mini|Karte des Lago Maggiore aus den 1930er Jahren, Orte der Massaker der SS an Juden rot unterstrichen Friedrich Wilhelm Bremer (* 3. Dezember 1919 in Staßfurt; † 4. Mai 1966 in Dissen am Teutoburger Wald) war ein deutscher SS-Hauptsturmführer. Als Angehöriger der SS-Panzergrenadier-Division Leibstandarte Adolf Hitler war er an der ersten Massenermordung von Juden nach der deutschen Besetzung Italiens im September 1943 im sogenannten Massaker vom Lago Maggiore beteiligt.
Leben Zeit des Nationalsozialismus Bremer stammt ursprünglich aus Dissen am Teutoburger Wald.Landesarchiv Niedersachsen, Abt. Osnabrück, Rep 945 Staatsanwaltschaft Osnabrück, NLA OS Rep 945 Akz. 2003/038 Nr. 63.Geburtsdatum: dws-xip, abgerufen am 25. September 2023. Er war einer der Angehörigen der Leibstandarte SS Adolf Hitler (SS-Nummer 324.390), die das Massaker vom Lago Maggiore, den ersten Massenmord an Juden in Italien im September 1943, ausführten. Die weiteren Täter waren Hans Röhwer, Hans Krüger, Herbert Schnelle, Oskar Schulz und Ludwig Leithe.Raphael Steffen: Wegen Massaker am Lago Maggiore – Nazi Kriegsverbrecher standen in Osnabrück vor Gericht. Neue Osnabrücker Zeitung (noz), 17. September 2023, abgerufen am 23. September 2023.Sven Felix Kellerhoff: Fünf SS-Verbrecher werden angeklagt. Die Welt, 7. Januar 2008; abgerufen am 25. September 2023. Zum Tatzeitpunkt war Bremer, von seinen Kameraden kurz „Fritz“ genannt, 23 Jahre alt und schon hochdekoriert als SS-Obersturmführer.Bremer wurde am 30. Januar 1944 zum SS-Hauptsturmführer befördert. dws-xip, abgerufen am 25. September 2023. Von seinen ebenso jungen Kameraden wurde er als „Draufgänger“ bezeichnet. Seit seinem Eintritt als 13-Jähriger in die Hitlerjugend hatte er bereits eine steile Laufbahn absolviert. Zum Tatzeitpunkt befehligte er sogar eine eigene Kompanie.
Nachkriegszeit Nach Kriegsende tauchte Bremer unter falschem Namen unter und blieb viele Jahre unbehelligt. Er verfiel allerdings dem Alkohol und ließ sich von seiner ersten Frau Lieselotte scheiden. Ein von ihm geführter Betrieb machte Konkurs. Bremer wurde wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt und verlor seinen Führerschein. Angeblich begab er sich wegen seines Alkoholismus in Entzugskliniken. 1962 heiratete Bremer erneut und zog zu seiner zweiten Frau nach Dissen am Teutoburger Wald. Er fand eine Anstellung als Kunstschmied in den v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel. 1964 wurde er festgenommen und mit der Anklage wegen der Massenmorde am Lago Magiore konfrontiert, räumte Bremer die Vorwürfe ein. Er berief sich allerdings, wie die meisten SS-Täter, auf Befehlsnotstand, d. h. den Befehl seines damaligen Vorgesetzten Hans Röhwer. Ein Jahr später, Ende 1965, wurde seine fortgeschrittene Krebserkrankung diagnostiziert. Seine letzten Monate durfte er in Freiheit verbringen. Bremer starb am 4. Mai 1966. Den Beginn des Prozesses gegen die Täter des Massenmordes vom Lago Maggiore am Landgericht Osnabrück Anfang des Jahres 1968 erlebte er nicht mehr.
Weblinks
Frank Imbusch: Teil 22 der OR-Serie „Täter-Hetzer-Profiteure“: Friedrich Bremer (1919-1966) bei os-rundschau.de vom 27. März 2026
Einzelnachweise
Kategorie:Angehöriger der Waffen-SS Kategorie:Person (deutsche Besetzung Italiens 1943–1945) Kategorie:SS-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1919 Kategorie:Gestorben 1966 Kategorie:Mann