Sredneretschje (, , ) ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.
Die Ortsstelle befindet sich drei Kilometer (das ehemalige Klein Darguszen) bzw. fünf Kilometer (das ehemalige Groß Darguszen) nordöstlich von Paporotnoje (Plönszowen/Waldhufen und Sturmen) am Westufer bzw. Ostufer der dort einen Bogen machenden Scheschuppe, die dort die Grenze zu Litauen bildet.
Geschichte Im Jahr 1947 bekam das allerdings nicht vereinigt gewesene Darguszen den russischen Namen Sredneretschje und wurde gleichzeitig dem neu gebildeten Dorfsowjet Mitschurinski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947)Denkbar erscheint auch, dass zunächst das Forsthaus Darguszen (das zur Gemeinde Weszkallen/Forsthusen gehörte) den russischen Namen Sredneretschje bekam und dieser dann auf die beiden Gemeinden übertragen wurde. Später gelangte Sredneretschje in den Pobedinski selski Sowet. Der Ort wurde vor 1988 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1989 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1989 (mit Stand von 1988), herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht der Ort nicht mehr auf. Auf zeitgenössischen Karten wurde das ehemalige Groß Darguszen/Tanneck mit Bolschoje Sredneretschje und das ehemalige Klein Darguszen/Grenzheide mit Maloje Sredneretschje bezeichnet.
Groß Darguszen/Tanneck mini|Die Landgemeinde Groß Darguszen auf zwei Messtischblättern von 1927 und 1936 In der frühen Streusiedlung Derwinthin (1517 genannt) verdichtete sich Jathia mit sieben Zinsbauern, so benannt nach dem aus Litauen kommenden Flüsschen Jotija. Das davon 1556 abgezweigte Vorder Jathia hieß seit 1580 Groß Dargüßaytzen. Dieser Name ging auf einen der Brüder Darguseit zurück, der dort schon 1540 siedelte.Erwin Spehr: Aus den Prästationstabellen (PT) des Domänenamtes Löbegallen und des Landkreises Pillkallen. Die Domänenämter Uschpiaunen und Grumbkowkaiten. Dörfer, Güter und ihre Bewohner 1723–1858: Groß Darguszen, Ksp. Haselberg
Um 1780 war Groß Darguszen ein königliches Dorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 26. Um 1850 wurde der Erbpachthof Löpacken nach Groß Darguszen eingegliedert. 1874 wurde die Landgemeinde Groß Darguszen in den neu gebildeten Amtsbezirk Weszkallen im Kreis Pillkallen eingegliedert.Rolf Jehke, Amtsbezirk Grenzhöhe 1936 wurde die Schreibweise des Ortes in Groß Darguschen geändert und 1938 wurde er in Tanneck umbenannt.
1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung, I. Die Provinz Preussen, Berlin 1874 70 1871 73 davon in Löpacken 4 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 76 davon in Löpacken 5 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 80 davon 43 litauischsprachige, insgesamt davon in Löpacken 5 1910 75 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 91 1939 74
Klein Darguszen/Grenzheide mini|Die Gemeinde Klein Darguszen auf einem Messtischblatt von 1936 Der Ort entstand entsprechend wie bei Groß Darguszen 1556 als Hinder Jathia, das seit 1580 Klein Dargüßaytzen hieß.Erwin Spehr: Aus den Prästationstabellen (PT) des Domänenamtes Löbegallen und des Landkreises Pillkallen. Die Domänenämter Uschpiaunen und Grumbkowkaiten. Dörfer, Güter und ihre Bewohner 1723–1858: Klein Darguszen, Ksp. Haselberg Um 1780 war Klein Darguszen, das auch Grigatschen genannt wurde, ein königliches Bauerndorf. 1874 wurde auch die Landgemeinde Klein Darguszen in den Amtsbezirk Weszkallen eingegliedert. 1936 wurde die Schreibweise des Ortes in Klein Darguschen geändert und 1938 wurde er in Grenzheide umbenannt.
Auch dieser Ort kam 1945 in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867 301 1871 298 1885 251 1905 230 davon 110 litauischsprachige 1910 213 1933 187 1939 189
Kirche Groß Darguszen/Tanneck und Klein Darguszen/Grenzheide gehörten zum evangelischen Kirchspiel Lasdehnen.
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk