mini|Martinskirche Neckartenzlingen Die evangelische Martinskirche steht in Neckartenzlingen im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Nürtingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Geschichte Im Konstanzer Zehntregister wird 1275 erstmals eine Kirche urkundlich erwähnt. Kirchenschiff und Chor des heutigen Gotteshauses wurden bis 1487 neu errichtet, die Fertigstellung des Kirchturms erfolgte erst 1518. Dies steht gesichert fest, seit 2012 durch dendrochronologische Untersuchungen festgestellt wurde, dass das Holz für den Dachstuhl des Langhauses aus der Winterfällung 1485/86 und das Holz für den Turm aus der Winterfällung 1517/18 stammt. Die als Rechtecksaal gebaute Kirche hat vor allem im Chorraum eine sehenswerte Ausstattung mit einem Netzrippengewölbe über Maskenkonsolen. Die Schlusssteine sind mit Bildern des Heiligen Martin und der Maria mit dem Jesuskind versehen.
1735 wurden drei hölzerne Emporen eingebaut und die Kassettendecke erneuert. 1863 erhielt die Kirche eine neue Orgel. 1928 wurde der Innenraum umgestaltet. 1969 wurde die Martinskirche unter Leitung von Architekt Johannes Wetzel (1926–2006) renoviert.Vita und Werk siehe 2012 erfolgte eine umfassende Innenrenovierung.
Ausstattung Die Kirche diente von 1581 bis 1611 als Grablege der Adelsfamilie Spengler von und zu Neckarburg vom Ritterkanton Neckar-Schwarzwald. Im Chor sieht man die Epitaphien von Hans Jakob († 1581) und Maria Spengler († 1562) sowie ihrer Töchter Maria Jakobe, Maria Magdalene und Amalia Spengler.
Während der vorgenannten Zeit wurde die Kirche 1598 im Renaissance-Stil auf beiden Seiten des Chorbogens und an einigen Fenstern dekorativ ausgemalt. Unterhalb der Kassettendecke läuft ein Fries ringsum. Auf der Nord- und Südwand des Schiffes sind, schlecht erhalten, zwei heilige Frauen dargestellt: auf der Südwand mit der Krone die heilige Barbara und auf der Nordwand, zum größten Teil von einer (leider!) Beton-Empore in wenigen Zentimetern Abstand verdeckt, die heilige Agnes mit ihrem langen Haar. Beide Frauen stehen auf gemalten Konsolen.Katalog der Wandmalereien in den Kirchen und Kapellen Baden-Württemberg’s von der ottonischen Zeit bis zur Renaissance, von Dipl.-Ing. Klaus Klünder und Christa Regina Klünder .
Rudolf Yelin d. J. entwarf 1963/1964 drei Chorfenster, die in der Stuttgarter Glaswerkstatt Saile ausgearbeitet wurden. Das linke Farbfenster zeigt die Geburt und Taufe Jesu, eine Krankenheilung und die Bergpredigt; in der Mitte wird das Passionsgeschehen und Ostern thematisiert; rechts: Pfingsten, Stephanus, Paulus und das Alpha-Omega-Symbol.Claudia Lamprecht: Rudolf Yelin (1902–1991): Werkverzeichnis der baugebundenen Arbeiten. o. O. (Stuttgart), o. J. (1991), S. 65.
Literatur
Ines Buck, Erika Kern, Michael Waldmann: 500 Jahre Martinskirche Neckartenzlingen. Festschrift im Jubiläumsjahr; Hg. Evangelische Kirchengemeinde Neckartenzlingen, Mai 2018 Rolf Bidlingmaier: Neckartenzlingen, Geschichte einer Gemeinde an Neckar und Erms. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2022, ISBN 978-3-7319-1224-8
Weblinks
Informationen zur Kirche auf kirchenbau.de Informationen zur Kirche auf kirchen-online.org Die Martinskirche auf der Website der Kirchengemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Esslingen Kategorie:Kirche in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Kategorie:Erbaut in den 1480er Jahren Kategorie:Martin-von-Tours-Kirche (Patrozinium) Martinskirche