Der moralische Virologe (im Original The Moral Virologist) ist eine Science-Fiction-Kurzgeschichte des australischen Schriftstellers Greg Egan, zuerst veröffentlicht im Pulphouse Magazine im Sommer 1990 und in Best of Pulphouse im Jahr 1991 sowie ebenfalls erschienen in der Sammlung Axiomatic aus Kurzgeschichten von Greg Egan aus dem Jahr 1995. Eine deutsche Übersetzung erschien in der Anthologie „Die schwarze Grippe“ im Jahr 2021. Die Kurzgeschichte wurde ebenfalls in verschiedene andere Sprachen übersetzt, darunter Französisch, Italienisch, Chinesisch, Japanisch und Koreanisch.The Moral Virologist at the Internet Speculative Fiction Database, retrieved May 4 2016
Handlung John Shawcross ist ein christlicher Fundamentalist und enttäuscht darüber, dass geschützter Geschlechtsverkehr inzwischen die weitere Verbreitung von AIDS verhindert, welches seiner Ansicht nach Gottes Strafe für sexuelle Unsittlichkeit ist. Daher schlägt er eine Laufbahn als Virologe ein, mit dem Ziel, ein völlig neuartiges Virus für diesen Zweck zu erschaffen. Sein neues Virus entwickelt sich in vier Stufen durch die Einbettung der RNA des Wirtes in die eigene, was zudem eine universelle Impfung verhindert. Der Wirt wird getötet, sobald dessen Virus einen neuen Sexualpartner oder einen homosexuellen Akt detektiert. Nur homosexueller Inzest zwischen eineiigen Zwillingen bleibt unbestraft. John Shawcross verbreitet das Virus und kehrt nach Hause zurück, wo er eine Prostituierte durch die Wahrheit retten will. Sie fragt ihn, was mit der fälschlichen Detektion von Babys durch das Virus passiere. John Shawcross lacht erst, da er dies berücksichtigt hat, doch bemerkt dann, dass Stillen mehr als einen Monat nach der Geburt weiterhin ein Schlupfloch ist. Von einer Welle des Glaubens gepackt, geht er, um die sündenden Mütter zu bekehren.
Hintergrund Greg Egan beschrieb die Intention hinter der Kurzgeschichte als eine direkte Antwort an religiöse Fundamentalisten, die davon schwätzen, wie AIDS nur Gottes Instrument sei („a fairly direct response to religious fundamentalists blathering on about AIDS being God's instrument“).An Interview With Greg Egan: Burning the Motherhood Statements, originally published in Eidolon #11, January 1993; via archive.org
Kritik Rich Horton von der SF Site bezeichnet die Kurzgeschichte als „teilweise erinnerungswürdig“ („particularly memorable“),, by Rich Horton, at the SF Site; published 1999; retrieved May 4 2016 während Jonathan Strahan sie als „herausstechend“ („standout“) beschreibt.Greg Egan’s Axiomatic, by Jonathan Strahan, at JonathanStrahan.com.au; published April 10, 2015; retrieved May 4, 2016
Karen Burnham schreibt in der New York Review of Science Fiction, dass John Shawcross „cartoonartig“ („cartoonish“) sei,, by Karen Burnham, in the New York Review of Science Fiction; published April 13, 2014; retrieved May 4, 2016 und schreibt in ihrer Biographie von Greg Egan aus dem Jahr 2014, dass es eine „heftige Kritik“ („heavy-handed critique“) und „offensichtlich gekünstelt“ („obviously contrived“) sei, wobei „der Autor den Daumen auf den Skalen habe“ („the author's thumb on the scales“) habe.Greg Egan , by Karen Burnham, published April 2014 by University of Illinois Press (via Google Books)
Weblinks
The Moral Virologist auf der Website des Autors (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Science-Fiction-Literatur Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Kurzgeschichte Kategorie:AIDS