mini|Wappen der Basler Ritter Schaler (Scalarij) Schaler war eine Ritterfamilie der Stadt Basel des 12.–15. Jahrhunderts, die ihren Namen von ihrem Sässhause zur Leiteren (scalarii) ableitete und erstmals mit Wernherus Scalarius (1194–1227) nachgewiesen ist.

Geschichte Seit der Gründung der beiden rivalisierenden Adelsgesellschaften von Basel, den Psittichern und Sternern in der Mitte des 13. Jh. gehörten die Schaler zu den führenden Mitgliedern der Psitticher und standen gemeinsam mit diesen dem Basler Bischof nahe, von dem sie die Reichsvogtei und das Schultheissenamt der Stadt Basel zu Lehen hatten.

Nach der Königswahl Rudolfs I. von Habsburg 1273 stellten sie sich an die Spitze derer, die für die Habsburger Partei ergriffen.

Teile der Familie waren Mitglieder im Deutschen Orden, wie auch im Johanniterorden.

Besitz Freies Eigentum (Allod)Julius Kindler von Knobloch, Der alte Adel im Oberelsass, Berlin 1882 Burg Schalberg, Carl Roth (siehe Literaturquellen) vermutet, dass entweder Peter Schaler oder aber sein Sohn Rudolf die Burg im späten 13. Jh. erbaut hat. Der auf Schalberg wohnhafte Zweig der Schaler nannte sich „von Schalberg“. Burg Engenstein, Anfang des 13. Jh. durch die Schaler erbaut Burg Frohberg, Urkundlich wurde die Feste Frohberg im Jahr 1292 mit der Nennung von Konrad I. Schaler „de Vroberg“. Lehen (Begriff s. o.) von Österreich Habsburg Thierstein Rappoltstein (in Ammerschweier und Kientzheim) Bistum Strassburg und Basel Abtei Murbach

mini|Abgebildet sind drei Variationen von Wappen des Basler Geschlechts der Schaler Wappen Das Wappen leiteten die Scalari von ihrem Namen = Treppe oder Leiter als Redendes Wappen ab. Die wis weken in roten schilten stilisieren hier Stufen.

Schild: In Rot ein weißer Wecken-Schrägbalken. Kleinod: fächerförmiges Schirmbrett mit Schildbild, außen mit Pfauenspiegeln besteckt. Das bischöfliche Wappen zeigt als Kleinod einen wachsenden roten Mönch mit gelbem Stab und gelber Schale.

Verschiedene Helmzierden (Kleinodien), den Siegeln ihrer Träger entnommen und mit einer Beschreibung versehen, sind im Wappenbuch des Aegidius Tschudi aus dem 16. Jahrhundert auf Tafel 543 dargestellt.Aegidius Tschudi, Wappenbuch 16. Jh., p543 auf e-codices.unifr.ch

Stammtafel

Nach Walther Merz (Die Burgen des Sisgaus, Band 3, 1911. Stammtafel 12).

Nicht sicher einzufügen Zur Ritterfamilie Schaler gehören weitere Personen, die nicht sicher einzufügen sind:

Adelheid (I.)Ihr Vorname ist angegeben bei (erw. 1275) & Hartmann II. von Kienberg (erw. 1253–1272/1275) Adelheid (III.) (erw. 1359) ⚭ Ludwig (III.) von Limburg von Bergheim (erw. 1339–1368/1386) Agnes (erw. 1486) ⚭ Erhart Wynsperg, «Doktor der Arzneien» Anna (III.) (erw. 1397–1398) ⚭ 1. Heinrich der Jüngere von Schliengen (gest. vor 1397); ⚭ 2. Hans Ott zu Rhein (erw. 1398) Arnold (erw. 1373– vor 1396), Deutschritter, Komtur zu Beuggen und Basel (1373), Komtur zu Köniz (1377), Landkomtur der Deutschritterballei Elsass und Burgund (1382) Berhte (erw. 1294), Besitzerin eines Hauses in Strassburg mini|hochkant|Das Wappen des Johannes (Hans) Schaler unter den Gefallenen bei Sempach nach Oskar Göschen (alias Pusikan) Brida (erw. 1493) ⚭ Hans Zielemp (erw. 1478–1487), Junker, Basler Bürger Burkard von Lützel (erw. 1260) ⚭ Susanna von Masmünster Clara, aus Basel, genannt «Scholerin» zum 22. Juli im Liber donationum des Frauenwerks in Strassburg Conrat (VI.) (erw. 1413–1420), Johanniter, Komtur zu Münchenbuchsee (1413–1420) und zu Reiden Elisabeth (erw. 1384–1388), Priorin im Dominikanerinnenkloster Klingental Greda (erw. 1397), genannt «Schalerin» Johannes (gef. 1386 Sempach), Ritter Konrad (erw. 1274–1277), besitzt Güter in Muttenz, gehört wohl zum Bürgergeschlecht der Stadt Basel und nicht zur Ritterfamilie Ottilia (I.) (erw. 1340) Ottman (IV.) (erw. 1405), Benediktiner, Dekan zu Murbach Sophia (erw. 1277) ⚭ Heinrich von Wangen (gest. vor 1277) Ursula (I.) (erw. 1416) Ursula (II.) (erw. 1444) ⚭ Bernhard von Laufen (erw. 1444; gest. 1489), Junker Verena (V.) (erw. 1400), Nonne im Dominikanerinnenkloster Klingental

Vater genannt Flache und Sohn Peter Schaler genannt «Flache» (gest. vor 1323), Ritter von Basel Peter (erw. 1323), Ritter

Wernher Schaler und seine Muhme Elsin Schaler Elsin (gest. vor 1348) ⚭ Hans von Löwenberg (gest. vor 1348) eine Schalerin ⚭ ein Schaler Wernher (erw. 1348), Erbe von Lehen zu Altenpfirt von seiner Muhme (= Mutterschwester) Elsin und von deren Ehemann Hans von Löwenberg

Schaler von Leimen Die «Schaler von Leimen» sind Nachfahren mütterlicherseits der Basler Ritterfamilie Schaler und erben deren bischöfliches Lehen Benken.

Nicht sicher einzufügen: Elsa Schaler von Leimen (erw. 1453–1474/1475) ⚭ 1. Andres Sürlin (erw. 1453– vor 1461); ⚭ 2. Hans Schlierbach (erw. 1461; gest. 1494).

Literatur

Walther Merz: Die Wappenrolle von Zürich: ein heraldisches Denkmal d. 14. Jahrhunderts in getreuer farb. Nachbildung d. Originals mit d. Wappen aus dem Hause zum Loch. Füssli, Zürich 1930. Gerhart Marckhgott: Der niedere Adel des Machlandes im späten Mittelalter. Dissertation, Wien 1978. Carl Roth: Die Burgen und Schlösser der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, Birkhäuser, Basel 1932.

Julius Kindler von Knobloch: Der alte Adel im Oberelsass, Sittenfeld, Berlin 1882, S. 79 f. (uni-goettingen020020.Schalerde).

Einzelnachweise

Kategorie:Schweizer Adelsgeschlecht Kategorie:Patriziat (Basel) Kategorie:Geschichte (Basel)