alt=Portraitaufnahme von Sophie von der Tann auf der Re:publica 2026|mini|hochkant|Sophie von der Tann (2026) Sophie von der Tann (eigentlich Sophie Henny Elinor Freiin von und zu der Tann-Rathsamhausen; * 29. April 1991 in Kassel) ist eine deutsche Journalistin. Von August 2021 bis Ende Juli 2026 arbeitete sie als Korrespondentin der ARD in Tel Aviv und berichtete aus Israel und Palästina.

Biographie Familie Sophie von der Tann wuchs in Tann (Rhön) auf. Sie entstammt dem Adelsgeschlecht von der Tann, das seinen Familiensitz im Schloss Tann hat. Ihr Vater, Michael von der Tann, ist Diplom-Agraringenieur und war bis Juni 2022 Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes. Der Journalist Hartmann von der Tann ist ein entfernter Verwandter. Ihre Familie ist seit der Reformation mit der evangelischen Landeskirche in Hessen-Kassel (heutige EKKW) verbunden.

Beruflicher Werdegang Ausbildung und Anfänge Sophie von der Tann absolvierte mit 16 Jahren ein Praktikum beim ZDF in Washington, D.C. Ihr Abitur legte sie am Domgymnasium Fulda ab und studierte im Anschluss an der Ludwig-Maximilians-Universität München. An der Oxford University (2011–2014) erlangte sie einen Bachelor in Theologie und Orientalistik. Anschließend absolvierte sie einen von der Columbia University in New York und der London School of Economics and Political Science gemeinsam angebotenen Masterstudiengang in Internationaler Geschichte (International and World History); Thema ihrer Abschlussarbeit war die „Entwicklung und Verbreitung des Begriffs ‚jüdisch-christliche Tradition‘ im Deutschland der Nachkriegszeit“. An der Columbia University gehörte Lisa Pollak zu ihren Lehrerinnen. Von 2010 bis 2016 wurde sie von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Sie beherrscht Hebräisch, Arabisch, Englisch und Französisch. Ihr Volontariat machte sie von 2016 bis 2018 beim Bayerischen Rundfunk (BR). Einen Teil absolvierte sie in Tel Aviv.

Im August 2018 gründete sie mit Kollegen den Instagram-Nachrichtenkanal News-WG, für den sie 2019 vom Medium Magazin zu den Top-30-Nachwuchsjournalisten unter 30 Jahren gewählt wurde und den Axel-Springer-Preis für junge Journalisten erhielt. Ab November 2018 arbeitete sie als Journalistin im BR-Hauptstadtstudio. Sie trat als Mitinitiatorin des Tagesschau-Zukunfts-Podcasts Mal angenommen in Erscheinung.

ARD-Korrespondentin in Tel Aviv Von August 2021 bis Juli 2026 war sie ARD-Korrespondentin in Tel Aviv und berichtete aus Israel und Palästina. In einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung erläuterte von der Tann, dass Kriegsberichterstattung im Umfeld von Gaza und dem Westjordanland technisch und emotional sehr herausfordernd sei. Sie betont die Unmöglichkeit unabhängiger Verifikation in Kriegsgebieten und beschreibt den Zwiespalt zwischen der Berichterstattung über humanitäres Leid und einem Leben in relativer Sicherheit in Tel Aviv.

Für ihre Berichterstattung über die Terrorangriffe vom 7. Oktober und den Krieg in Gaza wurde sie im Jahr 2024 unter anderem mit dem Förderpreis des Deutschen Fernsehpreises ausgezeichnet. Thomas Hinrichs, Informationsdirektor des Bayerischen Rundfunks, lobte in diesem Zusammenhang ihre „Gabe, komplexe Zusammenhänge in klugen, verständlichen Sätzen zu transportieren“.

Das Medium Magazin äußerte anlässlich einer Preisverleihung, von der Tann habe es geschafft, in einem der „anspruchsvollsten Berichterstattungsfelder (…) komplexe und emotional aufgeladene Themen differenziert und ausgewogen zu vermitteln“. Dahingegen kritisierte der israelische Botschafter in Deutschland Ron Prosor ihre Berichte als einseitig.

Im Jahr 2025 wurde ihr der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis verliehen,Pressemitteilung des Vereins zur Verleihung des Hanns-Joachim Friedrichs-Preises, abgerufen am 4. Dezember 2025 was eine kontroverse Debatte auslöste. Während die Jüdische AllgemeineLorenz Beckhardt: Meinung. Gratulation! Warum die Ehrung der ARD-Israelkorrespondentin Sophie von der Tann mit dem renommierten Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis nicht nur grundfalsch, sondern auch aberwitzig ist. In: juedische-allgemeine.de 1. Dezember 2025. und israelische OffizielleVergleiche Ein hoher Preis, Die Zeit vom 3. Dezember 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025 die Auszeichnung scharf kritisierten – der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, warf ihr eine „Dämonisierung Israels“ vor – verteidigten 72 Nahost-Korrespondenten in einem offenen Brief die Journalistin gegen eine „Diffamierungskampagne“.Auszeichnung für ARD-Journalistin: Von der Tann wehrt sich gegen israelische Vorwürfe. In: tagesschau.de. 4. Dezember 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025. Laut dem israelischen Journalisten David Issacharoff sahen die deutschen Kollegen darin eine bekannte Taktik zur Ausübung von Druck auf Journalisten im Kontext des Nahostkonflikts, die häufig von der israelischen Botschaft in Berlin angeführt und von Medien wie der Jüdischen Allgemeinen und der Welt unterstützt würde. Auch Götz Hamann (Zeit),Ein hoher Preis, Die Zeit vom 3. Dezember 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025 Christoph Reuter (Spiegel)Die Angriffe auf Sophie von der Tann sind wutschäumend, aber substanzlos, Spiegel vom 3. Dezember 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025 und René Martens (Übermedien)René Martens: Alles andere als substanzielle Journalismuskritik In: Übermedien, 9. Dezember 2025, abgerufen am 17. Dezember 2025. sowie der frühere Verfassungsgerichtspräsident Andreas VoßkuhleSophie von der Tann: ARD-Korrespondentin bekommt Journalisten-Preis - Proteste vor dem Funkhaus, welt.de vom 5. Dezember 2025. bezeichneten die Vorwürfe gegen von der Tann als substanzlos und überzogen. Der Historiker Meron Mendel erklärte, dass Nahost-Berichterstatter aufgrund der polarisierten Wahrnehmung des Konflikts niemals alle Seiten zufriedenstellen könnten.

Am 14. Juli 2026 gab der für das Studio Tel Aviv verantwortliche Bayerische Rundfunk bekannt, dass von der Tann turnusgemäß Ende Juli 2026 aus Tel Aviv abberufen wird; Nachfolgerin ist seit 1. September 2026 Pia-Marie Steckelbach. Nach ihrer Korrespondententätigkeit in Tel Aviv kehrte Sophie von der Tann zu ihrem Heimatsender, dem Bayerischen Rundfunk, zurück. Dort soll sie neue Auslandsformate entwickeln.

Auszeichnungen 2019: Axel-Springer-Preis für junge Journalisten, Exzellenz-Award „Kreative Umsetzung“ für das Instagram-Format „Die News-WG“ des Bayerischen Rundfunk gemeinsam mit Christina Metallinos, Helene Reiner, Tobias Schiessl und Ann-Kathrin Wetter. 2024: Förderpreis des Deutschen Fernsehpreises 2024: Journalistin des Jahres in der Kategorie „Reportage national“ des Medium Magazins 2024: Blauer Panther – TV & Streaming Award für ihre Berichterstattung aus Nahost in der Kategorie Information / Journalismus 2025: Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2026: Katharina-Zell-Preis

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