Sliver (dt. Titelzusatz Gier der Augen) ist ein US-amerikanischer Erotikthriller aus dem Jahr 1993, dessen Handlung auf dem gleichnamigen Roman von Ira Levin basiert. Regisseur war Phillip Noyce; die Hauptrollen spielten Sharon Stone, William Baldwin und Tom Berenger. Der Film handelt von einer geschiedenen Frau, die in ein hochwertiges Hochhaus zieht, dessen Bewohner von einem Voyeur überwacht werden. Als sich mysteriöse Todesfälle häufen, gerät sie zwischen zwei Männer, von denen jeder etwas zu verbergen hat.
Handlung Die frisch geschiedene Lektorin Carly Norris zieht in die 20. Etage eines vornehmen, wegen seiner Schmalheit als „Sliver“ (Splitter) bezeichneten Wohnhochhauses in der 38. Straße an der East Side im New Yorker Stadtteil Manhattan. Sie lernt ihre Nachbarn kennen, darunter den Grafiker Zeke Hawkins, den Schriftsteller Jack Lansford, das Callgirl Vida und den Professor Gus. Sie erfährt, dass sie eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit Naomi Singer hat, der Vormieterin ihrer Wohnung, die kürzlich durch einen Sturz vom Balkon zu Tode kam. Im Zeitungsarchiv findet sie heraus, dass es im Haus weitere Todesfälle gab. Etwas später bekommt sie von einem Unbekannten ein Geschenk – ein Fernrohr, mit dem sie die Bewohner der umliegenden Häuser beobachten kann.
Carly lernt auf einer Party den Nachbarn Zeke Hawkins kennen, der bald zu ihrem Liebhaber wird. Nach einer gemeinsamen Nacht offenbart er ihr, der Besitzer des Hauses zu sein. Es stellt sich heraus, dass er im Hochhaus zahlreiche versteckte Überwachungskameras hat installieren lassen und die Mieter selbst in intimsten Situationen heimlich beobachtet.
Zugleich wird Carly mehrmals von Jack belästigt, welcher ständig versucht, sie vor Zeke zu warnen. Gus und Vida sterben in den nächsten Tagen unter verdächtigen Umständen. Bei einer Auseinandersetzung wird Jack von Carly in ihrer eigenen Wohnung erschossen. Von einem von Zekes Videobändern erfährt Carly anschließend, dass Naomi von Jack ermordet wurde. Jack war eifersüchtig auf Zeke, da dieser eine sexuelle Beziehung zu Naomi hatte. Carly wird wütend auf Zeke, da er die Beweise für Naomis Mord bewusst zurückgehalten hat, und eifersüchtig auf seine Beziehungen zu den anderen Frauen. Sie zerschießt sämtliche Monitore. Der Film endet mit ihren Worten „Fang endlich an zu leben“, Originalzitat: „Get a life“.
Besetzung und Synchronisation Die Synchronisation wurde von der Berliner Synchron GmbH erstellt, das Dialogbuch schrieb Alexander Löwe und die Dialogregie führte Clemens Frohmann. Rolle Darsteller Synchronsprecher Carly Norris Sharon Stone Katja Nottke Zeke Hawkins William Baldwin Nicolas Böll Jack Lansford Tom Berenger Klaus-Dieter Klebsch Vida Warren Polly Walker Anke Reitzenstein Judy Marks Colleen Camp Dagmar BienerSamantha MooreAmanda Foreman Alex Parsons Martin Landau Eric Vaessen Victoria Hendrix CCH Pounder Viola Sauer Evelyn McEvoy Nina Foch Evelyn Gressmann Gus Hale Keene Curtis Dietmar Richter-Reinick Peter Farrell Nicholas Pryor Lothar Mann Kritiken Sliver erhielt seinerzeit ein schlechtes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes größtenteils kritische Besprechungen und ordnet den Film dementsprechend als „Gammelig“ ein. Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Grundsätzlich Ablehnend“ aus.
James Berardinelli kritisierte, dass die Verfilmung zahlreiche Elemente der Romanvorlage von Ira Levin verändere und eine „Metzgerarbeit“ sei. Er bezeichnete die Darstellung von Sharon Stone als emotional zu wenig differenziert, die von William Baldwin als „fade“ und die von Tom Berenger als „langweilig“. Der Film wirke wegen der „aufdringlichen“ Musik und des „verwirrenden“ Schnitts wie eine MTV-Produktion und gehöre zu den schlechtesten Filmen des Jahres.Kritik von James Berardinelli, ReelViews, 1993. „bland […] intrusive […] distracting“
Das Lexikon des internationalen Films kritisiert: "Ausschließlich an der sensationellen Perspektive des Voyeurismus interessierter Film, der in erotischen und kriminalistischen Platitüden und Klischees erstickt.
TV Spielfilm spricht von einem "spannenden Film über das Spannen".
Actionfreunde.de stellte 2020 fest, dass man dem Film die Produktionsquerelen anmerke und der Krimiplot zuweilen vernachlässigt werde. Er sei zwar kein Thriller-Highlight, aber optisch ansprechend umgesetzt, und der Subtext um Überwachung, Voyeurismus und Machtgebaren sei interessant und seiner Zeit sogar voraus. Sliver sei einerseits gescheitert, aber besser als sein Ruf.
Filmtipps.at bescheinigte 2023 dem Film interessante und gute Ansätze. Das Problem sei nicht, dass er schlecht wäre, sondern, dass er nicht über diese Ansätze hinauskomme.
Auszeichnungen Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) vergab dem Film das Prädikat "wertvoll".
William Baldwin gewann im Jahr 1994 für seine Rolle den MTV Movie Award, Sharon Stone und der Song Can’t Help Falling in Love wurden für den MTV Movie Award nominiert.
Andererseits erhielt der Film 1994 sieben Nominierungen für den Negativpreis Goldene Himbeere: William Baldwin, Sharon Stone, Tom Berenger und Colleen Camp als Schauspieler, Phillip Noyce für die Regie, Joe Eszterhas für das Drehbuch und Robert Evans für den Schlechtesten Film.
Literatur Ira Levin: Sliver. Deutsch von Klaus Fröba. Goldmann, München 2002, ISBN 3-442-55286-9. Gebhard Hölzl, Thomas Lassonczyk: Sharon Stone. Mit „Basic Instinct“ zum Erfolg. Heyne, München 1995, ISBN 3-453-06551-4, S. 124–134, 230–232.
Weblinks
Sliver bei IMDb
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1993 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Kriminalfilm Kategorie:Erotikfilm Kategorie:Thriller Kategorie:Ira-Levin-Verfilmung