Die Produktionsliste der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) listet alle Schienenfahrzeuge auf, die von der SLM gefertigt wurden.

Bedeutung mini|Die Zahnradlokomotiven H 1/2 der Rigibahn aus den Jahren 1870–1873 waren die ersten von der SLM hergestellten Lokomotiven. mini|Mit den TLN 001 und 002 der Kowloon-Canton Railways Corporation in Hongkong verliessen 1997 die letzten zwei Maschinen die Werkhallen in Winterthur.

Die effektive Zahl der Lokomotiven, die unter Mitwirkung der SLM entstand, ist grösser als in der Produktionsliste ausgewiesen. Nicht inbegriffen sind insbesondere in Lizenz von anderen Fabriken nach Plänen der SLM gebaute Fahrzeuge. Ein Beispiel ist die CFR-Baureihe 060 DA, von der durch die SLM lediglich sieben Exemplare erbaut wurden. Die übrigen Exemplare dieses mit insgesamt fast 2500 Exemplaren nicht nur an die rumänische Staatsbahn, sondern auch an Bahngesellschaften unter anderem in Polen, Bulgarien und China gelieferten Typs wurden von Electroputere in Rumänien gebaut. Ein weiteres Beispiel sind zwei Maschinen des Typs SLM HG 4/4, die im Rahmen der deutschen Reparationen nach dem Ersten Weltkrieg von der Maschinenfabrik Esslingen gebaut und – wie die von der SLM gefertigten Exemplare – nach Französisch-Indochina geliefert wurden. Auch die ersten drei Elektrolokomotiven der NS-Baureihe 1000 hat die SLM zusammen mit der BBC in die Niederlande geliefert, wo Werkspoor die übrigen Exemplare erbaute.

Weitere Maschinen entstanden im Rahmen von Technologietransfers. So entstanden mit der nach dem Vorbild der BLS Ae 4/4 in Belgien gebauten NMBS/SNCB-Reihe 23 und der in Grossbritannien für Indien nach dem Vorbild der SBB Ce 6/8 II gebauten GIPR-Klasse EF/1 ähnliche Lokomotiven, wie sie in der Schweiz verkehrten. Das Lokomotivdesign der BLS Ae 4/4, der ersten laufachslosen Elektrolokomotive der Welt für den Einsatz im Schnellzugdienst mit der Achsfolge Bo’Bo’ ist heute Standard bei Bahnen auf der ganzen Welt. In Form von Zeichnungsexport an französische und britische Lokomotivwerke gelangten neben den 40 in der Schweiz gebauten Maschinen der Reihe PO 5300 weitere 150 Lokomotiven nach dem Vorbild der Baureihe Ec 4/6 der Thunerseebahn auf französische Schienen. Mit den Lokomotiven PO E501 und 502 prägte die SLM den anschliessenden Bau elektrischer Schnellzuglokomotiven in Frankreich bis in die 1950er Jahre, mehrere Baureihen entstanden als Weiterentwicklung dieser beiden ersten SLM-Lokomotiven.

Im Zweiten Weltkrieg entstanden in Winterthur sowohl Lokomotiven für Zwecke der Schweizer Verteidigung als auch als Lieferungen an das Deutsche Reich. Über die Lokomotivfabrik Jung war eine Bestellung von 20 Rangierlokomotiven bei der SLM eingegangen, die wahrscheinlich an die Reichswerke Hermann Göring (die Quellen sind nicht eindeutig) geliefert wurden. Zugleich entstanden die kriegsbedingt wegen des Kohlemangels gebauten Elektrolokomotiven HGe 4/4 für die Furka-Oberalp-Bahn, deren Strecke für das Schweizer Réduit von hoher Bedeutung war.

Abkürzungen für Stromsystem und Hersteller a   Betrieb mit Akkumulator d   Drehstrom de Dieselelektrischer Antrieb dh Dieselhydraulischer Antrieb dm Dieselmechanischer Antrieb g   Gleichstrom w   Wechselstrom mit 16,7 oder 50 Hz E   Hersteller des elektrischen Teils M   Hersteller des Dieselmotors oder des mechanischen Teils

Produktionsnummern 1 – 501 Baujahre 1871 – 1888