Der USC Heidelberg ist ein 1899 gegründeter deutscher Sportverein aus Heidelberg. Aushängeschilder sind die Leichtathletik- und die Basketballabteilung, die unter dem Namen MLP Academics Heidelberg (Herren) bzw. SNP BasCats USC Heidelberg (Damen) spielt. Daneben bietet der Verein Volleyball und Tennis an.
Basketball Herren 1950 bis 1970: Sieben Meistertitel
SaisonLigaPlatzSpielePunkteEndrunde1966/67 BBL Süd 3 18 31:5 1976/77 BBL Süd 2 18 28:8 Halbfinale1968/69 BBL Süd 4 18 26:10 1969/70 BBL Süd 4 18 25:11 2. in Zwischenrunde B
Die Basketballabteilung des Vereins wurde 1952 gegründet.Geschichte der Basketballabteilung (Punkt I.2) Anfangs waren die Damen- und die Herrenabteilung gleichermaßen erfolgreich. Während es der Damenmannschaft des USC aber nicht gelang, den Heidelberger TV als bestes Team Heidelbergs abzulösen, entwickelte sich die Herrenabteilung in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre zur führenden Vereinsmannschaft in der Bundesrepublik.
1956 nahmen die Mannschaften des USC Heidelberg sowohl bei den Herren als auch bei den Damen an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft teil. 1957 spielten sowohl bei den Herren als auch bei den Damen Heidelberger Teams gegeneinander im Finale um die Deutsche Meisterschaft. Während bei den Damen der Heidelberger TV gegen die Damen des USC den Titel gewann, gewannen die Herren des USC Heidelberg das Finale gegen den Heidelberger Turnverein 1846 (HTV 46) mit 67:47. Maßgeblichen Anteil an dem Erfolg hatten die Nationalspieler Oskar Roth und Kurt Siebenhaar, die beide vom Turnerbund zum USC gewechselt waren, auch Trainer Anton Kartak war zuvor Spieler beim Turnerbund gewesen. Der Kader beim ersten Titelgewinn bestand aus Joe Beinert, Mike Gailius, Volker Heindel, Werner Lamade, Fritz Neumann, Hannes Neumann, Ulli Ottmar, Oskar Roth, Kurt Siebenhaar, Horst Stein und Manfred Ziegler.
1958 verteidigte der USC Heidelberg seinen Titel gegen den HTV 46 mit einem 51:47-Erfolg im Meisterschaftsfinale. Von 1957 bis 1962 gewann der USC sechs Meistertitel in Folge, viermal hieß der Trainer Anton Kartak, einmal Kurt Siebenhaar und beim Titel 1962 war Oskar Roth als Spielertrainer doppelt beteiligt. Außer Roth waren auch Volker Heindel, Werner Lamade, Fritz und Hannes Neumann, Ulli Ottmar, Horst Stein und Manfred Ziegler bei allen Titeln dabei, ab der Saison 1958/1959 wirkten Gerd Pflaumer und Ludwig Gundacker mit, 1959 stieß Klaus Weinand dazu, zur Spielzeit 1961/1962 kam der aus Palästina stammende Shooting Guard Rassem Yahya zum Team. Auch die deutsche Nationalmannschaft wurde von Heidelbergern geprägt: Bei einer Länderspielreise im Frühjahr 1961 gehörten mit Volker Heindel, Hannes Neumann, Oskar Roth, Horst Stein und Klaus Weinand fünf Spieler des USC zum Kader.
Vier Jahre nach dem Meistertitel 1962 gelang dem USC Heidelberg am Ende der Saison 1965/66 mit einem 73:68-Erfolg gegen den MTV Gießen erneut der Titelgewinn. Unter Trainer Kurt Siebenhaar waren mit Volker Heindel und Hannes Neumann noch zwei Spieler dabei, die bereits von 1957 bis 1962 Meister geworden waren, daneben gehörten mit Jürgen Langhoff und Klaus Urmitzer zwei weitere Nationalspieler zur ersten Mannschaft, Star der Mannschaft war der US-Amerikaner Eddy Johnson. In der Saison 1966/1967 schied der USC Heidelberg im Europapokal der Landesmeister erst gegen Real Madrid aus.
1970 bis 2000: Meister, Pokalsieg, Abstieg
SaisonLigaPlatzSpielePunkteEndrundePokal1970/71 BBL Süd 3 18 26:10 4. Platz1971/72 BBL Süd 3 18 17:11 3. in Zwischenrunde A1972/73 BBL Süd 3 18 18:10 Deutscher Meister1973/74 BBL Süd 2 14 22:6 2. Platz1974/75 BBL Süd 2 14 21:7 2. Platz 1975/76 BBL 4 18 24:12 1976/77 BBL 1 18 30:6 Deutscher Meister Pokalsieger1977/78 BBL 1 18 28:8 2. Platz Pokalsieger1978/79 BBL 5 18 20:16 6. Platz 1979/80 BBL 7 18 10:26 4. in Relegationsrunde1980/81 2. BBL Süd 2 18 28:8 1. Platz1981/82 BBL 7 18 16:20 3. in Relegationsrunde1982/83 2. BBL Süd 1 18 30:6 1. Platz 1983/84 BBL 8 18 12:24 3. in Finalrunde B1984/85 BBL 9 18 10:26 1985/86 2. BBL Süd 3 18 26:10 2. Platz 1986/87 2. BBL Süd 2 18 26:10 2. Platz 1987/88 2. BBL Süd 9 22 14:30 5. in Relegationsrunde1988/89 Regionalliga SW 9 20 12:28 1989/90 Regionalliga SW 8 18 12:24 1990/91 Regionalliga SW 2 18 28:8 1991/92 Regionalliga SW/Süd 2 18 28:8 1992/93 Regionalliga SW/Süd 2 18 30:6 1993/94 Regionalliga SW/Süd 1 18 34:2 1994/95 2. BBL Süd 1 22 8:36 5. in Relegationsrunde 1995/96 2. BBL Süd 5 24 28:20 5. in Relegationsrunde zur BBL1996/97 2. BBL Süd 7 18 16:20 1. in Platzierungsrunde1997/98 2. BBL Süd 4 20 26:14 5. in Relegationsrunde 1998/99 2. BBL Süd 3 22 26:14 3. in Aufstiegsrunde1999/00 2. BBL Süd 11 24 16:32 1. in Relegationsrunde
1972/73 gelang unter Trainer Dick Stewart der achte Titelgewinn. Star der Mannschaft war der Centerspieler Dietrich Keller, außerdem gehörten Aufbauspieler Hans Riefling, Hillar Gese, Wolfgang Lachenauer, Christoph Staiger und George Weston zum Stamm. In der darauf folgenden Saison 1973/74 erreichte der USC Heidelberg unter Trainer Hans Leciejewski das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, verlor dort aber gegen den SSV Hagen. Im Jahr darauf wurde Leciejewski durch seinen Vorgänger Dick Stewart abgelöst, erneut erreichten die Heidelberger das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, unterlagen aber diesmal dem MTV Gießen.
Nachdem der USC Heidelberg in der Saison 1975/76 den vierten Platz in der mittlerweile einteiligen Basketball-Bundesliga belegt hatte, sollte die Saison 1976/1977 den Höhepunkt der Vereinsgeschichte bringen. Mit Dietrich Keller und Hans Riefling waren noch zwei Spieler der Meistermannschaft von 1973 aktiv, Aufbauspieler Harald Rupp war Stammspieler der Nationalmannschaft. Dazu kamen mit Wolfgang Fengler und Reiner Frontzek zwei weitere Nationalspieler als Neuzugänge und mit Hershel Lewis verfügte Trainer Hans Leciejewski über einen Flügelspieler, der in der Vorauswahl für die US-amerikanische Olympiamannschaft gestanden hatte. Dieses Team gewann den neunten Meistertitel für den USC Heidelberg und konnte zusätzlich auch gegen TuS 04 Leverkusen den Deutschen Pokal gewinnen. Den letzten großen Titel gewann der USC Heidelberg in der Folgesaison. Obwohl mit Keller und Riefling zwei Stammspieler ihre Karriere beendet hatten, belegte der Verein den zweiten Platz in der Bundesliga und stellte mit Rainer Frontzek den Korbschützenkönig. Im Pokal verteidigte Heidelberg nach zwei Spielen mit einem Punkt Vorsprung seinen Titel gegen den SSV Hagen.Dino Reisner: 40 Jahre Basketball-Bundesliga. Sutton-Verlag, Erfurt 2006, Seite 40
Frontzek wechselte nach dieser Saison zu Leverkusen, der USC Heidelberg belegte in der Saison 1978/79 den sechsten Platz in der Liga und stieg in der Folgesaison aus der Bundesliga ab. Der Verein kehrte zwar 1981/82 und von 1983 bis 1985 in die Bundesliga zurück, konnte sich dort allerdings nicht mehr dauerhaft halten. Nach drei Jahren in der zweiten Liga folgte 1988 der Abstieg in die drittklassige Regionalliga, in der Heidelberg sechs Jahre verbrachte. Erst 1994 gelang der Wiederaufstieg in die zweite Liga.
2000 bis heute: MLP Academics Heidelberg
SaisonLigaPlatzSpieleSNEndrundeBBL-Pokal2000/01 2. BBL Süd 8 30 15 15 2001/02 2. BBL Süd 11 30 13 7 2002/03 2. BBL Süd 7 32 16 16 2003/04 2. BBL Süd 3 30 23 7 2004/05 2. BBL Süd 6 30 19 11 2005/06 2. BBL Süd 7 30 15 15 2006/07 2. BBL Süd 6 30 18 12 2007/08 ProA 13 30 10 20 2008/09 ProA 11 30 12 18 2009/10 ProA 11 30 13 17 2010/11 ProA 8 28 13 15 2011/12 ProA 10 28 13 15 2012/13 ProA 9 30 14 16 2013/14 ProA 9 30 16 14 2014/15 ProA 6 30 17 13 Viertelfinale2015/16 ProA 10 30 13 17 2016/17 ProA 5 30 18 12 Viertelfinale2017/18 ProA 3 30 19 11 Viertelfinale2018/19 ProA 2 30 19 11 Halbfinale2019/20 ProA 4 28 16 12 Saison abgebrochen2020/21 ProA 2 28 21 7 Meister2021/22 BBL 15 34 11 23 2022/23 BBL 12 34 15 19 Viertelfinale2023/24 BBL 16 34 9 25 Achtelfinale2024/25 BBL 5 32 18 14 Halbfinale Viertelfinale2025/26 BBL 18 34 9 25 Viertelfinale2026/27 ProA 1. Runde
Seitdem spielte die Mannschaft ununterbrochen in der 2. Basketball-Bundesliga bzw. seit 2007 in der ProA. 2012 erfolgte die Umbenennung der Profimannschaft in MLP Academics Heidelberg. 2019 erreichte man mit dem zweiten Tabellenplatz und dem Halbfinale der Playoffs das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte seit dem Abstieg 1985. 2021 schließlich wurde man Meister der ProA und erhielt das sportliche Aufstiegsrecht in die Bundesliga. Die Lizenz wurde zunächst unter auflösenden Bedingungen erteilt.
In der Saison 2023/24 gerieten die Heidelberger in der Bundesliga in Abstiegsgefahr. Im Januar 2024 musste Trainer Joonas Iisalo gehen, mit Ingo Freyer kam ein Nachfolger, der in den vorangegangenen beiden Jahren die Bundesligisten Oldenburg und Mitteldeutscher BC vor dem Abstieg gerettet hatte. Das gelang Freyer auch in Heidelberg. Anschließend einigte man sich auf die Trennung, als neuer Trainer wurde im Mai 2024 der Finne Daniel Jansson verkündet, der zuvor mit Tübingen den Bundesliga-Klassenerhalt verpasst hatte.
In der Saison 2024/25 erreichte die Mannschaft unter Trainer Jansson sensationell die Playoffs der Bundesliga und schied erst im Halbfinale gegen den späteren Deutschen Meister FC Bayern Basketball aus.
Diese Leistung konnte die Mannschaft in der Folgesaison 2025/26 nicht bestätigen und beendete die 5. Spielzeit nach dem Wiederaufstieg auf Platz 18 der Tabelle. Nach der erfolgreichsten Spielzeit seit den glorreichen 70ern bedeutete dies den erneuten Gang in die ProA. In der Champions League erreichte Heidelberg die Play-Ins und schied dort gegen den tschechischen Vertreter ČEZ Basketball Nymburk aus.
Zuschauer Seit dem Jahr 2021 spielt die Profi-Mannschaft im SNP Dome. Dieser war erstmals am 5. Februar gegen Alba Berlin (19. Spieltag) mit 4.136 Zuschauern ausverkauft. Der Zuschauerrekord für ein Heimspiel der Academics wurde am 12. Januar 2025 gegen den FC Bayern München aufgestellt (13. Spieltag). Das Spiel wurde in der SAP Arena in Mannheim vor 14.713 Zuschauern ausgetragen.
Zuschauerentwicklung +SpielzeitSchnittLiga2026/27ProA2025/264.610BBL2024/254.578BBL2023/244.358BBL2022/233.743BBL2021/221.592BBL2020/217ProA2019/20928ProA2018/19976ProA2017/18811ProA2016/17812ProA2015/16685ProA2014/15736ProA Hinweis: Die Spielzeiten 2019/20 bis 2021/22 standen unter dem Einfluss der Covid-19-Pandemie.
Kader
Nationalspieler der USC-Meisterteams • Wolfgang Fengler (USA – DBM: 1977 – DBB-P: 1977, 1978) • Reiner Frontzek (DBM: 1977 sowie 1971, 1972, 1976 – DBB-P: 1977, 1978 sowie 1971, 1974, 1976) • Hilar Gese (DBM: 1973) • Volker Heindel (EM 1961 – DBM: 1957, 1958, 1959, 1960, 1961, 1962, 1966) • Eddy Johnson (USA – DBM: 1966) • Dietrich „Didi“ Keller (OSS 1972, EM 1971 – DBM: 1973, 1977 sowie 1971, 1972 – DBB-P: 1977 sowie 1971) • Werner Lamade (EM 1957 – 1957, 1958, 1959, 1960, 1961, 1962) • Jürgen Langhoff (EM 1961 – DBM: 1966) • Hans „Lambi“ Leciejewski (DBM: 1966) • Hershel Lewis (USA – DBM: 1977 – DBD-P: 1977) • Joachim „Jo“ Linnemann (OSS 1972) • Jürgen „Joe“ Loibl (EM 1971 – DBM: 1966) • Hannes Neumann (EM 1961, 1965 – DBM: 1957, 1958, 1959, 1960, 1961, 1962, 1966) • Ulli Ottmar (EM 1957– DBM: 1957, 1958, 1959, 1960) • Dieter Pfeiffer (EM 1971) • Hans Riefling (DBM: 1973, 1977 – DBB-P: 1977) • Oskar Roth (EM 1951, 1953, 1955, 1961 – DBM: 1957, 1958, 1959, 1960, 1961, 1962) • Harald „Harry“ Rupp (DBM: 1977 sowie 1969 – DBB-P: 1977, 1978) • Kurt Siebenhaar (EM 51, 53, 55, 61 – DBM: 1948, 1951, 1952, 1953, 1957, 1958, 1960) • Christoph Staiger (DBM: 1966, 1973) • Horst Stein (EM 1957, 1961 – DBM: 1957, 1958, 1959, 1960, 1961, 1962) • Klaus „Pollo“ Urmitzer (EM 1965, 1971 – DBM: 1966 sowie 1965 – sowie DBB-P: 1969) • Klaus Weinand (OSS 1972 – EM 1961 sowie 1965 – DBM: 1960, 1961, 1962 sowie 1963, 1964, 1969 – sowie DBB-P: 1967) • George Weston (USA, DBM: 1973) • Rassem Yahya (DBM: 1962 sowie 1969 – sowie DBB-P: 1967)