Lazarus Phillips OBE, QC (geboren am 10. Oktober 1895 in Montreal; gestorben am 30. Dezember 1986)Biografische Daten zu Lazarus Phillips auf der Website des kanadischen Parlaments. war ein kanadischer Rechtsanwalt, Politiker und Kunstsammler.
Leben Lazarus Phillips kam 1895 als siebtes von acht Kindern des Ephraim Fischel (Fishel) Phillips (ursprünglich Porozniewski) und seiner Frau Dora (D’vorah, Deborah), geborene Cohen, in Montreal zur Welt. Seine Eltern kamen als jüdische Einwanderer aus dem Russischen Kaiserreich (Litauen) nach Kanada.William Wood: The storied province of Quebec. Past and present. The Dominion Publishing Company, Toronto 1931, Bd. 4, S. 483. Seine schulische Ausbildung begann er an der Aberdeen School in Montreal und besuchte danach die Montreal High School. Anschließend begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der McGill University in Montreal. Gegen Ende des Ersten WeltkriegesBescheinigung des kanadischen Militärs zur Einberufung vom Mai 1918. war er mit der Canadian Expeditionary Force im Osten von Sibirien im Einsatz. Nach seiner Rückkehr nach Kanada schloss er 1918 sein Jurastudium mit dem Bachelor of Civil Law ab.William Wood: The storied province of Quebec. Past and present. The Dominion Publishing Company, Toronto 1931, Bd. 4, S. 483. 1920 wurde er Mitglied in der Anwaltskammer Barreau du Québec. Als niedergelassener Anwalt war er Seniorpartner der in Montreal ansässigen Kanzlei Phillips and Vineberg (heute Davies Ward Phillips & Vineberg).
Phillips gehörte der Liberalen Partei Kanadas an. Bei den Nachwahlen zum kanadischen Unterhaus 1943 kandidierte er für den Wahlbezirk Cartier, unterlag jedoch dem kommunistischen Bewerber Fred Rose. 1968 wurde er Mitglied des kanadischen Senats für die Division de Rigaud in Québec. Er zog sich 1970 aus der Politik zurück.Biografische Daten zu Lazarus Phillips auf der Website des kanadischen Parlaments. Weiterhin engagierte er sich in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. So war er beispielsweise Präsident der jüdischen Schule United Talmud Torahs of Montreal. Zudem arbeitete er im Direktorium der Royal Bank of Canada und war später deren Vizepräsident.
Lazarus Phillips heiratete 1923 Rosalie Idelson. Aus dieser Ehe gingen die beiden Söhne Neil Franklyn Phillips (1924–1997) und Ivan Edward Phillips (1934–2022) hervor. Lazarus und Rosalie Phillips trugen zusammen eine bedeutende Kunstsammlung mit Gemälden des französischen Impressionismus und Werken des frühen 20. Jahrhunderts zusammen. Den Grundstein legte hierbei Rosalie Phillips, die Anfang der 1950er-Jahre die ersten fünf Werke von einer Reise nach Paris mitbrachte. In den folgenden rund 15 Jahren erwarben sie gemeinsam Kunstwerke bei Händlern in Paris, London und New York. Hierzu gehörten Gemälde wie das Stillleben mit PurroDorthe Aagesen, Rebecca A. Rabinow: Matisse: in search of true painting. Ausstellungskatalog Statens Museum for Kunst in Kopenhagen und Metropolitan Museum of Art in New York. Yale University Press, New Haven 2012, ISBN 978-1-58839-467-5, S. 34. von Henri Matisse, Studien von Pierre Renoir, seiner Mutter, Aline Charigot, Aktdarstellungen und LandschaftAngaben zum Gemälde auf der Website des Art Institute of Chicago von Pierre-Auguste Renoir und Frau mit blauer SchleifeDenis Rouart, Daniel Wildenstein: Edouard Manet: Catalogue raisonné, Bibliothèque des Arts, Paris/Lausanne 1975, Bd. II, S. 22, Nr. 57. von Édouard Manet. Weitere Werke der Sammlung waren La Crête du Chou, PontoiseJoachim Pissarro, Claire Durand-Ruel Snollaerts: Pissarro : catalogue critique des peintures. Wildenstein Institute und Skira, Paris 2005, ISBN 978-2-908063-14-1, Bd. 2, S. 399. und Pommiers à ÉragnyJoachim Pissarro, Claire Durand-Ruel Snollaerts: Pissarro : catalogue critique des peintures. Wildenstein Institute und Skira, Paris 2005, ISBN 978-2-908063-14-1, Bd. 3, S. 660. von Camille Pissarro sowie die Gemälde Die Küste von OrgemontDaniel Wildenstein: Monet : catalogue raisonné. Wildenstein-Institute, Paris und Taschen, Köln 1996, ISBN 3-8228-8725-0, Bd. 2, S. 155, Nr. 376. und Fischgrund bei PourvilleDaniel Wildenstein: Monet : catalogue raisonné. Wildenstein-Institute, Paris und Taschen, Köln 1996, ISBN 3-8228-8725-0, Bd. 2, S. 288, Nr. 770. von Claude Monet. Hinzu kamen Werke auf Papier von Künstlern wie Suzanne Valadon und Henri de Toulouse-Lautrec.
Die beiden Söhne des Paares sammelten seit Mitte der 1960er-Jahre ebenfalls Kunst und wurden dabei teilweise von dem Kunsthistoriker John Rewald beraten. Die später zusammengeführten Sammlungen wurden als Phillips Family Collection bekannt. Nach dem Tod der beiden Brüder gaben die Erben Werke der Sammlung Phillips 2023 im Auktionshaus Christie’s zur Versteigerung.The Phillips Family Collection will highlight Christie’s marquee week, Pressemitteilung des Auktionshauses Christie’s vom 18. Oktober 2023. Bereits 1983 stiftete die Familie Renoirs Studien von Pierre Renoir, seiner Mutter, Aline Charigot, Aktdarstellungen und Landschaft dem Art Institute of Chicago.Angaben zum Gemälde auf der Website des Art Institute of Chicago
Zu Ehren von Lazarus Phillips wurde der Lehrstuhl Senator Lazarus Phillips Chair in General History an der Fakultät für jüdische Studien an der Bar-Ilan-Universität gestiftet.Informationen zum Lehrstuhl auf der Website der Bar-Ilan-Universität
Einzelnachweise
Kategorie:Senator (Kanada) Kategorie:Mitglied des kanadischen Kronrates Kategorie:Mitglied der Liberalen Partei Kanadas Kategorie:Officer des Order of the British Empire Kategorie:Kanadier Kategorie:Geboren 1895 Kategorie:Gestorben 1986 Kategorie:Mann