Sophie Dahn-Fries, geb. Fries (* 13. April 1835 in München; † 23. Januar 1898 ebenda), war eine deutsche Blumen- und Landschaftsmalerin. Von 1885 bis 1898 war sie Vorsitzende des Münchner Künstlerinnenvereins.

Leben Sophie Dahn-Fries stammte aus einer ursprünglich pfälzischen Familie und war die einzige Tochter eines wohlhabenden Großhändlers. Bis auf wenige Jahre verbrachte sie ihr gesamtes Leben in ihrer Geburtsstadt München.Totenschau. In: Die Frau. 5. Jahrgang 1897/98, S. 505. Von 1858 bis zur Scheidung 1873 war sie mit dem Rechtswissenschaftler, Schriftsteller und Historiker Felix Dahn verheiratet. Aus der Ehe ging ein Sohn Friedrich, genannt Friedel (* 1859), hervor.Hans Rudolf Wahl: Die Religion des deutschen Nationalismus. Eine mentalitätsgeschichtliche Studie zur Literatur des Kaiserreichs: Felix Dahn, Ernst von Wildenbruch, Walter Flex. C. Winter, Heidelberg 2002, ISBN 3-8253-1382-4, S. 46.

Nachdem die Erziehung ihres Sohnes abgeschlossen war, widmete sich Sophie Dahn-Fries der Malerei. In den 1870er Jahren begann sie mit ihren Werken in die Öffentlichkeit zu treten. 1876 zeigte sie durch Malereien verzierte Gebrauchsgegenstände (Spiegel, Tischplatte, Fächer) bei der Kunst- und Kunstindustrie-Ausstellung in München.Katalog der Kunst- und Kunstindustrie-Ausstellung alter und neuer deutscher Meister sowie der deutschen Kunstschulen im Glaspalaste zu München 1876. Wolf & Sohn, München 1876, S. 60, 233, 243 (online). Ihre Gouache-Arbeiten brachten ihr dort eine Medaille ein.Officieller Bericht über die Ergebnisse der drei Preis-Jury-Commissionen für Schule, Kunst- und Kunst-Industrie bei der deutschen kunst- und kunstgewerblichen Ausstellung im Jahre 1876 zu München. Huttler, München 1876, S. 28 (online). 1882 nahm sie an der Bayerischen Landes-Industrie-Gewerbe- und Kunst-Ausstellung in Nürnberg teil und wurde „für gelungene dekorative Malereien“ mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet.Bayerische Landes-Industrie-, Gewerbe- und Kunst-Ausstellung in Nürnberg 1882. Verzeichniss der prämiirten Aussteller nebst Mittheilungen über das Preisgericht. Mosse, München 1882, S. 76 (online).

Dahn-Fries war außerordentliches Mitglied der Münchner Künstlergenossenschaft,Münchner Künstlergenossenschaft. Bericht über das Verwaltungsjahr 1893 und Mitglieder-Verzeichnis. München 1894, S. 43 (online). deren Jahresausstellungen sie mehrfach beschickte. Sie war zudem ordentliches Mitglied im Verein für Original-Radierung MünchenVerein für Original-Radirung in München. Jahres-Bericht. München 1895, S. 7 (online). und im Zweigverein München des Bayerischen Frauenvereins.Rechenschaftsbericht und Mitglieder-Verzeichniß des Zweigvereins München des […] Bayerischen Frauenvereins. Schreiber, München 1885, S. 12 (online). 1891 präsentierte sie eine Landschaft im bayrischen Vorgebirge bei der Internationalen Kunstausstellung in Berlin und 1894 ein Früchtestilleben bei der Großen Berliner Kunstausstellung. In den 1890er Jahren stellte sie auch mehrfach in Österreich aus, so zeigte sie ein Trauben-Stillleben bei der Internationalen Kunstausstellung 1894 im Wiener Künstlerhaus.Balduin Groller: Frauen auf der Internationalen Kunstausstellung in Wien. In: Illustrierte Frauenzeitung. Heft 9, 1. Mai 1894, S. 72 (online).

Neben der Malerei engagierte Dahn-Fries sich organisatorisch und finanziell in einer 1868 eröffneten Kunstschule für Mädchen in München. Über diese Schule ist wenig bekannt, nach einigen Quellen wurde sie von Dahn-Fries gegründet, nach anderen entstand sie auf Initiative der Ehefrau des Staatsrats von Weber.Hyacinth Holland: Dahn-Fries, Sophie. In: Anton Bettelheim (Hrsg.): Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. 3. Band. Reimer, Berlin 1900, S. 189.

1882 gehörte Sophie Dahn-Fries zu den Gründerinnen des Münchner Künstlerinnenvereins. Als Nachfolgerin von Clementine von Braunmühl wurde sie 1885 zur Vorsitzenden des Vereins gewählt, was sie bis zu ihrem Tod blieb. In diesem Amt machte sie sich unter anderem um den Aufbau der Damenakademie verdient, die sie 1886 aus einer finanziellen Krise befreite. Sie initiierte wiederkehrende Veranstaltungen des Vereins wie den Weihnachtsmarkt und trug wesentlich zur Einrichtung eines Vorschussfonds und einer Krankenversicherung bei.Totenschau. In: Die Frau. 5. Jahrgang 1897/98, S. 506. Dahn-Fries wurde viermal wiedergewählt und es entwickelte sich ein gewisser „Verehrungskult“ um sie. Als sie 1898 im Alter von 62 Jahren nach langer Krankheit starb, wurden ihr zu Ehren eine Marmortafel und ein von Ilka von Fabrice gemaltes lebensgroßes Porträt im Vereinshaus angebracht.Yvette Deseyve: Der Künstlerinnen-Verein München e.V. und seine Damen-Akademie: eine Studie zur Ausbildungssituation von Künstlerinnen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Utz, München 2005, S. 47.

Werke (Auswahl) mini|Ein Korb mit Alpenblumen|hochkant=1.2 Spiegel mit gemaltem Rahmen, bemalte Marmortischplatte, zwei bemalte Kassetten, drei Seidenfächer (Blumen in Gouachefarben), 1876 Kunst- und Kunstindustrie-Ausstellung, München gemalter Faltschirm, 1882 Bayerische LandesausstellungAus der bayerischen Landesausstellung in Nürnberg. In: Der Sammler. Nr. 64, 51. Jg. 1882, S. 2 (online). Erntezeit, Öl, 1889 Münchener JahresausstellungOffizieller Katalog der Münchener Jahresausstellung von Kunstwerken aller Nationen im Kgl. Glaspalaste 1889. S. 13 (online). Hochsommer im bayerischen Vorland, 1891 Internationale Kunstausstellung Berlin Trauben, Tempera Pereira, und Kirschen, 1893 Münchener JahresausstellungMünchener Jahresausstellung von Kunstwerken aller Nationen im Kgl. Glaspalaste 1893. S. 17 (online). Rosen, zwei Aquarelle, 1894 Münchener JahresausstellungMünchener Jahresausstellung von Kunstwerken aller Nationen im Kgl. Glaspalaste 1894. S. 64 (online). Früchtestilleben, 1894 Große Berliner KunstausstellungGroße Berliner Kunstausstellung. Katalog. Schuster, Berlin 1894, S. 17 (online). Landschaft im bayrischen Vorgebirge, 1895 Ankauf zur Verlosung Oberösterreichischer Kunstverein Frühlingsblumen, 1895 Ausstellung Oberösterreichischer Kunstverein Stilleben mit Früchten, 1897 Ausstellung Oberösterreichischer Kunstverein Ein Korb mit Alpenblumen, signiert „S. Dahn-Fries“, Öl auf Leinwand, 39,5 × 62,5 cmEin Korb mit Alpenblumen. In: dorotheum.com. Abgerufen am 28. September 2023.

Ausstellungen (Auswahl) 1876: Kunst- und Kunstindustrie-Ausstellung, Glaspalast, München 1882: Bayerische Landes-Industrie-Gewerbe- und Kunst-Ausstellung, Nürnberg 1889, 1893, 1894: Jahresausstellung der Münchner Künstlergenossenschaft, Glaspalast, München 1891: Internationale Kunstausstellung Berlin 1892: Künstlerhaus Salzburg 1894: Große Berliner Kunstausstellung 1894: Internationale Kunstausstellung, Wiener Künstlerhaus 1895, 1896, 1897: Oberösterreichischer Kunstverein, Linz

Literatur Totenschau. In: Die Frau. 5. Jahrgang 1897/98, S. 505–506 (online). Hyacinth Holland: Dahn-Fries, Sophie. In: Anton Bettelheim (Hrsg.): Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. 3. Band. Reimer, Berlin 1900, S. 189 (online).

Yvette Deseyve: Der Künstlerinnen-Verein München e.V. und seine Damen-Akademie: eine Studie zur Ausbildungssituation von Künstlerinnen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Utz, München 2005, ISBN 3-8316-0479-7, S. 45–47.

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Einzelnachweise

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