mini|Arthur Ranc, erster Präsident der Fraktion. Die Gauche démocratique (Demokratische Linke) war eine französische Parlamentsfraktion, die während der Dritten Republik im Senat 1891 gebildet wurde und bis 1989 bestand.
Geschichte Die Fraktion der Demokratischen Linken wurde 1891 mit etwa 40 Mitgliedern gegründet und wuchs bis 1894 auf 50 Abgeordnete an.Conord S. 18–45 Ihr gehörten radikale und radikalsozialistische Senatoren an. Ihre Gründung war Teil des Entstehungsprozesses der Parti républicain, radical et radical-socialiste. Um den Ideen ihrer Mitglieder besser zu entsprechen, änderte sie 1907 ihren Namen in Gauche démocratique radicale et radicale-socialiste (Radikale demokratische und radikalsozialistische Linke).
Sie war lange Zeit (mit mehr als 160 Senatoren) die größte Fraktion im Senat und umfasste die verschiedenen Radikalen (Parti républicain, radical et radical-socialiste, Radicaux indépendants und andere) sowie den linken Flügel der Alliance démocratique. Trotz dieser breiten Aufstellung wurde die Gruppe weitgehend von der Parti républicain, radical et radical-socialiste kontrolliert.
Als Zeichen des neuen Bündnisses um die Radikale Partei wurde sie 1948 in Groupe du Rassemblement des gauches républicaines et de la gauche démocratique (Fraktion des Zusammenschlusses der republikanischen Linken und der demokratischen Linken) umbenannt. 1952 wurde, um der Geschichte und dem internen Gleichgewicht des Bündnisses Rechnung zu tragen, die Namen umgekehrt: Groupe de la Gauche démocratique et du Rassemblement des gauches républicaines.
Die Gründung des Front républicainSiehe hierzu auch :fr:Front républicain (1956) in der französischsprachigen Wikipédia. markierte die Spaltung zwischen den beiden Organisationen, wobei die Radikale Partei Pierre Mendès France folgte, während das Rassemblement des gauches républicaines sich verselbständigte und ihren Weg nach rechts und zum Centre national des indépendants et paysans fortsetzte. 1956 nahm die Gruppe ihren ursprünglichen Namen Gauche démocratique wieder an.
Während der Vierten Republik und zu Beginn der Fünften Republik (56 Mitglieder) war die Fraktion noch zahlenmäßig stark vertreten, danach ging sie jedoch zurück (35 Senatoren im Jahr 1986). Zwischen 1977 und 1986 schlossen sich die Abgeordneten des Mouvement des radicaux de gauche (Bewegung der radikalen Linken) zur Formation des sénateurs Radicaux de gauche (Formation der linksradikalen Senatoren) zusammen, die jedoch bei der Fraktion der Gauche démocratique verblieb. 1989 wurde angesichts des stetigen Mitgliederschwundes ein neuer Name gefunden: Rassemblement Démocratique Européen (RDE), 1995 erweitert zu Rassemblement démocratique et social européen (RDSE)Siehe hierzu weiterführend den Artikel :fr:Groupe du Rassemblement démocratique et social européen in der Wikipédia.fr.. Sie versuchte, breitere Kreise als die aus den historischen Radikalen hervorgegangenen Parteien der rechten und linken Mitte zu sammeln, indem sie Parteilose sowohl des linken als auch des rechten Lagers (Divers gauche und Divers droite) sowie Dissidenten anderer Parteien aufnimmt.
Bekannte Mitglieder Präsidenten der Fraktion: 1891–1893: Arthur Ranc 1893–1894: Émile Combes (Premierminister 1902–1905) 1894–1895: Henri de Verninac 1895–1896: Jean Bernard 1896–1897: Jean-Baptiste Baduel 1897–1899: Paul Peytral 1899–1900: Maxime Lecomte 1900–1905: Frédéric Desmons 1905–1907: Émile Combes 1907–1911: Adrien Gay de Savary 1911–1920: Émile Combes 1920–1924: Gaston Doumergue (Staatspräsident 1924–1931, Senatspräsident 1923–1924, Premierminister 1913–1914 und 1934) 1924–1943: Jean-Baptiste Bienvenu-Martin 1946–1948: Jules Gasser 1948–1951: Charles Brune 1951–1959: Henri Borgeaud 1951–1968: Pierre de La Gontrie 1968–1978: Lucien Grand 1978–1981: Gaston Pams 1981–1982: René Touzet 1982–1988: Jacques Pelletier 1988–1989: Josy Moinet
Weitere bekannte Mitglieder der Fraktion waren Georges Eugène Charles Beauvisage, Ernest Boulanger, Georges Clemenceau, Fernand Crémieux, Suzanne Crémieux, Paul Doumer, Edgar Faure, Paul Fleurot, Victor Pierre Le Gorgeu, Édouard Herriot, Jean-Alexis Jaubert, Paul Longuet, François MitterrandDie französische Sprachversion dieser Seite fügt hier „kurzzeitig“ hinzu., François Labrousse, Gaston Monnerville, Camille Pelletan, Albert Peyronnet, Edgard Pisani, Marcel Plaisant, Jean François-Poncet, Henri Queuille, Joseph-Paul Rambaud, Camille Rolland, Jacques Soufflet, Paul Strauss und Maurice Viollette.
Literatur
Weblinks
Siehe auch In der französischen Abgeordnetenkammer existierten von 1898 bis 1919 drei Fraktionen unter dem Namen Gauche démocratique.Siehe Artikel :fr:Gauche démocratique (Chambre des députés) in der französischsprachigen Wikipédia.
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Senat (Frankreich) Kategorie:Parlamentsfraktion (Frankreich) Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 1891 Kategorie:Aufgelöst 1989