Modares war ein Heermeister (magister militum) im Römischen Reich der Spätantike.
Wie der Geschichtsschreiber Zosimos berichtet, stammte Modares aus einem gotischen Fürstengeschlecht.Zosimos 4,25,2 nennt ihn einen „Skythen königlichen Blutes“. Dies heißt jedoch nicht, dass Modares wirklich Skythe war, also Angehöriger einer Gruppe von Reitervölkern, die im 1. Jahrtausend v. Chr. in der eurasischen Steppe lebten. Vielmehr bedienten sich spätantike Geschichtsschreiber wie Zosimos eines klassisierenden Stils, indem sie klassische griechische Geschichtsschreiber wie Herodot nachahmten und von ihnen auch die Namen „barbarischer“ (nicht griechisch- bzw. lateinsprachiger) Völker übernahmen, obwohl diese streng genommen über die Jahrhunderte anachronistisch geworden waren. „Skythen“ war deshalb in der nachklassischen antiken Historiographie ein Oberbegriff für alle „barbarischen“ Völker Osteuropas. Siehe auch Skythen#Historische Verwendung des Namens. Er lief zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt zu den Römern über und wurde zum magister militum ernannt, womit er einer der höchsten Befehlshaber in der oströmischen Armee Kaiser Theodosius’ I. war.Zosimos 4,25,2. Manfred Waas: Germanen im römischen Dienst (im 4. Jh. n. Chr.). 2., durchgesehene Auflage. Manfred Habelt Verlag, Bonn 1971, ISBN 3-7749-1105-3, S. 9, 98 geht davon aus, dass dieser Übertritt 379 (also nach der Schlacht von Adrianopel) erfolgte, was aber Spekulation ist. Der Aufstieg eines „barbarischen“ Fürstensohns ist für die multiethnisch zusammengesetzte spätantike Armee keineswegs ungewöhnlich (siehe Magister militum#Herkunft). Diese Stelle, genauer die eines magister peditum (Befehlshaber der Infanterie), hatte er spätestens im Jahr 380 inne.Datierung ins Jahr 380 nach In dieser Zeit wird er als Heermeister in Thrakien genannt, wo er gegen die Goten kämpfte, die er laut Zosimos in ihrem Lager überfiel und aufrieb.Zosimos 4,25,2. Zosimos folgt hier dem verlorenen Geschichtswerk des Eunapios von Sardes (Eunapios, Fragment Nr. 51 nach FHG; Nr. 45 nach Blockley).
Auch im Jahr 382 scheint er noch magister militum gewesen zu sein, denn vermutlich in diesem Jahr erhielt er einen Brief des Bischofs Gregor von Nazianz, der ihn aufforderte, das Konzil von Konstantinopel 382/383 zu unterstützen, wobei er das gemeinsame nicaenische (d. h. nicht arianische) Christentum der beiden als verbindendes Element hervorhob.Gregor von Nazianz, Briefe 136. Vgl. auch 137. Zu diesem Brief als Beispiel der Annäherung eines christlichen Bischofs an einen „barbarischen“ General vgl. Manfred Waas: Germanen im römischen Dienst (im 4. Jh. n. Chr.). 2., durchgesehene Auflage. Manfred Habelt Verlag, Bonn 1971, ISBN 3-7749-1105-3, S. 35; zu Modares als einem von nicht wenigen nicaenisch geprägten magistri militum vgl. Ralph W. Mathisen: Ricimer’s Church in Rome: how an Arian Barbarian prospered in a Nicene World. In: Andrew Cain, Noel Lenski (Hrsg.): The Power of Religion in Late Antiquity. Routledge, London 2009, ISBN 978-0754667254, S. 307–325, hier S. 307 f. (Digitalisat (PDF)). Anscheinend ist er dann 383 aus dem Amt geschieden, weil für diese Zeit Promotus als sein mutmaßlicher Nachfolger bezeugt ist.
Zuweilen wurde erwogen, dass Modares mit einem Moderatus identisch sein könnte, der ebenfalls als Offizier im römischen Heer diente und im Jahr 392 einen Brief des Redners Libanios empfing.Libanios, Briefe 1057. Vgl. ; Andere Historiker verwerfen dies als unwahrscheinlich, weil Moderatus ein tribunus gewesen sei, also einen niedrigeren Rang innegehabt habe als Modares. Nach anderen Vermutungen war Moderatus jedoch magister militum per Orientem.So, einer Eingebung Otto Seecks folgend,
Literatur
Manfred Waas: Germanen im römischen Dienst (im 4. Jh. n. Chr.). 2., durchgesehene Auflage. Manfred Habelt Verlag, Bonn 1971, ISBN 3-7749-1105-3, S. 98, 9, 35. Peter J. Heather: Goths and Romans. 332–489. Clarendon Press, Oxford 1991, ISBN 0-19-820234-2, Stichwort Modares.
Anmerkungen
Kategorie:Römischer Heermeister Kategorie:Gote Kategorie:Geboren im 4. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 4. oder 5. Jahrhundert Kategorie:Mann