Mysłów (deutsch Seitendorf) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Bolków im Powiat Jaworski der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es liegt etwa zehn Kilometer westlich von Bolków (Bolkenhain).
Lage Nachbarorte sind Wojcieszów (Kauffung) im Westen, Kaczorów (Ketschdorf) im Süden und Lipa (Leipe) im Norden.
Geschichte mini|Mysłów mini|Herrenhaus Erstmals urkundlich erwähnt wurde Seitendorf im Jahre 1311 in einer Urkunde des Schweidnitzer Herzogs Bernhard II., als das beim Kloster Leubus verbleibende Patronatsrecht der Kirche von Seitendorf bestätigt wurde. Nach dem Tod des Herzogs Bolko II. 1368 fielen dessen Herrschaftsgebiete erbrechtlich an die Krone Böhmen, wobei Bolkos II. Witwe Agnes von Habsburg bis zu ihrem Tod 1392 ein Nießbrauch zustand. Der Ort war vormals in Mittel-, Nieder- und Ober-Seitendorf unterteilt.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Seitendorf 1742 mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1818 wurde es dem Kreis Schönau eingegliedert, mit dem es bis zu seiner Auflösung 1932 verbunden blieb. 1835 kaufte ein Referendar Tietze das Gut.
1845 bestand das Dorf aus 164 Häusern, einem herrschaftlichen Schloss, zwei Vorwerken, 856 Einwohnern (219 katholisch und der Rest evangelisch), einer 1742 gegründeten evangelischen Pfarrkirche ohne Widum, einer evangelischen Schule mit einem Lehrer, eingepfarrt und eingeschult in Seitendorf und Altenberg, einer katholischen Majoratskirche unter fürstbischöflichem Patronat (Filialkirche der Pfarrei von Rudelsstadt), einer katholischen Schule mit einem Lehrer, eingepfarrt und eingeschult in Seitendorf, drei Wassermühlen mit sechs Einwohnern, fünf Wirtshäusern, 20 Leinwebstühlen, 18 Handwerkern, einem Händler, einem Kalkofen und einem Kalksteinbruch, in dem 1840 zehn Arbeiter beschäftigt waren. Außerhalb lag die Kolonie Überschaar.
Im Rahmen einer preußischen Kreisreform wurde der Landkreis Schönau 1932 aufgelöst und Seitendorf dem Landkreis Jauer zugeschlagen. Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Seitendorf 1945 mit fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Mysłów umbenannt. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht vorher geflohen war, 1945/46 vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner stammten teilweise aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. Von 1975 bis 1998 gehörte Mysłów zur Woiwodschaft Legnica.
Sehenswürdigkeiten römisch-katholische Filialkirche mit dem Patrozinium Johannes der Täufer aus dem 14. bis 17. Jahrhundert. Schloss Seitendorf aus dem 18. bis 20. Jahrhundert mit Landschaftspark. Ehemaliger evangelischer Friedhof Überreste von Kalköfen
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Einzelnachweise
Kategorie:Gmina Bolków Kategorie:Ort der Woiwodschaft Niederschlesien