miniatur|upright=0.8|Lupu Pick Lupu Pick (* 2. Januar 1886 in Iași, Rumänien; † 7. März 1931 in Berlin) war ein Schauspieler und Filmregisseur.

Leben Picks Vater war ein österreichischer Kaufmann, seine Mutter rumänischer Herkunft. Im Alter von zehn Jahren kam er mit der Familie nach Berlin. Er besuchte das Sophien-Realgymnasium und absolvierte eine Kaufmannslehre. Zugleich nahm er als Mitglied einer Laiengruppe Schauspielunterricht.

Er begann 1909 als Bühnenschauspieler am Schillertheater in Altona. Ab 1910 spielte er außerdem am Sommertheater in Flensburg, wo er erstmals auch Regie führte und an dem 1911 auch Edith Posca auftrat, die er 1914 heiratete. 1913 kam Pick mit einer Aufführung von Die Schiffbrüchigen (Eugène Brieux) ans Deutsche Theater in Berlin, wo er in der Rolle des Arztes seinen Durchbruch erlebte. Er blieb in Berlin und arbeitete sechs Jahre lang am Kleinen Theater Unter den Linden als Schauspieler, Regisseur und im Bühnenvorstand. Sein größter Erfolg wurde die Rolle des Onkel Eli in Jettchen Gebert. Pick schlüpfte meist in die Rollen von zittrigen, zahnlosen alten Männern, die er vortrefflich zu verkörpern wusste. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm er nur noch selten Theaterrollen.

Bereits 1910 spielte er erstmals im Film. Er wirkte bei Gerhard Lamprecht, Richard Oswald, Henrik Galeen, Fritz Lang und auch in seinen eigenen Filmen. 1918 gründete er mit Arthur Spitz die Produktionsfirma Rex-Film GmbHHandelsregister Berlin HRB Nr. 15309 und die Rex-Film Vertriebsgesellschaft Arthur Spitz & Lupu Pick OHGHandelsregister Berlin HRA Nr. 47918. 1923 folgte die Gründung der Rex-Film AGRex-Film AG, Handelsregister Berlin HRB Nr. 32024 und 1928 die Lupu Pick Film-Productions-Gesellschaft m.b.H.Handelsregister Berlin HRB Nr. 42127 Pick war gesellschaftlich engagiert, er plädierte 1919 gegen die Todesstrafe in seinem Film Tötet nicht mehr!. Sein Film Aus den Erinnerungen eines Frauenarztes (1922) war gegen § 218 gerichtet.

Gemeinsam mit dem Drehbuchautor Carl Mayer wandte er sich dem Kammerspielfilm zu und schuf mit Scherben (1921) und Sylvester (1924) wichtige Vertreter dieser Gattung. Sein letzter Stummfilm ist 1929 der psychologische Historienfilm Napoleon auf St. Helena. Pick drehte nur einen Tonfilm, Gassenhauer (1931).

Als Schauspieler trat Lupu Pick noch einmal 1926 eindrucksvoll als Droschkenkutscher in dem von seiner Firma Rex-Film produzierten Die letzte Droschke von Berlin in Erscheinung sowie 1928 als japanischer Diplomat Matsumoto in Fritz Langs Spione.

Pick engagierte sich in verschiedenen Organisationen der Filmschaffenden. Er amtierte im Vorstand des Verbandes der Filmindustriellen e. V., der SPIO und des Verbandes der Filmregisseure Deutschlands e. V. Nach der von ihm intensiv betriebenen Gründung der gewerkschaftlich orientierten Dachorganisation der Filmschaffenden Deutschlands e. V. (Dacho) wurde er deren erster Vorsitzender.

Er starb unerwartet am 7. März 1931 an einem Magenleiden. Seine Ehefrau Edith Posca nahm sich knapp vier Monate nach seinem Tod das Leben.

Filmografie (Auswahl) Schauspieler 1915: Schlemihl 1915: Und wandern sollst du ruhelos … 1915: Satan Opium 1916: Hoffmanns Erzählungen 1916: Homunculus, 1. Teil: Die Geburt des Homunculus 1916: Seine letzte Maske 1916: Die Rache der Toten 1916: Das unheimliche Haus 1916: Freitag, der 13. Das unheimliche Haus, 2. Teil 1916: Der chinesische Götze 1917: Der Fall Routt…! 1917: Nächte des Grauens 1917: Es werde Licht!, 1. Teil 1917: Des Goldes Fluch 1917: Frank Hansens Glück 1917: Das Bildnis des Dorian Gray 1917: Die Fremde 1917: Die Pagode 1917: Die Claudi vom Geiserhof 1917: Der Schloßherr von Hohenstein 1917: Edelweiß 1917: Das Opfer der Yella Rogesius 1917: Der Fall Dombronowska-Clemenceau 1917: Die zweite Frau 1918: Die Rothenburger 1919: Tötet nicht mehr! 1920: Niemand weiß es 1920: Der verbotene Weg 1922: Zum Paradies der Damen 1926: Die letzte Droschke von Berlin 1928: Spione Regisseur 1918: Mr. Wu 1918: Die Rothenburger 1918: Der Weltspiegel 1918: Die tolle Heirat von Laló 1918: Die Liebe des van Royk 1919: Der Herr über Leben und Tod 1919: Der Seelenverkäufer 1919: Kitsch. Tragödie einer Intrigantin 1919: Marionetten der Leidenschaft 1919: Mein Wille ist Gesetz 1919: Die Herrenschneiderin 1919: Der Terministenklub 1919: Tötet nicht mehr! 1920: Niemand weiß es 1921: Der Dummkopf 1921: Scherben 1921: Grausige Nächte 1922: Aus den Erinnerungen eines Frauenarztes (2 Teile) 1922: Zum Paradies der Damen 1924: Sylvester 1926: Das Haus der Lüge 1926: Das Panzergewölbe 1928: Eine Nacht in London 1929: Napoleon auf St. Helena 1931: Gassenhauer 1931: Les quatre vagabonds (französische Version von Gassenhauer) Filmproduzent 1918: Mr. Wu 1918: Der Weltspiegel 1918: Die tolle Heirat von Laló 1918: Die Liebe des van Royk 1919: Der Herr über Leben und Tod 1919: Der Seelenverkäufer 1919: Kitsch. Tragödie einer Intrigantin 1919: Marionetten der Leidenschaft 1919: Mein Wille ist Gesetz 1919: Tötet nicht mehr! 1920: Niemand weiß es 1920: Der verbotene Weg 1921: Der Dummkopf 1921: Scherben 1921: Grausige Nächte 1922: Aus den Erinnerungen eines Frauenarztes (2 Teile) 1922: Zum Paradies der Damen 1923: Stadt in Sicht 1923: Das Haus ohne Lachen 1924: Sylvester 1926: Das Haus der Lüge 1926: Die letzte Droschke von Berlin 1926: Gräfin Plättmamsell 1926: Das Panzergewölbe 1927: Das Mädchen mit den fünf Nullen 1927: Familientag im Hause Prellstein 1929: Napoleon auf St. Helena 1931: Gassenhauer 1931: Les quatre vagabonds (französische Version von Gassenhauer) Drehbuchautor 1917: Es werde Licht!, 1. Teil 1918: Mr. Wu 1918: Die Rothenburger 1918: Der Weltspiegel 1918: Die tolle Heirat von Laló 1918: Die Liebe des van Royk 1919: Der Herr über Leben und Tod 1919: Der Seelenverkäufer 1919: Mein Wille ist Gesetz 1919: Tötet nicht mehr! 1920: Niemand weiß es 1921: Scherben 1922: Aus den Erinnerungen eines Frauenarztes (2 Teile) 1922: Zum Paradies der Damen 1926: Das Haus der Lüge 1926: Das Panzergewölbe 1929: Napoleon auf St. Helena

Literatur Jörg Schöning: Lupu Pick – Schauspieler, Regisseur, Autor, Produzent. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 13, 1989. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N – R. Mary Nolan – Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 232 f.

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