberto Molinari 2005: Madison – Regie: William Bindley 2006: Unknown – Regie: Simon Brand 2006: Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit (Déjà Vu) – Regie: Tony Scott 2008: Outlander – Regie: Howard McCain 2008: Long Weekend – Regie: Jamie Blanks 2008: Die Steinigung der Soraya M. (The Stoning of Soraya M.) – Regie: Cyrus Nowrasteh 2009: The Prisoner – Der Gefangene (The Prisoner, Fernsehserie, 6 Folgen) 2011–2016: Person of Interest (Fernsehserie) 2012: Transit – Regie: Antonio Negret 2013: Escape Plan – Regie: Mikael Håfström 2013: Savannah – Regie: Annette Haywood-Carter 2014: When the Game Stands Tall – Regie: Thomas Carter 2017: The Ballad of Lefty Brown – Regie: Jared Moshe 2018: Paulus, der Apostel Christi (Paul, Apostle of Christ) – Regie: Andrew Hyatt 2019: Infidel – Regie: Cyrus Nowrasteh 2022: Sound of Freedom – Regie: Alejandro Monteverde
Weblinks
Informationen zum Film Unknown
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Vereinigte Staaten) Kategorie:Vertreter einer Verschwörungstheorie Kategorie:Korporierter (Sigma Chi) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1968 Kategorie:Mann