Das FFH-Gebiet Monte Baldo di Brentonico ist ein Natura 2000 Schutzgebiet in der italienischen Provinz Trient. Das 2120 ha große Schutzgebiet umfasst Teile der nördlichen, in der Provinz Trient liegenden Bereiche des Monte Baldo in den Gemeinden Brentonico, Mori und Nago-Torbole. Das FFH-Gebiet bildet die Kernzone des 2013 eingerichteten Parco naturale locale del Monte Baldo. Es reicht von der Bocca di Navene () im Süden bis fast in die Talmulde des Lago di Loppio im Norden. In der Mitte des Schutzgebietes liegt der Monte Altissimo di Nago (). Es schließt unter anderem aber auch Teile der Corna Piana (), einschließlich des dortigen Biotopes, sowie den Monte Campo () ein.Comunità Alto Garda e Ledro (Hrsg.): Le aree protette nel territorio della comunità Alto Garda e Ledro. S. 38.

Bedeutung Das Schutzgebiet weist eine große Anzahl von Lebensraumtypen auf. Verantwortlich sind dafür die zahlreichen Höhenstufe, die in dem Gebiet liegen, die geographische Lage am Rand der Alpen und die Nähe des Gardasees, die sich auf die klimatischen Bedingungen auswirken. Aufgrund dessen, dass der Bergrücken des Monte Baldo während der Kaltzeiten des Pleistozän eisfrei blieb, bildet er das Habitat mehrerer Endemiten. Die Vegetationslandschaft ist zudem das Ergebnis eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen alm- und forstwirtschaftlicher Nutzung sowie naturbelassener Bereiche. Im Spätsommer und Herbst liegt das Schutzgebiet an der Zugroute vieler Zugvogelarten.

FFH-Lebensraumtypen Im FFH-Gebiet Monte Baldo di Brentonico sind nach Anhang I der FFH-Richtlinie folgende schützenswerte Lebensraumtypen verzeichnet:

Alpine und boreale Heiden Buschvegetation mit Pinus mugo und Rhododendron hirsutum (Mugo-Rhododendretum hirsuti) Alpine und subalpine Kalkrasen Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) Berg-Mähwiesen Kalkreiche Niedermoore Kalk- und Kalkschieferschutthalden der montanen bis alpinen Stufe (Thlaspietea rotundifolii) Thermophile Schutthalden im westlichen Mittelmeerraum Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation Nicht touristisch erschlossene Höhlen Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) (incl. Waldgersten-Buchenwald) Illyrische Rotbuchenwälder (Aremonio-Fagion) Montane bis alpine bodensaure Fichtenwälder (Vaccinio-Piceetea)

Arten Besonders schützenswerte Arten Vögel Das Schutzgebiet weist insbesondere zahlreiche Vogelarten auf, darunter auch einige die gemäß Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie besonders geschützt sind, weil deren Bestand stark gefährdet ist oder sie nur in einem sehr begrenzten Bereich wie in den Alpen vorkommen. Folgende Arten, die im Anhang I der Vogelschutzrichtlinie der EU gelistet sind, sind im FFH-Gebiet Monte Baldo di Brentonico anzutreffen. Einige Arten rasten oder überwintern nur in dem Schutzgebiet. Die mit einem (b) gekennzeichneten Arten brüten hier:

Auerhuhn Birkhuhn Habicht Haselhuhn Neuntöter (b) Ortolan Raufußkauz Rohrweihe Schlangenadler (b) Schwarzmilan (b) Schwarzspecht Sperber Steinadler Steinhuhn Wachtelkönig Wespenbussard Ziegenmelker

Säugetiere Unter den im Schutzgebiet vorkommenden Säugetieren finden sich folgende Art von gemeinschaftlichem Interesse gemäß Anhang II oder Anhang IV der FFH-Richtlinie:

Bechsteinfledermaus Braunes Langohr Großes Mausohr Haselmaus Kleine Bartfledermaus Kleine Hufeisennase Kleines Mausohr Langfußfledermaus Nordfledermaus Zwergfledermaus

Amphibien und Insekten Sowie folgende Amphibien und Insekten:

Gelbbauchunke Großer Eichenbock Hirschkäfer Roter Apollo Schwarzer Apollo

Flora Unter den Pflanzen sind gemäß Anhang II der FFH-Richtlinie folgende Arten als besonders schützenswert verzeichnet:

Gelber Frauenschuh Tombea-Steinbrech

Sowie folgende Arten nach Anhang IV oder Anhang V:

Arnika Gelber Enzian Schopfteufelskralle

Weitere vorkommende Arten Vögel Die mit einem (b) gekennzeichneten Arten brüten im Schutzgebiet. Alpendohle Alpensegler Amsel (b) Baumfalke Baumpieper (b) Berglaubsänger Birkenzeisig (b) Bluthänfling (b) Braunkehlchen (b) Dorngrasmücke (b) Feldlerche (b) Fitis Gartengrasmücke Gartenrotschwanz Goldammer (b) Grauschnäpper (b) Grünspecht Klappergrasmücke (b) Mauerläufer Mäusebussard| Mehlschwalbe (b) Misteldrossel (b) Rauchschwalbe (b) Ringdrossel Rotdrossel Singdrossel Steinrötel (b) Steinschmätzer (b) Schwarzkehlchen (b) Tannenhäher Trauerschnäpper Turmfalke (b) Turteltaube Wachtel (b) Waldbaumläufer (b) Waldkauz Waldlaubsänger Waldohreule Waldschnepfe (b) Wendehals (b) Zippammer (b)

Amphibien und Reptilien Aspisviper Bergmolch Blindschleiche Erdkröte Mauereidechse Westliche Smaragdeidechse Insekten Broscosoma baldense (Käfer) Großer Puppenräuber Säugetiere Alpenmurmeltier Alpenspitzmaus Baummarder Eurasisches Eichhörnchen Europäischer Dachs Gämse Gartenschläfer Hermelin Mauswiesel Reh Rothirsch Siebenschläfer Steinmarder Waldspitzmaus Zwergspitzmaus

Flora Unter der im Schutzgebiet vorkommenden Flora finden sich folgende Arten, die in Italien auf der Roten Liste gefährdeter Arten aufgeführt sind: Alpen-Edelweiß Braun-Segge (Unterart Carex juncella) Draht-Segge Kerners Schmuckblume

Gefährdung und Schutzmaßnahmen Das Schutzgebiet ist durch zunehmenden anthropogenen Druck bedroht, insbesondere durch Freizeitaktivitäten wie Wandern oder Mountainbiken. Die betrifft sowohl die Fauna als auch die Flora. Vor allem in den touristisch erschlossenen Bereichen, sollten Wanderer und Mountainbiker auf extra ausgeschilderte Strecken geleitet werden. Jede Art von Störungen in der Nähe von Brut- und Balzplätzen besonders gefährdeter Arten, wie dem Auerhuhn, sind zu vermeiden. Kein weiterer Ausbau von Infrastrukturen, wie Straßen, Wegen, Aufstiegsanlagen oder Kletterwänden vor allem in der Nähe der Habitate von Endemiten oder Brutplätzen. Auch der Zugang zu den touristisch nicht erschlossenen Höhlen ist mit der Anbringung von Sperren zu regulieren. Die Verbuschung der Rasenflächen ist durch den Erhalt einer ausgewogenen, nicht auf eng begrenzte Bereiche beschränkte Weidewirtschaft zu begegnen.

Literatur Comunità Alto Garda e Ledro (Hrsg.): Le aree protette nel territorio della comunità Alto Garda e Ledro. Comunità Alto Garda e Ledro, Riva del Garda, o. J.

Weblinks

Aree prottete Monte Baldo di Brentonico – NATURA 2000 / ZSC e ZPS in Trentino (italienisch) Monte Baldo di Brentonico in der Datenbank der European Environment Agency (EEA) (englisch)

Siehe auch Liste der FFH-Gebiete im Trentino

Einzelnachweise

Kategorie:FFH-Gebiet im Trentino Kategorie:Monte Baldo Kategorie:Brentonico Kategorie:Mori (Trentino) Kategorie:Nago-Torbole Kategorie:Schutzgebietsgründung 1995