Die Metro Kochi ist ein U-Bahn-System in Kochi, Kerala, Indien. Die U-Bahn gehört der Kochi Metro Rail Limited und wird von ihr betrieben. Die Metro Kochi wurde innerhalb von 4 Jahren nach Baubeginn eröffnet und ist damit eines der am schnellsten fertiggestellten Metro-Projekte in Indien. Die Metro Kochi ist die erste U-Bahn in Indien, die eine Verbindung zwischen den Infrastrukturnetzen der Eisenbahn, der Straße und dem Wasser ermöglicht. Die Kosten der ersten Phase wurden mit 51,81 Milliarden indischen Rupien veranschlagt (650 Millionen US-Dollar). Im Rahmen der internationalen Konferenz der Urban Mobility Indien wurde das System durch das Ministerium für Wohnungsbau und städtische Angelegenheiten als bestes Projekt der urbanen Mobilität in Indien bezeichnet. Die Kochi Water Metro, ein Netz von Fähren, ist in die Metro Kochi integriert und dient als Zubringer für Einwohner der Vororte Kochis.

Die Bauarbeiten an der Metro begannen im Juni 2013. Ein 13,4 Kilometer langes Teilstück der Linie von Aluva nach Palarivattom wurde am 17. Juni 2017 durch Narendra Modi, den Premierminister Indiens, eröffnet. Am 3. Oktober 2017 wurde ein zweites, 5 Kilometer langes Teilstück von Palarivattom nach Maharaja's College eröffnet. Ein drittes Teilstück von Maharaja's College nach Thaikoodam wurde am 3. September 2019 von Chief Minister Pinarayi Vijayan und dem Minister des Ministry of Housing and Urban Affairs, Hardeep Singh Puri, eröffnet.

Die Metro Kochi verfügt über an fahrerlosen Zugbetrieb angepasste Technologien, die in Zukunft implementiert werden sollen.

Die U-Bahn-Gesellschaft wurde für ihre Entscheidung gelobt, Arbeiter aus dem Kudumbashree-Programm sowie der Transgender-Gemeinschaft zu beschäftigen. Die Metro ist außerdem das erste U-Bahn-System, das von Frauen geleitet wird. Mit dem Bau der U-Bahn wurden Solarpaneele für die Stromversorgung installiert und vertikale Gärten an jeder sechsten Säule der U-Bahn errichtet. Neben den regulären Fahrkarten wurden auch eine einzige Karte, ein einziger Fahrplan und eine einheitliche Befehls- und Kontrollfunktion eingeführt. Diese Debitkarte ermöglicht zusammen mit der Kochi One Mobile App den Fahrgästen den Zugang zu allen öffentlichen Verkehrsmitteln sowie die Nutzung für Handels- und Internettransaktionen. In naher Zukunft soll die Funktion „Click and Collect“ eingeführt werden, mit der online bestellte Waren in den U-Bahn-Stationen abgeholt werden können. Die Designs der U-Bahn-Stationen in Kochi sind jeweils einem bestimmten Thema rund um die Kultur und Geographie des Bundesstaats Kerala gewidmet.

Bis Dezember 2026 soll die Phase II der Metro, die „Pinke Linie“ von J.L.N. Stadium nach Infopark-Kakkanad, fertig gestellt sein.

mini|Als Hochbahn geführte Strecke der Metro Kochi

Planung mini|Netzplan der ersten Phase der Metro Kochi

Die von E. K. Nayanar geführte Regierung Keralas entwickelte die Idee zu dem Projekt im Jahr 1999. In der am 21. Juli 1999 abgehaltene Kabinettssitzung der damaligen Regierung der Left Democratic Front wurde das indische Verkehrsunternehmen RITES mit der Machbarkeitsstudie für ein U-Bahn-Schnellverkehrssystem in Kochi beauftragt. Die technisch-ökonomische Machbarkeitsstudie für ein Metro Rapid Transit System in Kochi wurde 1999 von RITES begonnen und im selben Jahr abgeschlossen. Der Bericht zur technischen Machbarkeitsstudie wurde der Landesregierung Keralas 1999 vorgelegt.

Am 22. Dezember 2004 beauftragte die von Oommen Chandy geführte Regierung der United Democratic Front die Delhi Metro Rail Corporation (DMRC) mit der Erstellung des detaillierten Projektberichts für das Bahnprojekt Metro Kochi. Ursprünglich sollte das Projekt 2006 beginnen und 2010 abgeschlossen sein. Es verzögerte sich jedoch, weil die Zentralregierung ernsthafte Zweifel an seiner wirtschaftlichen Machbarkeit äußerte. Die LDF-Regierung unter Chief Minister V. S. Achuthanandan genehmigte das Projekt schließlich in einer Kabinettssitzung am 2. Januar 2008 und schickte es zur Ratifizierung an die indische Unionsregierung.

Die Regierung von Kerala setzte auf die Genehmigung einer ähnlichen Finanzierungsstruktur wie bei der Metro Delhi durch die Zentralregierung, was diese jedoch abgelehnte. Die Unionsregierung unterstützte stattdessen das Modell der öffentlich-privaten Partnerschaft nach dem Modell Build - Operate - Transfer. Die LDF-Landesregierung forderte die Ansiedelung der Metro Kochi im öffentlichen Sektor, womit die Zentralregierung jedoch nicht einverstanden war. Der Sieg der United Democratic Front bei den Wahlen zur gesetzgebenden Versammlung von Kerala im Jahr 2011 veränderte die Situation im Bundesstaat und es wurde beschlossen, dass die Metro Kochi ähnlich der Modelle in Chennai und Delhi aufgebaut und auf Joint-Venture-Basis mit Investitionen der Zentral- und Bundesstaatsregierung implementiert werden soll. Auf Anordnung der Planungskommission und der Unionsregierung wurde ein Kabinettsbeschluss zur Gründung einer Zweckgesellschaft, der Kochi Metro Rail Limited (KMRL), verfasst. Dieser Beschluss ordnete der KMRL die Umsetzung des Projekts sowie den Betrieb und die Wartung der U-Bahn-Infrastruktur zu.

Das Public Investment Board (PIB) genehmigte das Projekt am 22. März 2012 vorbehaltlich der endgültigen Genehmigung durch das Unionskabinett. Der Anteil der Unionsregierung an den Kosten wurde mit 20,26 %, also 1.002,23 Crore ₹ (130 Millionen US-Dollar) veranschlagt. Am 28. März 2012 wurde auf einer KMRL-Vorstandssitzung beschlossen, die Delhi Metro Rail Corporation mit den Arbeiten am Bahnprojekt Metro Kochi zu betrauen. Die Anzahl der U-Bahn-Stationen auf der Linie wurde auf 22 festgelegt. Am 3. Juli 2012 erteilte die Unionsregierung die endgültige Genehmigung für das Projekt. Der damalige Geschäftsführer der KMRL, Tom Jose, gab als Ziel die Fertigstellung des Projekts innerhalb von 3 bis 4 Jahren an.

Am 4. April 2013 unterzeichnete der Vorstand der Kochi Metro Rail Limited einen Vertrag mit der Delhi Metro Rail Corporation. Die 22 vorgeschlagenen Stationen für die Kochi-Metro wurden am 19. Juni 2013 vom Staatskabinett genehmigt.

Kontroverse um die Rolle der DMRC Im Zuge der Beauftragung eines Unternehmens mit dem Bau und Betrieb der Metro Kochi kam es zu einer Kontroverse um die Rolle der Delhi Metro Rail Corporation. Im Dezember 2011 wurde durch den Bundesstaat Kerala angekündigt, dass die Arbeiten im Rahmen einer globalen Ausschreibung angeboten werden sollen. Der Geschäftsführer der DMRC, E. Sreedharan, gab bekannt, er sei nicht an einer Teilnahme interessiert, es sei denn, die DMRC werde an dem Projekt beteiligt. Sreedharan nannte die U-Bahnen in Bangalore und Chennai als Negativbeispiele, bei der sich der Verzicht der Kooperation mit der DMRC als Fehler herausgestellt hätten, da die betreffenden Unternehmen bei den Ausführungsarbeiten in vielen Aspekten auf die DMRC angewiesen gewesen seien.

Am 3. Januar 2012 erklärte Oommen Chandy, E. Sreedharan würde das letzte Wort zum U-Bahn-Projekt haben.

Aryadan Mohammed, Minister für Energie und Verkehr, gab bekannt, die Regierung von Kerala habe bereits im März 2010 beschlossen, dass Sreedharan die Leitung des Projekts übernehmen würde.

Einige Regierungsminister und IAS-Beamte behaupteten, dass die Normen der Central Vigilance Commission, einer Regierungsbehörde, die Korruption verhindern soll, die Vergabe eines Auftrags an eine Agentur, die die Beratung für ein Projekt durchgeführt habe, nicht zulassen würden. E. Sreedharan erklärte jedoch, die entsprechenden Normen würden in diesem Fall nicht gelten, da der Vertrag zwischen zwei Regierungsbehörden geschlossen werde. Ein weiteres Problem für die Metro bestand darin, dass die DMRC die Genehmigung ihres Vorstands einholen musste, um Projekte außerhalb Delhis durchzuführen.

Am 8. Januar 2013 kam es zu einem hochrangigen Treffen, an dem Chief Minister Oommen Chandy, der Minister für überseeische Angelegenheiten, Vayalar Ravi, Unionsminister K.V. Thomas, DMRC-Hauptberater E. Sreedharan, der Unionssekretär für Stadtentwicklung Sudheer Krishna, der Chefsekretär Jose Syriac, der KMRL-Geschäftsführer Elias George, der DMRC-Geschäftsführer Mangu Singh und der Unionsminister für Stadtentwicklung Kamal Nath teilnahmen. Anschließend wurde offiziell bestätigt, dass die DMRC die Arbeiten an der Metro Kochi übernehmen werde.

Der Bürgermeister der Metropolregion Kochi, Tony Chammany, unterstützte die Übergabe der Arbeiten an die DMRC. Chammany erklärte, die Regierung und die Bevölkerung von Kerala wollten einstimmig, dass die Delhi Metro Rail Corporation die Arbeit von Kochi übernimmt. Oppositionsparteien im Bundesstaat brachten ebenfalls mehrfach ihre Unterstützung für eine Vergabe an die DMRC zum Ausdruck und äußerten die Befürchtung, es könne bei anderen Projektträgern als der DMRC zu Korruption und Verzögerungen kommen. Die Japan International Cooperation Agency bat die Kochi Metro Rail Limited am 1. Dezember 2012, die Unterstützung durch die DMRC sicherzustellen, um ihre fachliche Kompetenz zur Umsetzung des U-Bahn-Projekts nutzen zu können.

Politische Unterstützung Von der ersten Idee zur Phase I der Metro Kochi bis zur feststehenden Planung vergingen über zwei Jahrzehnte. Während dieser Zeit wechselten die Regierungen auf nationaler Ebene zwischen Koalitionen, die vom Indischen Nationalkongress (INC) und der Bharatiya Janata Party geführt wurden. Das Projekt verzögerte sich zwischen 2007 und 2010. Drei Chief Minister waren maßgeblich an der Förderung der Metro Kochi beteiligt: A. K. Antony, V. S. Achuthanandan und Oommen Chandy. Verantwortlich für den Bau der U-Bahn war der Ingenieur und Berater E. Sreedharan, der aufgrund seiner Mitwirkung an der Metro Delhi und der Konkanstrecke auch „Metro Man“ genannt wird. Die Metro wurde im Juni 2017 eingeweiht.

Vorbereitende Arbeiten Die DMRC hielt es für notwendig, insgesamt fünf vorbereitende Arbeiten durchzuführen, um Störungen für Pendler während der Bauphase der Metro zu vermeiden. Diese Projekte wurden alle im März 2010 durch die Regierung des Bundesstaats Kerala genehmigt. Die Arbeiten sollten vor dem Bau der U-Bahn abgeschlossen sein und die Verbreiterung von drei Ausfallstraßen, den Bau einer neuen Brücke zur Überführung des Straßenverkehrs („Rail over Bridge“, RoB) in der Nähe eines Busbahnhofs sowie einer Fußbrücke umfassen. Die am 12. Mai 2013 in Betrieb genommene A.L. Jacob Rail over Bridge in der Nähe des Busbahnhofs wurde als erstes der Bauwerke fertiggestellt. Neben den fünf ursprünglich vorgeschlagenen Projekten wurden auch einige weitere Projekte wie der Bau einer weiteren Überführung in Ernakulam North und einer Überführung in Edapally durchgeführt.

Die Arbeiten wurden ursprünglich von der DMRC durchgeführt, später jedoch aufgrund von Mangel an qualifiziertem Personal beim DMRC von der KMRL übernommen. Weitere Projekte umfassen den Bau einer neuen Brücke zur Verbindung der Mullassery Canal Road und der Salim Rajan Road, sowie die Verbreiterung der Strecke Town Hall – Madhava Pharmacy Junction und der Straße Jos Junction – South Railway Station. Die DMRC ist für die Ausführung aller vorbereitenden Arbeiten verantwortlich. Die Regierung Keralas stellte 1,58 Milliarden Rupien für Vorarbeiten bereit. Am 3. März 2012 übergab die KMRL 150 Millionen Rupien an die DMRC, um die Durchführung der vorbereitenden Arbeiten zu ermöglichen. Die DMRC hatte zuvor 230 Millionen Rupien erhalten.

Überführungsbrücke in Edappally Die KMRL und das Kerala Public Works Department, eine Regierungsbehörde Keralas, unterzeichneten am 22. Juli 2013 eine Vereinbarung zum Bau einer Überführung zur Staureduktion in Edapally im Wert von 108 crore ₹ (entsprechend 155 crore ₹ oder 19 Millionen US-Dollar im Jahr 2023). Die DMRC wurde mit dem Bau beauftragt.