Michel Andrieu (* 28. Mai 1886 in Millau; † 2. Oktober 1956 in Straßburg) war ein französischer römisch-katholischer Liturgiewissenschaftler, der vor allem im Bereich der mittelalterlichen Liturgiegeschichte forschte.
Leben Andrieu trat der Gemeinschaft der Oratorianer bei und studierte von 1907 bis 1910 katholische Theologie in Fribourg. 1910 wurde er zum Priester geweiht. Er qualifizierte sich durch weitere Studien der christlichen Archäologie in Rom und der Literatur in Paris. 1918 wurde er als Professor für christliche Archäologie und Liturgiegeschichte an die katholisch-theologische Fakultät der Universität Straßburg berufen, wo er bis zum Eintritt in den Ruhestand 1956 wirkte. Im selben Jahr verstarb er.
Wirken
Andrieus erstes größeres Werk behandelt die mittelalterliche Theorie der Kontaktkonsekration innerhalb der Liturgie des Karfreitags. Sein langjähriges Forscherinteresse galt dann in erster Linie den Ordines Romani, frühmittelalterlichen Gottesdienstordnungen des Römischen Ritus. Er edierte 50 dieser Ordines unter Heranziehung zahlreicher mittelalterlicher Manuskripte aus europäischen Bibliotheken. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war die Edition der handschriftlichen mittelalterlichen Pontifikalien des römischen Liturgiebereichs.
Schriften Monografie
Edition der Ordines Romani
Edition der mittelalterlichen Pontifikalien
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Römisch-katholischer Theologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Liturgiewissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Universität Straßburg) Kategorie:Oratorianer Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1886 Kategorie:Gestorben 1956 Kategorie:Mann