mini|St. Maria in Altheim mini|hochkant|Altar Die evangelische Pfarrkirche St. Maria steht in der Gemeinde Altheim (Alb) im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde gehörte bis Ende 2025 zum Kirchenbezirk Ulm und gehört seit 1. Januar 2026 zum Kirchenbezirk Ulm/Alb-Donau der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sie ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen.

Geschichte Die unteren Geschosse des gotischen Chorturms auf quadratischem Grundriss stammen von einer romanischen Wehrkirche aus der Zeit der Staufer. Die mittelalterliche Wehrmauer um den Kirchhof, bis zu sechs Meter hoch, ist heute noch erhalten. Der Chorturm wurde 1516/17 aufgestockt, das Langhaus wurde im Jahre 1696 vom Ulmer Stadtbaumeister Heinrich Hacker nach Westen verlängert und dabei mit einer neuen Südwand, einer nördlich an den Chor angebauten Sakristei und einem zweigeschossigen Dachstuhl mit westlicher Ladeluke versehen. Diese Umwandlung ergab den „Idealbau einer barocken ulmischen Landkirche“ (Klaiber/Wortmann), welcher mit der Kanzelposition auf der Nordwand (mit Treppenzugang aus der Sakristei) auch das evangelische Kirchenraum- und Liturgieverständnis einer Querkirche widerspiegelt.Ulrich Zimmermann: Die Predigtkirche und die Querkirche – Protestantischer Kirchenbau in Württemberg. Eine Studie zur Geschichte und Theologie des Kirchenraums und zur Entste-hung zweier Kirchenbautypen. Ubstadt 2025, S. 234, 250, 267 – ISBN 978-3-95505-592-9 Sehr frühzeitig, nämlich bereits im Jahre 1436, war eine PrädikaturMatthias Figel: Der reformatorische Predigtgottesdienst. Eine liturgiegeschichtliche Untersuchung zu den Ursprüngen und Anfängen des evangelischen Gottesdienstes in Württemberg. Epfendorf/Neckar 2013, S. 189–195 (Liste: Die Prädikaturen in Württemberg vor der Reformation) und vom Ulmer Pfarrer Dr. Heinrich Neithardt eine Frühmesse gestiftet worden. Da Altheim seit 1385 zum Territorium der freien Reichsstadt Ulm gehörte, mit Sitz eines ulmischen Amtmanns, dürfte dem angestellten Prediger eine der ganz frühen Kanzeln im Ulmer Gebiet zur Verfügung gestanden haben. Damit und mit der späteren Barockausstattung galt die Marienkirche lange Zeit als Vorbild für vergleichbare Kirchenneubauten in dieser Region.

Ausstattung Zur Kirchenausstattung gehört ein Altar von 1696, dessen monumentaler Holzaufbau mit seinen vier Säulen und begleitendem Rankenwerk zwei Retabelgemälde umschließt (unten das Abendmahl Jesu, oben die Kreuzigung) und als Bekrönung eine Skulptur trägt (der Auferstandene mit Siegesfahne). Das schmiedeeiserne Altar- oder Speisgitter, wegen seiner Laubranken und Lilienspitzen auch Altarlaube genannt, umschließt mit Fronttürchen den Altarkorpus dreiseitig. Im Chorbogen ist ein Kruzifixus aufgehängt. Die Orgel auf der Empore im Westen wurde 1980 von der Giengener Orgelmanufaktur Gebr. Link als Opus 972 in den Prospekt von 1712 eingebaut.Information zur Orgel

Literatur Hans Andreas Klaiber und Reinhard Wortmann: Die Kunstdenkmäler des ehemaligen Oberamts Ulm - Ehemaliges Oberamt Ulm ohne die Gemarkung Ulm (Die Kunstdenkmäler in Baden-Württemberg). Berlin 1978, S. 93–111

Weblinks

Website der Kirchengemeinde Einzelnachweise

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