Giroldo da Como oder Giroldo di Jacopo da Como auch Giroldo di Iacopo da Lugano war ein Bildhauer und eventuell auch Architekt der Romanik im 13. Jahrhundert, der in der Toskana tätig war.

Leben Giroldo war ein Sohn des Jacopos da Arogno. Drei Werke werden ihm sicher zugeordnet werden. Ob die architektonischen Werke der Pfarrkirche San Giovanni Battista in Monte Voltraio, der Fassade des Baptisteriums in Volterra und des Portals der Kirche San Michele, ebenfalls in Volterra, von Giroldo stammen ist ungewiss, auch wenn charakteristische Elemente wie die Ikonografie in diesen Werken zu finden sind. Sein Stil ist weit vom lombardischen Kunstmilieu entfernt und kann stattdessen mit der byzantinischen Schule, der pisanischen Schule vor Nicola Pisano und der französischen Gotik verglichen werden, was sich in den Merkmalen der Reliefs, der Gesten und der Komposition zeigt. Es wurde vermutet, dass auch das Weihwasserbecken in Massa Marittimavon ihm stammen könnte.

Giroldo da Come versuchte ständig die klassische ikonografische Tradition und die Aktuelle zu aktualisieren. Giroldos Sohn Lapo setzte die Arbeit seines Vaters in den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts fort. Von ihm ist eine Statuengruppe mit einer Verkündigung (1320) bekannt, die im Dom von Carrara war und jetzt in der Accademia di Belle Arti di Carrara sich befindet.Celestino Trezzini: Giroldo d’Arogno. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 3: Eglof - Güttingen. Paul Attinger, Neuenburg 1926, S. 523 (PDF Digitalisat), abgerufen am 7. Mai 2017.

Werke (Auswahl) Thronenden Madonna zwischen einem Weihrauch spendenden Engel und den Heiligen Petrus und Paulus (Reliefplatte am Altar der Badia in Montepiano) , Museo dell’opera del duomo, Prato 1267: Das große Taufbecken in der Kathedrale San Cerbone von Massa Marittima mit Geschichten aus dem Lebenn des Täufers unter Kleeblattbögen, das sich durch den Reichtum der Erzählung, die Genauigkeit der dekorativen Elemente und die bemerkenswerte Vielfalt der ikonografischen Bezüge auszeichnet. 1274: Darstellung einer Verkündigung (Flachrelief im Diözesanmuseum von S. Miniato al Tedesco) Auch hier bezeichnet er sich in der Inschrift als Sohn eines Jacobus de Cumo.

Literatur

Valerio Ascani: Giroldo da Como. In: Enciclopedia dell’arte medievale, Band VI, Rom 1995, S. 774–776. Claudia Bardelloni: Giroldo da Como: un artista itinerante nella Toscana di Nicola Pisano. In: Prospettiva. 1998/99, Siena 2000. Antonino Caleca: Specchio di pulpito raffigurante l’Annunciazione. In: Niveo de marmore. L’uso artistico del marmo di Carrara dal XI al XV secolo. (Kataloge, Sarzana) (Hrsg.) Enrico Castelnuovo, Nr. 47, Genua 1992, S. 241f. Enzo Carli: L’arte a Massa Marittima. Rotary Club, Siena 1976, S. 36. Annamaria Ducci, Letizia Badalassi: Tesori Medievali nel territorio di San Miniato. San Miniato (PI) 1998, S. 165 173. Anton Filippo Giachi: Saggio di ricerche storiche sopra lo stato antico e moderno di Volterra. Band II, Siena 1796, S. 143–147. Gaetano Leoncini: Illustrazione sulla cattedrale di Volterra. Tipografia Sordo-Muti, Siena 1869, S. 111. Antonio Paolucci: Il restauro del rilievo di Giroldo a Montepiano. In: Prospettiva, Nr. 9, Siena 1977,S. 76–78. Celestino Trezzini: Giroldo de Jacopo. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 8: Supplement. Paul Attinger, Neuenburg 1934, S. 74 (PDF Digitalisat), abgerufen am 2. Oktober 2023.

Weblinks

Giroldo da Como, Maddonna mit Kind, Engel und Heiligen, 1262, (Foto) beweb.chiesacattolica.it Giroldo da Como, Annunciazione (mit zwei Fotos) fototeca.fondazioneragghianti.it

Einzelnachweise

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