miniatur|Einmündung der Kleinen Junkerstraße (links des alten Hauses Johannisbergstraße 3) auf die Johannisbergstraße, Blick Bereich vor der Johanniskirche nach Süden, vor 1874 mini|Kleine Junkerstraße auf einem Stadtplan aus der Zeit um 1885, Karte nicht eingenordet, Norden ist rechts, rechts sind das Rathaus und die Johanniskirche zu erkennen. mini|Kleine Junkerstraße, vermutlich Blick aus dem Hauseingang zwischen Nummer 1 (links) und 2 (rechts) nach Norden, links die Abzweigung in Richtung Große Junkerstraße, an der Ecke links wohl Werbung der Milchhandlung Herms, rechts (nur als schwache Absenkung des Bordsteins erkennbar) die Einmündung des Trommelsbergs; vor 1939 Die Kleine Junkerstraße war eine Straße in Magdeburg im heutigen Sachsen-Anhalt. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Straße aufgegeben.

Lage und Verlauf Die Straße befand sich in der Magdeburger Altstadt. Sie begann gegenüber der südwestlichen Ecke der Sankt-Johannis-Kirche, wo sie von der Johannisbergstraße nach Süden abging. Fast an ihrem Ende mündete von Osten der Trommelsberg ein. Dort bildete die Kleine Junkerstraße einen kleinen Platz und bog nach Westen ab, wo sie auf die Große Junkerstraße einmündete, die bis dahin in nur geringer Entfernung parallel zur Kleinen Junkerstraße verlaufen war.

Die Hausnummerierung verlief beginnend mit der Nummer 1 von der südwestlichen Ecke zur Großen Junkerstraße aufwärts zunächst nach Osten und dann auf der Ostseite nach Norden. Zwischen der Nummer 2 und 3 mündete der Trommelsberg ein. Die Nummerierung lief dann bis zur Nummer 10. Das Eckhaus gehörte bereits zur Johannisbergstraße. Auf der Westseite gegenüberliegend befand sich als Eckhaus der ebenfalls zur Johannisbergstraße gehörige Artushof. Auf der Westseite lief südlich daran anschließend die Nummerierung mit 11 beginnend nach Süden. Die Nummer 12 war das Eckhaus an der Abbiegung nach Westen, die Nummer 13 war das nördliche Eckhaus an der Einmündung auf die Große Junkerstraße.

Heute befindet sich an dieser Stelle in etwa der südlich der Johannisbergstraße verlaufende Teil der Jakobstraße. Der Bereich der ehemaligen Kleinen Junkerstraße quert die heutige Ernst-Reuter-Allee und mündet dann auf deren Südseite, etwas östlich des Allee-Centers auf den Bereich der ebenfalls nicht mehr bestehenden Großen Junkerstraße ein.

Geschichte Erstmals wurde 1631 für die Straße der Name Junkerstraße erwähnt. Er könnte auf die Stadtjunker verweisen, die möglicherweise in diesem Bereich lebten. Hierbei handelte es sich um erzbischöfliche, adlige Dienstfamilien, die vor der Einführung der bürgerlichen Selbstverwaltung im Regiment der Stadt saßen. Diese Deutung würde allerdings darauf verweisen, dass der Name bereits erheblich älter sein müsste und bereits auf eine Situation aus der Zeit vor 1200 verweist. Die Unterscheidung zwischen Großer und Kleiner Junkerstraße wurde erst seit etwa 1660 gemacht. Da die Kleine Junkerstraße die ältere Straße mit dieser Bezeichnung war, wurde sie zunächst als Große Junkerstraße bezeichnet und die spätere Große Junkerstraße dementsprechend als Kleine Junkerstraße. In der Zeit ab 1750 empfand man diese, den tatsächlichen Größenverhältnissen widersprechende Benennung als unpassend, so dass die Namen getauscht wurden. Seit dieser Zeit war der Name Kleine Junkerstraße gebräuchlich.Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 210

An der Einmündung der Kleinen Junkerstraße auf die Große Junkerstraße befand sich eine kleine platzartige Erweiterung. Sie trug in der letzten Zeit keinen gesonderten Name. Bis um die Zeit um 1700 wurde der Platz jedoch als Trommelsberg bezeichnet. Diesen Namen erhielt später die nach Osten abgehende Straße Trommelsberg. Zum Teil wurde nur die Bezeichnung der Plan verwendet. Noch Ende des 19. Jahrhunderts fand sich auch die Bezeichnung Junkerplatz. Der Platz war zeitweise klar viereckig gefasst und wurde erst bei Wiederaufbau nach einem Brand Anfang des 19. Jahrhunderts so nach Westen erweitert, dass die klare platzartige Umgrenzung verloren ging.

1831/1832 wohnten in der Straße 193 Menschen in 13 Gebäuden.Julia Saborowski, Sabine Ullrich, STÄDTEBAULICH-HISTORISCHE ANALYSE ZUM „PRÄMONSTRATENSERBERG“ MAGDEBURG auf otto-beteiligt.de, 2023, Seite 65

1939/1940 wurden die Gebäude Kleine Junkerstraße 4 bis 10 für den Bau eines Luftschutzbunkers abgerissen.Günter Hammerschmidt, Häuser mit Hauszeichen in der ehemaligen Altstadt von Magdeburg, Magdeburg 2004, Seite 155

Während des Zweiten Weltkriegs wurde auch der Bereich der Kleinen Junkerstraße schwer zerstört. In der Zeit der DDR erfolgte ein Wiederaufbau der Innenstadt, der sich in weiten Teilen nicht an die historische Stadtstruktur hielt. Die Kleine Junkerstraße wurde dabei aufgegeben und Teil einer ausgedehnten Grünfläche bzw. durch veränderte neue Straßenzüge der Jakobstraße und der damaligen Wilhelm-Pieck-Allee (heutige Ernst-Reuter-Allee) überbaut.

Historische Häuser der Kleinen Junkerstraße