Die Est 79 bis 90 und die Est 174 bis 188 waren Crampton-Lokomotiven der französischen Compagnie des chemins de fer de l’Est für den Schnellzugdienst.
Geschichte Die ersten Lokomotiven wurden noch an die Compagnie du chemin de fer de Paris à Strasbourg, den Vorläufer der Compagnie des chemins de fer de l'Est geliefert. Alle Lokomotiven wurden von 1852 bis 1856 bei J. F. Cail & Cie in Paris gebaut. Die Konstruktion lehnte sich an die Crampton-Lokomotiven Nr. 123 bis 132 der Compagnie des chemins de fer du Nord an, die Cail in den Jahren 1848 und 1849 gebaut hatte. Sie hatten jedoch einen größeren Treibraddurchmesser von 2310 mm statt 2110 mm.Jacquet, S. 231 Die größeren Treibräder gaben den Lokomotiven eine höhere Höchstgeschwindigkeit bei gleicher Kolbengeschwindigkeit. Wie alle Crampton-Lokomotiven hatten auch die Lokomotiven der Est nur eine geringe Zugkraft, da zu wenig Gewicht auf der Treibachse lastete. Deshalb ließ die Est die Lokomotiven mit Treibradsätzen ausrüsten, bei denen zusätzliches Gewicht an den Radsternen um die Nabe herum angeordnet war. Zusammen mit den nachgerüsteten Sandstreueinrichtungen und der 1882 eingebauten Westinghouse-Druckluftbremse konnten so fast drei Tonnen zusätzliche Reibungsmasse gewonnen werden. links|mini|Treibrad mit Zusatzmasse um die Radnabe
Ab 1881 erhielten die Lokomotiven neue Kessel, die für 8,8 statt 7,5 bar Betriebsdruck ausgelegt waren und in der Mitte des Kesselrückens einen Dampfdom mit zwei Adams-Sicherheitsventilen trugen.
Bis 1875 wurde alle Schnellzüge der Est mit den Crampton-Lokomotiven befördertJacquet, S. 232 bis sie durch 1B-Lokomotiven der Baureihe 500 abgelöst wurden.
Nr. 80 LE CONTINENT ist erhalten. Die Lokomotive wurde 1924 in den Zentralwerkstätten der Chemins de fer de l'Est in Épernay mit der Auftragsnummer 903 aufgearbeitet und weitgehend in den Ablieferungszustand an die Compagnie du chemin de fer de Paris à Strasbourg zurückversetzt. Die Radsterne mit den Zusatzmassen wurden belassen.
Technik Die Lokomotiven waren in Doppelrahmenbauweise ausgeführt. Die Zylinder befanden sich zwischen den Rahmenwangen zwischen den beiden Laufachsen, wobei die mittlere Achse einen etwas kleineren Durchmesser als die vordere Achse hatte. Die Treibachse war die hintere Achse. Sie wurde nach Ablieferung mit Radsternen ausgerüstet, die um die Nabe herum zusätzliche Masse aufwiesen. Die Laufachsen waren im äußeren, die Treibachse im inneren Rahmen gelagert. Die Hinterkante des Stehkessels befand sich vor der Radsatzwelle der Treibachse. Der Schornstein war mit einem Schornsteindeckel versehen, der vom Umlauf aus betätigt werden konnte.
Das Sicherheitsventil befand sich ursprünglich über der Vorderkante des Stehkessels, wurde aber bei Lokomotiven mit neuem Kessel durch zwei Adams-Sicherheitsventile im Dampfdom ersetzt. Der Regulator befand sich in einem Regulatorkasten, der ursprünglich direkt über den Zylindern angeordnet war, bei den neuen Kesseln aber zwischen Dampfdom und Sanddom nach hinten versetzt wurde. Die Zuleitungen zu den Zylindern waren außen am Langkessel angebracht. Vor dem Treibradsatz befand sich der Sanddom mit den Sandrohren, die vor den Treibradsatz führten.
Namen Die Lokomotiven trugen folgende Namen, wobei die zweite Serie Namen mit Bezug zum Krimkrieg trug: NummerNamen NummerNamen 79 LE GLOBE 174 EUPATORIA 80 LE CONTINENT 175 KAMIESCHwichtigster Hafen der Franzosen auf der Krim während des Krimkrieges 81 L’OCÉAN 176 BALACLAVA 82 L’ATLANTIQUE 177 INKERMANN 83 L’ARCHIPEL 178 SEVASTOPOL 84 LA MÉDITERRANÉE 179 MALAKOFF 85 LA MANCHE 180 PERECOP 86 LA MER ROUGE 181 ODESSA 87 L’EUROPE 182 KERTSCH 88 L’ASIE 183 IENIKALÉ 89 L’AFRIQUE 184 ANAPA 90 L’AMÉRIQUE 185 ARABAT 186 GENITSCHI 187 MARIANPOL 188 TANCOROCKsollte ev. „TAGANROG“ sein
Kommentare zur Tabelle:
Siehe auch Liste der Lokomotiven der Compagnie des chemins de fer de l’Est
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Dampflokomotive Achsfolge 2A 079 Kategorie:Schienenfahrzeug (J. F. Cail)