Der Lorbeer war ein Preis des DDR-Fernsehens. Er wurde seit etwa 1963 in Gold, Silber und Bronze vergeben.
Geschichte Spätestens seit 1963 wurden Goldene, Silberne und Bronzene Lorbeeren durch den Deutschen Fernsehfunk der DDR verliehen. Diese erhielten vor allem einzelne Schauspieler und Regisseure, sowie Filmproduktionen, (manchmal auch von DEFA oder Hochschulfilmen), seltener Drehbuchautoren, Funktionäre oder Organisationen.
Der Preis wurde in unregelmäßigen Abständen verliehen, manchmal auch zu konkreten Anlässen, wie Geburtstagen. Seit etwa 1982 war das Staatliche Komitee für Fernsehen beim Ministerrat der DDR der offizielle Organisator.
Der Lorbeer des Fernsehens der DDR ist zu unterscheiden vom Zuschauer-Lorbeer, der jährlich von der Berliner Zeitung und / oder der FF Dabei ermittelt wurde.
Trophäe Der Lorbeer bestand aus einem kleinen Fernsehschirm aus Meißner Porzellan (etwa 3,8 × 4,8 cm). Dieser war in einem Gestell aus Metalldraht befestigt, das auf einem Sockel aus Meißner Porzellan angebracht war. Oben war in der Art einer Fernsehantenne ein Lorbeerblatt in versilbertem Gold (853), Silber (900) oder Bronze aufgesetzt.Fernsehlorbeer Museum BitterfeldFernsehlorbeeren DDR-Museum, mit Ansicht Die Vorderseite des Fernsehschirms trug das Abbild des Brandenburger Tors und, je nach Herstellungszeitraum, entweder die Aufschrift Deutscher Fernsehfunk oder (ab 1972) Fernsehen DDR. Die Rückseite des Fernsehschirms konnte, je nach Herstellungszeitraum, ohne Inschrift sein oder den Spruch Sei stolz darauf und denke dran, dass Lorbeer auch verwelken kann zeigen.
Zur Trophäe gab es eine Urkunde mit dem Namen des Preisträgers in einer roten Mappe.Urkunde Herbert Eckert 1982 DDR-Museum Der Preis war nicht dotiert.
Mitunter sind Trophäen noch im Antiquitätenhandel oder auf Flohmärkten erhältlich.
Preisträger (Auswahl) 1963 Silber
Kurt Bortfeldt (als Auto des Fernsehspiels Das Hochzeitsgeschenk)
Georg Honigmann, Autor
1964 Silber
Kurt Bortfeldt (als Auto des Fernsehspiels Miteinander) 1965 Gold Blanche Kommerell, als „Jugendlicher Charakterdarsteller“
Silber Herbert Köfer, Schauspieler Annekathrin Bürger, Schauspielerin Inge Keller, Schauspielerin Wolf unter Wölfen, DEFA-Film, mit Armin Mueller-StahlDEFA-Wochenschau "Der Augenzeuge", 14/1965
(unbekannte Form) Fernsehen der Vereinigten Arabischen Republik (Ägypten und Syrien)Berliner Zeitung vom 31. Juli 1965
1966 Gold Arnold Zweig, Schriftsteller, für verschiedene FilmeNeues Deutschland vom 10. November 1966, S. 4 Textanfang Gerhart Eisler, Vorsitzender des Staatlichen Rundfunkkomitees, zu seinem 69. GeburtstagBerliner Zeitung vom 21. Februar 1966 Ursula und Michael Tschesno-Hell, Drehbuchautoren des DEFA-Films Die Mutter und das SchweigenNeues Deutschland vom 5. März 1966, dort auch die beiden anderen Preisträger Silber Wolfgang Luderer, Regisseur von Die Mutter und das Schweigen Erika Dunkelmann, Schauspielerin in Die Mutter des Schweigens Herbert Schauer, Autor DEFA-Studio für Dokumentarfilme, zum 20-jährigen BestehenBerliner Zeitung vom 25. Mai 1966 Tip des Fischkochs, Kochsendung
1969 Gold Schwermaschinenbau-Kombinat „Ernst Thälmann“ in Magdeburg, für Unterstützung des Films Krupp und Krause
1970 Gold Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit
1971 Gold Sechste Flottille der Volksmarine, für ausgezeichnete Unterstützung des Fernsehfilms „Rottenknechte“
1976 Gold Gisela Hermann, Fernsehkritikerin der Berliner ZeitungBerliner Zeitung vom 10. November 1976
1977 Gold Erwin Geschonneck, Schauspieler Puhdys, Rockband
1978 Silber Lasset die Kindlein…, Hochschulabschlussfilm von Evelyn Schmidt
1979 Gold Christine van Santen, Schauspielerin
1981 Gold Herbert Kegel, Musikwissenschaftler, für große Verdienste um die Popularisierung
1982 Gold Herbert Eckert, KameramannUrkunde Goldener Lorbeer für Herbert Eckert DDR-Museum, vom 23. August 1962 (geändert von 28. August 1962)
1984 Kurt Masur, Gewandhauskapellmeister in LeipzigBerliner Zeitung vom 6. März 1984
1985 Gold Ulrich Thein, für Hauptrolle in Die Weihnachtsklempner Lilo Gruber, Choreographin
1986 Gold
Julius Hellmich, Maskenbildner, Diplom-Theaterwissenschaftler und Dozent an der Hochschule für Bildende Künste Dresden; für große Verdienste bei der nationalen und internationalen Entwicklung des Maskenbildnerberufes
Redaktion der kirchlichen Sendungen im 2. DDR-FernsehenBerliner Zeitung vom 15. April 1986; die Preisübergabe war am Ostersonntag, den 29. März 1986
1987 Gold Ulrich Thein, für Hauptrolle in Johann Sebastian Bach
Weitere Kurt Drummer, zweimal Gold Hansjürgen Hürrig, Gold Helga Piur, zweimal Gold, zweimal Silber Wolfgang Schwarze, Gold und Silber
Antje Straßburger, Bronze (1985 oder 1986) Bruno Winzer, Silber Lydia Wolgina, Balletttänzerin, Silber
Weblinks Abbildung der Fernsehlorbeeren-Trophäe DDR-Museum Die Fernsehlorbeeren DDR-Museum (mit kleinen Vermischungen mit dem Publikums-Fernsehpreis)
Einzelnachweise
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