Dienstanweisung für einen Unterteufel (Originaltitel: The Screwtape Letters; seltener deutscher Titel Dämonen im Angriff) ist ein in Form einer fiktiven Briefsammlung verfasstes satirisches Werk des britischen Autors C. S. Lewis. Die Briefe der Dienstanweisung für einen Unterteufel wurden zunächst 1941 im Manchester Guardian veröffentlicht. Die Buch-Erstausgabe folgte 1942 im Verlag Geoffrey Bles.

Kurzbeschreibung Der Höllen-Beamte Mr. Screwtape (frei übersetzbar mit: Daumenschraube) gibt in seinen Briefen seinem Neffen, dem Unterteufel Mr. Wormwood (deutsch: Wermut), Ratschläge und Anweisungen zur Verführung eines britischen Mannes. Wormwoods Bemühungen scheitern und er soll zur Strafe verspeist werden. Inhalt Ein namenloserFalsch ist beispielsweise die Angabe in den Cover-Informationen der Herder-Ausgabe 1997, der „Patient“ habe den Nachnamen Spike. Bei Spike handelt es sich vielmehr um einen Gemeindepfarrer, vgl. C. S. Lewis: Dienstanweisung für einen Unterteufel. (=Herder-Spektrum, Band 4096.) 7. Auflage. Herder, Freiburg 1997, ISBN 3-451-04096-4. S. 70. junger Brite, der in den Briefen nur der „Patient“ genannt wird,Im Original patient. In der Leuschner-Übersetzung aus dem Jahr 2022 frei als „Klient“ übersetzt (C. S. Lewis: Dienstanweisung für einen Unterteufel. Herder, Freiburg 2022, ISBN 978-3-451-03307-0. S. 10). soll durch einen jungen und unerfahrenen Unterteufel namens WormwoodIn der Leuschner-Übersetzung aus dem Jahr 2022 frei als „Warzwurm“ übersetzt (C. S. Lewis: Dienstanweisung für einen Unterteufel. Herder, Freiburg 2022, ISBN 978-3-451-03307-0. S. 9). vom Pfad der Tugend abgebracht werden.Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 26. Wormwoods Onkel und Vorgesetzter, ein Höllen-Beamter namens Screwtape, fungiert hierbei als Berater seines Neffen und bringt ihn schon im ersten der 31 Briefe von der Idee ab, man könne einen Menschen durch Vernunftgründe von Gott entfernen: Screwtape bezeichnet diese Vorgehensweise als unzeitgemäß. Wormwood möge den „Patienten“ stattdessen in einen „Strom unmittelbarer sinnlicher Erfahrungen“ stoßen.Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 10.

Noch vor Niederschrift des zweiten Screwtape-Briefes jedoch ist der „Patient“ zum Christentum konvertiert.Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 13. Das nimmt Screwtape zwar mit „Mißvergnügen“ zu Kenntnis, ermutigt seinen Neffen aber: „Einer unserer besten Bundesgenossen ist gegenwärtig die Kirche selbst“, die einem „halb vollendete[n] Gebäude in falscher Gotik auf einem Neubaugrundstück“ gleiche. „Arbeite aus allen Deinen Kräften an der Ernüchterung oder den Widersprüchen, die Dein Schützling während der ersten Wochen seiner Kirchenzugehörigkeit erleben wird.“Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 14–15. Die Briefe VIII und IV widmen sich daher unter anderem den „Niederungen der geistigen Stumpfheit“, die eine Routine im Glaubensleben mit sich bringen mag und die „richtig ausgebeutet werden“ müssen.Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 41. In der Folgezeit versucht Wormwood außerdem unter anderem, die wegen der plötzlichen Religiosität ihres bei ihr wohnenden Sohnes irritierte Mutter gegen den Sohn zu instrumentalisieren (Brief III) oder den „Patienten“ in einem Kreis materialistisch gesinnter Freunde die „gesellschaftliche, geschlechtliche und intellektuelle Eitelkeit“Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 45. praktizieren zu lassen (Brief X).

Zwischenzeitlich bricht jedoch der Zweite Weltkrieg aus (Brief V), was von Wormwood euphorisch begrüßt,Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 25. von Screwtape jedoch den gesamten Text über differenziert betrachtet wird: Der Krieg bringe dank seiner Grausamkeiten nicht unbedingt „bleibenden Gewinn“ für die Hölle, denn die offensichtliche All-Anwesenheit des Todes habe zur Folge, dass mehr Menschen „vorbereitet in den Tod gehen. Wieviel vorteilhafter wäre es für uns, wenn alle Menschen in teuren Kliniken sterben würden, eingelullt von den Lügen von Ärzten, Schwestern und Freunden“.Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 27. Zwar kann der Krieg den „Patienten“ beispielsweise zum sündhaften Zorn verleiten, doch es „hat keinen Wert, seinen Haß gegen die Deutschen anzustacheln, wenn zwischen ihm und seiner Mutter, seinem Chef und dem Mann, dem er in der Bahn begegnet, zu gleicher Zeit die verderbliche Gewohnheit der Nächstenliebe zu wachsen beginnt.“Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 31. Immerhin entzückt es Screwtape aber, „daß Alter und Beruf des Patienten seine Einberufung zum Militärdienst möglich, wenn auch nicht unbedingt sicher machen. Wir möchten ihn ja in der größtmöglichen Ungewißheit haben“, so Screwtape: „Nichts vermag das Herz eines Menschen gegen alle Bemühungen des Feindes [= Gottes] so wirksam zu verrammeln wie Ungewißheit und Angst.“Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 29.

In Brief XXII, nach mehreren Versuchen, eine zügellose Frau für den „Patienten“ zu finden, hat der weiterhin regelmäßig in den Gottesdienst gehende „Patient“ sich in eine gläubige Christin verliebt und möchte ihr natürlich gefallen. „Durch dieses Mädchen und ihre widerliche Familie lernt der Patient nun täglich mehr Christen kennen, und dazu noch sehr gebildete Christen.“Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 98. Damit droht jetzt etwas, das Screwtape im Zusammenhang mit den materialistischen Kreisen, in denen der „Patient“ zuvor verkehrte, noch positiv bewertete: „Alle Sterblichen neigen dazu, sich in das zu verwandeln, was sie zu sein vorgeben.“Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 46. Da man das geistliche Leben im „Patienten“ momentan nicht „ersticken“ könne, müsse man es „vergiften“, so Screwtape, der mit Blick auf die „Geliebte“ des „Patienten“ meint: „Es ist eine kleine, unscheinbare Untugend, die sie mit fast allen Frauen teilt“, nämlich die Annahme, „daß alle Außenstehenden, die diesen Glauben nicht teilen, wirklich zu einfältig und lächerlich sind.“Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 103. Wormwood solle nun seinen Schützling dazu bringen, „jene Schwäche seiner Geliebten nachzuahmen und zu übertreiben, bis, was bei ihr eine läßliche Sünde war, bei ihm zum ausgewachsenen und schönsten Laster geworden ist – zum geistlichen Hochmut“.Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 104.

Etwa gleichzeitig mit der neuen Liebe des „Patienten“ wird die Beziehung zwischen Screwtape und dessen Neffen Wormwood allerdings von Hass angekränkelt: Wormwood hat Screwtape „wegen einiger unüberlegter Bemerkungen“Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 94. bei der höllischen Obrigkeit vergeblich zu ruinieren versucht: „Du hast mich immer gehaßt und bist, wenn Du Dich sicher glaubtest, unverschämt gegen mich gewesen“, empört sich Screwtape.Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 95. Der Moment der Rache kommt für Screwtape, als der „Patient“ bei einem Bombenangriff getötet wird, mit unbefleckter Seele: „Er ist den weltlichen Freuden entronnen, mit denen Du ihn zu umgarnen trachtetest. Er hat sich in ein wahrhaft christliches Mädchen verliebt und […] gegen Deine Angriffe auf seine Keuschheit geschützt. Und auch die verschiedenen Verfahren, mit denen wir sein geistiges Leben zu zerstören trachteten, sind […] erfolglos geblieben.“Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 122. Wormwood hat sich somit „eine Seele durch die Finger schlüpfen lassen.“Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 137. Damit blüht Wormwood nun das, was sonst der Seele des „Patienten“ geschehen wäre: „Für uns bedeutet der Mensch hauptsächlich ein Nahrungsmittel […]. Wir brauchen Vieh, das schließlich zu Fraß wird“,Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 38. malt Screwtape jene Höllenstrafe schon früh im Text aus, die nun Wormwood zuteilwird: gefressen zu werden. Als Wormwood um Gnade wimmert, bekundet Screwtape: „Glaube mir, meine Liebe zu Dir und Deine Liebe zu mir gleichen sich wie ein Ei dem anderen. […] Ich nehme an, man wird Dich oder ein Stück von Dir nun mir ausliefern. Dich lieben? Aber natürlich! Der leckerste Bissen, von dem ich je fetter wurde.“

Textanalyse Die Dienstanweisung für einen Unterteufel besteht aus 31 Briefen, die lediglich von einer Seite (Screwtape) verfasst werden. Wormwoods Briefe werden nicht in den Text eingebunden, sondern ihr Inhalt lässt sich lediglich aus den Antworten Screwtapes ableiten. Demzufolge handelt es sich bei Dienstanweisung für einen Unterteufel um einen in Ich-Form verfassten Text. Die erzählte Zeit umfasst mehrere WochenZwischen dem Brief II und Brief XII liegen laut Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 53, sechs Wochen. kurz vor und während des Zweiten Weltkriegs, auf dessen Beginn Screwtape in Brief V reagiert. Ort der geplanten Verführung des „Patienten“ ist eine britische Ortschaft, die von der deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs bombardiert wird.

Figuren (Auswahl) Screwtape ist ein intelligenter stellvertretender Abteilungschef innerhalb der Höllen-Bürokratie,Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 21. der keinen Respekt für die Menschen empfindet, deren Natur er subtil für teuflische Zwecke ausnutzen will. Beispielsweise rät Screwtape davon ab, den „Patienten“ zu schweren Sünden zu verleiten, sondern möchte ihn lieber behutsam auf den Weg zur Verdammnis führen: „Der sicherste Weg zur Hölle ist der allmähliche – der sanfte Hang, angenehm für die Füße, ohne plötzliche Kurven, ohne Meilensteine, ohne Wegweiser.“Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 56. Andererseits ist Screwtape brutal realistisch: Ihn interessieren nur Ergebnisse. Als Wormwood sich beispielsweise auf Gejammer wegen seiner Schwierigkeiten verlegt, für die er nicht verantwortlich sei, verfällt Screwtape daher auf ungeduldiges Drohen: „Auf jeden Fall wirst Du bald entdecken, daß die Gerechtigkeit der Hölle rein realistisch ist und sich nur mit tatsächlichen Ereignissen befaßt. Entweder Du schaffst uns Speise, oder Du wirst selbst zur Speise.“Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 132.

Wormwood ist ein junger und unerfahrener Unterteufel auf seiner ersten Mission unter Menschen. Er wird in Screwtapes Briefen als vergleichsweise oberflächlicher Jungspund dargestellt. Der „Patient“ ist der Prototyp eines jungen Mannes. Er wohnt noch bei seiner rheumatischen, scharfzüngigen MutterLewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 18. und erlebt im Laufe einer von Vorkriegs- und Kriegssituation geprägten Geschichte Versuchungen und Irrtümer. Er hat Freude auch an den einfachen Dingen des Lebens, beispielsweise einem interessanten Buch oder einem kleinen Spaziergang,Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 57. was Screwtape zu folgendem Kommentar verleitet: „Der Mensch, der sich wahrhaftig und uneigennützig an irgendeiner Sache in der Welt um der Sache selbst willen freut, ohne sich einen Deut darum zu kümmern, was die Leute darüber sagen, ist durch diese Tatsache allein von vornherein gewappnet gegen unsere raffiniertesten Angriffsmethoden. Du solltest Deinen Patienten immer abzubringen versuchen von Menschen, Speisen oder Büchern, die ihm wirklich zusagen, zugunsten der ’feinen Leute‘, der ’korrekten Speisen‘, der ’wichtigen‘ Bücher.“Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, S. 59–60. Die „Geliebte“ des „Patienten“ ist eine engagierte Christin, deren Familie den „Patienten“ herzlich in ihren Kreis aufnimmt. Über dieses Mädchen lässt Screwtape sich wie folgt aus: „Ich habe mir die Akten dieses Mädchens kommen lassen und bin entsetzt über das, was ich darin finde. Sie ist nicht nur Christin, sondern eine Christin der schlimmsten Art – ein elendes, kriecherisches, einfältiges, zimperliches, einsilbiges, mausiges, wässeriges, unbedeutendes, jungfräuliches Dämchen. Das kleine Scheusal! Mir ekelt! Man riecht die Nonne schon aus den Aktenblättern.“