Karola Hesse, geb. SchrinnerRolf Lieberwirth: Geschichte der Juristischen Fakultät der Universität Halle-Wittenberg nach 1945. Fakten und Erinnerungen. 2. ergänzte Auflage, Universitätsverlag Halle-Wittenberg, Halle an der Saale 2010, ISBN 978-3-86977-014-7, S. 77 i. V. m. S. 104 (* 16. Februar 1935 in Bad Liebenwerda), ist eine deutsche Rechtswissenschaftlerin. Sie war ordentliche Professorin für die Fachrichtung WirtschaftsrechtKürschners Deutscher Gelehrten-Kalender, Bd. I – R, Berlin/New York 1992, , S. 1409 Sp. 1. an der Universität Halle.
Leben Sie wurde als Tochter des Reichsbahn-Beamten Josef Schrinner und dessen Ehefrau Paula, geborene UrbanBreithaupt, Dirk: Rechtswissenschaftliche Biographie DDR, Kiel 1993, S. 294 [Hesse, Karola], im damals zur Provinz Sachsen und heute zu Brandenburg gehörenden Heil- und Kurbad geboren.
Bildungsweg Nach dem Besuch der Volks- bzw. Grundschulen in den Jahren 1941 bis 1949 in Kreba, Posen und Halle konnte sie in der Saalestadt das Abitur an der Adolf-Reichwein-Oberschule 1953 ablegen. Von 1953 bis 1957 studierte sie an der Juristischen Fakultät der Universität Halle Rechtswissenschaft und schloss das Jurastudium mit dem Staatsexamen ab.Lebenslauf Karola Hesse im Anhang ihrer Dissertation aus dem Jahre 1962, Anschließend wurde sie als wissenschaftliche Assistentin im Institut für Staatsrecht an der Universität Halle angestellt. Als promovierte wissenschaftliche Oberassistentin an der Juristischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg nahm sie zusammen mit dem Rektor Friedrich Wolf an der 4. Hochschulkonferenz der DDR am 2. und 3. Februar 1967 in Berlin teil und berichtete dort „über Probleme der Nachwuchswissenschaftler bei der Erziehung und Ausbildung“ der Studierenden sowie darüber, „wie an ihrer Fakultät gegenwärtig fünf besonders begabte Studenten ein halbes Jahr früher ihr Examen abschließen“ würden.Steffen Reichert : Unter Kontrolle. Band I, S. 34 (mit Hinweis auf den Zeitungsbericht in der Freiheit vom 4. Februar 1967, S. 1), ISBN 978-3-89812-380-8
Ihre Doktorarbeit auf dem Gebiet Staatsrecht der DDR hatte sie am 11. September 1962 erfolgreich verteidigt. Das Thema lautete: Die staatliche Leitung auf dem Gebiet des Gesundheits- und Arbeitsschutzes durch die Stadtverordnetenversammlung und ihre Organe im Stadtkreis in der Periode des vollentfalteten Aufbaus des Sozialismus in der Deutschen Demokratischen Republik. In der Folgezeit arbeitete sie als Oberassistentin an der Hallenser Juristischen Fakultät.
Stellvertreterin für Forschung des Sektionsdirektors Sie wurde mit Wirkung vom 1. September 1968 zur „Dozentin für das Recht der Wirtschaftsführung“ berufen und nahm zugleich die Funktion des „Stellvertreters für Forschung“ an der Seite des Dekans Rudolf Hieblinger, auch nach dessen Umberufung zu Beginn der dritten Hochschulreform der DDR 1968 zum „Sektionsdirektor“ bis 1975 wahr. Ihre Habilitationsschrift verfasste sie im Jahre 1970 zum Thema Die Weiterentwicklung der Erzeugnisgruppenarbeit im ökonomischen System des Sozialismus. Die Arbeit wurde in der DDR mit dem Geheimhaltungsgrad VD (Vertrauliche Dienstsache) versehen. Ein Bibliotheksexemplar der Hochschulschrift von Hesse, Karola: Die Weiterentwicklung der Erzeugnisgruppenarbeit im ökonomischen System des Sozialismus : dargestellt am Beispiel der Bildung von Wirtschaftsverbänden in den Erzeugnisgruppen der Industrie (1970) befindet sich Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum in Berlin.
Professorin an der Universität Halle
1972 wurde sie zur ordentlichen Professorin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg berufen.
Persönliches Sie heiratete den Diplom-Chemiker Helmut Hesse. Aus familiären Gründen unterbrach die Juristin im August 1961 ihre wissenschaftliche Tätigkeit als Assistentin an der Juristischen Fakultät der Universität Halle und wurde halbtags für ein Jahr Doktorandin im Rahmen einer planmäßigen Aspirantur der DDR.
Veröffentlichungen (Auswahl) Lehr- und Studienmaterial zum Wirtschaftsrecht. Heft 5. Berlin 1974. Zur wirtschaftsrechtlichen Stellung von Betriebsteilen. Mitautor: Rolf Schüsseler. In: Wirtschaftsrecht. Zeitschrift für Theorie und Praxis; , 1975, S. 95. Weitere Bemerkungen zur Gliederung des Wirtschaftsrechts. Mitautor: Rolf Schüsseler. In: Staat und Recht, Jahrgang 25, Heft 10/1976, S. 1066–1075, . Vervollkommnung der wirtschaftlichen Rechnungsführung und Entwicklung des Wirtschaftsrechts. Mitautoren: Claus Biefeld, Rolf Schüsseler. In: Staat und Recht, Jahrgang 33, Heft 8/1984, S. 630–641, . Rechtsgrundlagen für den Meister. Lehrbuch für die Grundlagenbildung der Meister. Mitautor Claus Biefeld, Berlin 1988, ISBN 3-349-00327-3. Grundfragen der Subjektstellung in einem marktwirtschaftlichen System der DDR. Mitautor Rolf Schüsseler. In: WR (Wirtschaftsrecht) 2/1990, S. 37, Überlegungen zur Neubestimmung der Wirtschaftsrechtskonzeption. Mitautor Rolf Schüsseler. In: WR (Wirtschaftsrecht) 3/1990, S. 61,
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) Kategorie:Staatsrechtler (20. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Kategorie:Deutscher Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Frau