Piilottajan päiväkirja (dt.: „Versteckt in aller Öffentlichkeit“, en.: Hidden in Plain Sight) ist ein Sachtext von Juha Suoranta. Das Buch basiert auf dem Journal des Verfassers und handelt von seinem Versuch einem minderjährigen Asylbewerber in Finnland zu helfen. In Finnland erhielt das Buch gehörige öffentliche Rezeption in Zeitungen, Magazinen und in der Blogosphäre. Suoranta hatte versucht den minderjährigen Ashraf Sahil zu unterstützen und ihn vor der Deportation in unmenschliche Bedingungen zu bewahren. intokustannus.fi
Inhalt Sahil, der als kleines Kind 1990 mit seiner Familie von Afghanistan nach Pakistan geflohen war, wurde zunächst in den Iran geschickt, von wo aus ihn Menschenschmuggler über die Türkei nach Griechenland brachten. Von dort reiste er im Sommer 2008 quer durch Europa nach Finnland. Die finnischen Einwanderungsbehörden gewährten ihm kein ordnungsgemäßes Asylverfahren, sondern ordneten stattdessen eine Abschiebung an, als der Autor eine E-Mail mit der Bitte um Hilfe von einem befreundeten Soziologen aus Minneapolis erhielt.
Suoranta erklärte, er könne eine Situation nicht ertragen, „in der ein junger Mensch in eine unsichere, vielleicht lebensbedrohliche Lage gebracht wird. Wenn ich etwas tun konnte, musste ich etwas tun… Obwohl ich nicht wusste, was Asyl, Abschiebung, illegale Einwanderung oder das Dublin-Abkommen bedeuteten, musste ich versuchen, etwas zu tun, zumindest nach Hilfe zu suchen. Als ich herausfand, dass es keine Organisation gab, auch nicht die Kirche, die helfen konnte, wurde mir klar, dass ich eine Pflicht hatte.“ Also versteckte er den Jugendlichen in der Wohnung seines verstorbenen Großvaters.„where a young person was about to be sent into an uncertain, perhaps life-threatening, situation. If it was in my power to do something, I had to do something... Although I did not know what asylum, deportation, irregular immigration, or the Dublin agreement meant, it was necessary to try to do something, search for help, at least. When I found out that there was no organisation, including the church, which could help, I realised that I had a duty.“
Das Buch hat drei Handlungsstränge bzw. ineinander verwobene Ebenen. Auf einer Ebene beschreibt es in Form eines Tagebuchs die tatsächlichen Ereignisse in chronologischer Reihenfolge, einen Zeitraum von fünf Monaten von März bis August 2009. Auf einer anderen Ebene reflektiert es die inneren Gefühle und Ängste des Autors in einer schwierigen und beispiellosen Situation. Und auf einer weiteren Ebene enthält der Text ethische und moralische Überlegungen zu universellen Fragen der Hilfe für andere Menschen und bezieht sich dabei unter anderem auf den Soziologen Zygmunt Bauman und den Philosophen Peter Singer, insbesondere auf dessen Werke „Praktische Ethik“ und „The Life You Can Save“.
Suorantas Ethik in Bezug auf die Hilfe und das Verstecken eines Fremden lautet wie folgt: „Leid und Tod aufgrund fehlender Grundbedürfnisse oder fehlenden Schutzes sind unnötig. Und wenn sie im Vergleich zu Leiden und Tod ohne nennenswerte Opfer verhindert werden können, ist es falsch, nicht zu helfen.“„Suffering and death because of the lack of basic needs or protection are unnecessary. And if they can be prevented without notable sacrifices, compared to suffering and death, it is wrong not to help.“ Juha Suoranta: Hidden in Plain Sight. Helsinki: Into Publishing.
Rezeption In Finnland erregte das Buch in Zeitungen, Zeitschriften und der Blogosphäre in Form von Artikeln und Buchrezensionen Aufmerksamkeit;see e.g. Mirka Heinonen, Piilottaja (Hiding), Anna 25–26/2010 s. 48–51, Heikki Laurinolli, Suomi torjuu tulijat (Finland Fends Off the Strangers), Aikalainen 11.2.2010 , Mikko Niemelä, Henkilökohtaisesta poliittista (Personal is Political), Paatos (lehti) 2/2010 Archivlink, Ninni Sandelius, "Haluan elää hyvän elämän" ("I want to live a good life"), Apu. 16.4.2010 Archivlink Zum Beispiel schrieb Helsingin Sanomat, die größte Abonnementszeitung Finnlands, am Vorabend der Veröffentlichung des Buches auf ihren Sonntagsseiten einen Artikel mit dem Titel „Good Tamperenian“ („Der Gute Mensch von Tampere“).Heikki Hellman: Laupias tamperelainen (Der Gute Tamperer), Helsingin Sanomat. 31. Januar 2010. Archivlink
Einzelnachweise
Kategorie:Literatur (Finnisch) Kategorie:Einwanderung