Sporgeln ist der Name eines untergegangenen Ortes in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)). Ein russischer Name ist nicht bekannt. Die Ortsstelle liegt im Gebiet des Munizipalkreises Rajon Prawdinsk (Stadtkreis Friedland).
Geographische Lage Die Ortsstelle Sporgelns liegt östlich des Flüsschens Zaprudnaja () in der südlichen Mitte der Oblast Kaliningrad, zehn Kilometer westlich der früheren Kreisstadt (bis 1927) und heutigen Rajonshauptstadt Friedland () bzw. 22 Kilometer nördlich der Kreisstadt (1927 bis 1945 und ab 1945) Bartenstein (heute polnisch Bartoszyce).
Geschichte Im Jahre 1414 wurde Sporgeln als Spurien erstmals urkundlich erwähnt.Dietrich Lange: Sporgeln, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Es handelte sich um ein Vorwerk, das später zur Landgemeinde wurde und als solche im Jahre 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk Schloss Domnau (russisch Domnowo) im ostpreußischen Kreis Friedland eingegliedert wurde.Rolf Jehke: Amtsbezirk Schloß Domnau/Groß Klitten
Am 14. November 1895 verlor Sporgeln seine Eigenständigkeit und wurde in den Gutsbezirk WoopenKein russischer Name bekannt eingegliedert. Der Gutsbezirk Woopen nun aber schloss sich am 30. September 1928 mit dem Gutsbezirk Groß Klitten (russisch Tscherjomuchowo) zur Landgemeinde Groß Klitten zusammen. Diese wiederum kam am 4. Mai 1930 zum gleichnamigen Amtsbezirk, nach dem der Amtsbezirk Schloss Domnau den Namen „Groß Klitten“ erhalten hatte.
In Kriegsfolge kam 1945 das gesamte nördliche Ostpreußen zur Sowjetunion, die es der Oblast Kaliningrad zuordnete. Für Sporgeln lässt sich kein russischer Name ausmachen, wohl weil der Ort nicht wieder oder kaum besiedelt worden ist. Er gilt heute als Wüstung. Die Ortsstelle gehört heute zum russischen Rajon Prawdinsk (Stadtkreis Friedland).
Religion Christentum
Bis 1945 war Sporgeln in die evangelische Kirche DomnauWalther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 456 (russisch Domnowo) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union, außerdem in die römisch-katholischen Kirche Tapiau (russisch Gwardeisk) eingepfarrt.
Verkehr Die kaum noch wahrnehmbare Ortsstelle von Sporgeln bildet den Endpunkt einer Nebenstraße, die bei Roschtschino () von der kommunalen Straße 27K-133 in westlicher Richtung abzweigt.
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1414 Kategorie:Ort in Ostpreußen Kategorie:Wüstung in der Oblast Kaliningrad Kategorie:Ort im Rajon Prawdinsk