Isaac del Toro Romero (* 27. November 2003 in Ensenada) ist ein mexikanischer Radrennfahrer, der im Straßenradsport aktiv ist.

Sportlicher Werdegang Isaac del Toro wurde am 27. November 2003 in der mexikanischen Hafenstadt Ensenada im Nordwesten des Landes geboren. Seine Eltern waren selbst begeisterte Radsportler und so nahm er bereits in jungen Jahren an seinen ersten Rennen teil. Dabei war er für das mexikanische Nationalteam sowohl auf der Straße als auch am Mountainbike und im Cyclocross-Sport aktiv.

Als Junior wurde Del Toro Mitglied im A.R Monex Pro Cycling Team, einem in San Marino registrierten mexikanischen Team für Nachwuchsfahrer. Nachdem er als Junior und in der ersten Saison in der U23 noch ohne nennenswerte Ergebnisse geblieben war, schaffte er 2023 den internationalen Durchbruch. Nach Platz 10 beim Course de la Paix Grand Prix Jeseníky und der Sibiu Cycling Tour folgte der dritte Platz in der Gesamtwertung beim Giro della Valle d’Aosta. Bei der Tour de l’Avenir gewann er dann zunächst die Bergankunft der sechsten Etappe am Col de la Loze, bevor er auf der letzten Etappe mit dem zweiten Etappenplatz auch noch die Führung in der Gesamtwertung übernahm. Zusätzlich entschied er auch die Punkte-, die Berg- und die Nachwuchswertung für sich.

Wechsel zum UAE Team-Emirates Anfang Oktober 2023 wurde bekannt gegeben, dass Del Toro zur Saison 2024 einen Vertrag beim UAE Team Emirates erhält. Bei seinem ersten Rennen, der Down Under Classic, sprintete er aus der Ausreißergruppe zum dritten Platz, ehe er wenige Tage später die zweite Etappe der Tour Down Under im Stile eines Finisseurs gewann und dadurch die Gesamtwertung für drei Etappen anführte. Schlussendlich beendete Del Toro sein erstes Rennen der UCI WorldTour auf dem dritten Gesamtrang und sicherte sich den Sieg in der Nachwuchswertung. Im März ging Del Toro bei Tirreno–Adriatico an den Start und belegte als Helfer von Juan Ayuso den vierten Rang in der Gesamtwertung. Nachdem er auch die Baskenland-Rundfahrt in den Top 10 beendet hatte, wurde sein laufender Vertrag nach nur vier Monaten bis ins Jahr 2029 verlängert. Kurz darauf gewann er nach einem Etappensieg mit der Vuelta Asturias sein erstes Etappenrennen als Radprofi. Im August gab er bei der Vuelta a España 2024 sein Grand-Tour-Debüt und belegte den 36. Gesamtrang. Im September wurde der bei den Straßenradsport-Weltmeisterschaften in Zürich Sechster im Straßenrennen der Klasse U23.

2025: Durchbruch beim Giro d’Italia Zu Beginn der Saison 2025 wurde Isaac del Toro hinter dem Polen Michał Kwiatkowski Zweiter des spanischen Schotter-Rennens der Clásica Jaén. Nachdem er in den Diensten von Juan Ayuso Sechster der Bergankunft von Tirreno–Adriatico geworden war, gewann er das italienische Eintagesrennen Mailand–Turin. Er setzte sich dabei im Schlussanstieg zur Superga vor Ben Tulett und Tobias Halland Johannessen durch. Ende April setzte er sich als Helfer von João Almeida in der Nachwuchswertung der Baskenland-Rundfahrt durch. mini|Beim Giro d’Italia 2025 führte Isaac del Toro die Gesamtwertung für elf Tage an, ehe er die Maglia Rosa zwei Tage vor Schluss an Simon Yates abgeben musste Beim Giro d’Italia 2025 ging Isaac del Toro als Helfer von Juan Ayuso und Adam Yates an den Start. Auf den ersten Etappen hielt er sich schadlos und beendete die erste Bergankunft hinter Juan Ayuso auf dem zweiten Rang, womit er auf den dritten Gesamtrang vorrückte. Zwei Tage später war er auf der 9. Etappe, die über mehrere Schotterabschnitte nach Siena führte, als Teil der Spitzengruppe einer der stärksten Fahrer und belegte hinter dem Belgier Wout van Aert erneut den zweiten Rang. Zugleich fuhr er rund eine Minute auf die restlichen Gesamtklassement-Fahrer heraus und übernahm als erster Mexikaner die Maglia Rosa. Nachdem er die Gesamtführung im zweiten Einzelzeitfahren verteidigt hatte, holte er auf den nachfolgenden Etappen mehrere Bonifikationssekunden und baute somit seinen Vorsprung vor den Alpen-Etappen auf 38 Sekunden aus. Auf der 14. Etappe profitierte er von zahlreichen Stürzen anderer Gesamtklassement-Fahrer und ging mit einem Vorsprung von einer Minute und 20 Sekunden in die abschließende Woche. Nachdem er auf der 16. Etappe viel Zeit gegenüber Richard Carapaz und Simon Yates verloren hatte, gewann er die 17. Etappe in Bormio und feierte so seinen ersten Grand Tour-Etappensieg. Sein Vorsprung gegenüber Richard Carapaz betrug zu diesem Zeitpunkt 41 Sekunden, während Simon Yates als Gesamtdritter 51 Sekunden zurücklag. Juan Ayuso hatte die Rundfahrt unterdessen bereits aufgegeben. Auf der 19. Etappe kam es erneut zum Duell mit Richard Carapaz, wo sich die beiden Spitzenreiter des Gesamtklassements kurz vor dem Ziel von den restlichen Fahrern absetzen konnten. Isaac del Toro belegte hinter dem Ausreißer Nicolas Prodhomme den Zweiten Etappenrang und ging nun aufgrund der Zeitbonifikationen mit einem Vorsprung von 43 in den letzten Alpen-Abschnitt. Dieser führte die Fahrer über den Colle delle Finestre nach Sestriere, wobei Isaac del Toro alle Angriffe von Richard Carapaz parierte. Er folgte jedoch nicht Simon Yates, der im Gesamtklassement rund eineinhalb Minuten zurücklag und 40 Kilometer vor dem Ziel angriff. Während sich der Brite nach und nach absetzen konnte, beäugten sich die beiden Spitzenreiter der Gesamtwertung, sodass sie auf der Passhöhe des Colle delle Finestre bereits einen Rückstand von eineinhalb Minuten aufwiesen. Da sich Isaac del Toro und Richard Carapaz auch auf den abschließenden Kilometern nur beobachteten, beendete Simon Yates die Etappe mit einem Vorsprung von mehr als fünf Minuten und übernahm somit einen Tag vor dem Ende der Rundfahrt die Gesamtführung. Isaac del Toro beendete den Giro d’Italia schlussendlich als bester Nachwuchsfahrer auf dem zweiten Gesamtrang, wobei sein Rückstand in der Gesamtwertung letztlich drei Minuten und 56 Sekunden betrug.

Im Anschluss an die Italien-Rundfahrt gewann Isaac del Toro drei von fünf Etappen bei der Tour of Austria und setzte sich zugleich in der Gesamtwertung, Nachwuchswertung und Punktewertung durch. Danach siegte er auch der Clásica Terres de l’Ebre, ehe er wenig später den Sieg bei der Prueba Villafranca-Ordiziako Klasika seinem Teamkollegen Igor Arrieta überließ. Nach Platz fünf bei der Clásica San Sebastián feierte der erst 21-jährige Mexikaner seinen achten Saisonsieg beim Circuito de Getxo. Im Anschluss gewann er mit der Burgos-Rundfahrt ein weiteres Etappenrennen, ehe er in Italien vier von fünf Eintagesrennen binnen einer Woche für sich entschied. In Kigali ging er im Anschluss bei seinen ersten Straßenradsport-Weltmeisterschaften der Elite-Klasse an den Start und belegte den fünften Rang im Einzelzeitfahren. Dabei fehlten ihm nur vier Sekunden auf eine Medaille. Im Straßenrennen konnte er sich gemeinsam mit dem späteren Sieger Tadej Pogačar absetzen, ehe er zurückfiel und schlussendlich den siebten Platz belegte. Zum Abschluss der Saison fuhr er bei den Herbstklassikern in Italien bei sechs Starts drei weitere Siege ein. Weiters sicherte er sich beide Titel bei den mexikanischen Meisterschaften.

2026: Tour-de-France-Debüt Im Trikot des mexikanischen Meisters startete Isaac Del Toro im Jahr 2026 bei der UAE Tour in die Saison. In Abwesenheit von Tadej Pogačar nahm er dabei die Kapitänsrolle im UAE Team Emirates-XRG ein und gewann überraschend den Sprint der 1. Etappe, nachdem er sich auf den letzten ansteigenden Metern absetzen hatte können. Nach Platz zwei bei der ersten Bergankunft, setzte er sich bei der zweite Bergankunft auf dem Jebel Hafeet durch und übernahm zugleich die Gesamtwertung, die er bis zum Ende der Rundfahrt verteidigte. Mit erst 22 Jahren feierte er somit seinen ersten Gesamtsieg bei einem Etappenrennen der UCI WorldTour. Im März belegte Isaac Del Toro den Dritten Platz bei der Strade Bianche, die sein Teamkollege Tadej Pogačar gewann. Im Kampf um Platz zwei musste er sich dabei nur dem erst 19-jährigen Franzosen Paul Seixas geschlagen geben. Zwei Tage später führte Isaac Del Toro seine Mannschaft bei der Fernfahrt Tirreno–Adriatico an, wo er nach zwei zweiten Plätzen die kleinen Bergankunft der vorletzten Etappe gewann. In der Gesamtwertung setzte er sich letztlich vor Matteo Jorgenson und Giulio Pellizzari durch und sicherte sich zudem die Nachwuchswertung und Punktewertung des Rennens. Nachdem er Tadej Pogačar zu dessen Sieg bei Mailand–Sanremo verholfen hatte, kam er auf dem 3. Abschnitt der Baskenland-Rundfahrt zu Sturz und musste das Rennen aufgeben. Aufgrund eines Muskelfaserrisses musste er zudem seinen geplanten Start bei den Ardennen-Klassikern absagen. Nach seiner Genesung kehrte Isaac del Toro im Juni bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes ins Peloton zurück, wo es zu einem neuerlichen Duell mit Paul Seixas kam, der in den Wochen zuvor zahlreiche erfolge einfahren konnte. Der Franzose kam jedoch auf der 7. Etappe zu Sturz und musste das Rennen in weiterer Folge aufgeben, während sich Isaac Del Toro als stärkster Fahrer präsentierte. Der Mexikaner gewann die beiden abschließenden Bergankünfte auf dem Grand Colombier und Plateau de Solaison und setzte sich so mit einem Vorsprung von rund einer Minute vor dem Australier Luke Tuckwell durch. mini|Isaac Del Toro (Weißes Trikot) und Tadej Pogačar (Gelbes Trikot) bei der Tour de France 2026 Im Juli gab Isaac del Toro sein Tour-de-France-Debüt, wobei ihm von seiner Mannschaft ursprünglich eine Kapitänsrolle beim Giro d’Italia angeboten worden war. Der junge Mexikaner entschied sich jedoch die Frankreich-Rundfahrt an der Seite von Tadej Pogačar zu bestreiten, der als Top-Favorit seinen fünften Gesamtsieg anvisierte. Zum Auftakt belegte das UAE Team Emirates-XRG den dritten Rang im Mannschaftszeitfahren, ehe die 2. Etappe auf einem hügligen Rundkurs in Barcelona zu Ende ging. Isaac del Toro gewann den Abschnitt nach einem Angriff auf den letzten Metern, wobei ihm der Etappensieg von Tadej Pogačar überlassen wurde, der den Zielstrich als Zweiter überquerte. Nach 36 Jahren nach Raúl Alcalá sorgte er somit für einen weiteren mexikanischen Etappensieg beim größten Radrennen der Welt. Zugleich übernahm er als Gesamtvierter hinter Jonas Vingegaard, Tadej Pogačar und Remco Evenepoel die Führung in der Nachwuchswertung. Nachdem er sich in den Pyrenäen schadlos gehalten hatte, büßte Isaac del Toro im Zentralmassiv auf der 10. Etappe wertvolle Zeit ein und rutschte auf den siebten Gesamtrang ab. Zudem musste er das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers an den Spanier Juan Ayuso abgeben. Am Ende der zweiten Woche präsentierte sich Isaac del Toro jedoch erneut als einer der stärksten Fahrer. So setzte er sich im Schlussanstieg der 15. Etappe gemeinsam mit Tadej Pogačar und Remco Evenepoel von den restlichen Fahrern ab, wobei sich das UAE-Duo im Sprint geschlagen geben musste. Der Mexikaner übernahm jedoch das Weiße Trikot, während Tadej Pogačar die Gesamtwertung nach dem Ausscheiden von Jonas Vingegaard mit einem souveränen Vorsprung anführte. Nachdem er sich auch im Einzelzeitfahren der 16. Etappe schadlos gehalten hatte, kam es auf den abschließenden Alpen-Etappen zum Duell mit Paul Seixas, der ebenfalls sein Tour-de-France-Debüt gab. Im Kampf um den dritten Gesamtrang und die Nachwuchswertung setzte sich jedoch letztlich der Mexikaner durch, der letztlich mit einem Rückstand von neun Minuten und 42 Sekunden hinter Tadej Pogačar und Remco Evenepoel auf dem abschließenden Podium stand.