Der Zarafshan-Karakum-Korridor verläuft 866 km entlang der Seidenstraße und ist einer ihrer bedeutendsten Abschnitte.

Auf seinem Weg von Ost nach West entlang des Flusses Serafschan und weiter in südwestliche Richtung führt er durch Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan, wobei drei Welterbestätten, Samarkand, Buchara und Merw, sowie die Karakumwüste passiert werden. Auf dieser Strecke „zeugen luxuriöse Residenzen der Kaufleute, Zitadellen, frühislamische Säulenmoscheen, fortschrittliche Bewässerungssysteme und das breite Spektrum an Karawansereien, die entlang des Korridors unterhalten wurden“ für den regen Handel und kulturellen Austausch in der Region.

Die Seidenstraße und besonders dieser Abschnitt gelten wegen seiner Ost-West-Ausrichtung und seiner Verbindung zu anderen Korridoren als Schmelztiegel der Ethnien, Kulturen und Religionen. Hier fand ein reger Austausch zu Wissenschaft und Technologie statt.

Auf der 45. Sitzung des Welterbekomitees vom 10. bis 25. September 2023 wurde der gemeinsame Vorschlag von Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan aufgrund der Kriterien (ii), (iii) und (v) unter der Nominierung 1675 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Der Abschnitt umfasst 34 einzelne Stätten.Nomination Text 1675. (PDF, 177 MB) In: International Institute for Central Asian Studies, abgerufen am 20. September 2023

Liste der Einzelstätten

IDBezeichnungVertragsstaatStandortBeschreibungBildSchutzzone [ha]Pufferzone [ha]675-001Khisorak SiedlungTadschikistan Es handelt sich um das größte städtische Denkmal im Hochland (über 7 ha) in Zentralasien, 2250 m über dem Meeresspiegel, mit hervorragender Erhaltung der Architektur aus dem 7. und 8. Jahrhundert. Die Existenz dieser hochentwickelten Siedlung in den Bergen, wo es heute keine Städte gibt, zeugt von der herausragenden Kunstfertigkeit der Sogdier und ihrer Fähigkeit, der rauen Umwelt zu trotzen. Die Architektur der Khisorak-Siedlung ist gut erhalten. In Khisorak wurden zahlreiche organische Funde gemacht: Textilien und Gewandfragmente, hölzerne Utensilien, darunter geschnitzte Deckenplatten und sogdische Dokumente, Getreide, Leder, Felle, mumifizierte Hunde usw. Als grandioses Stadtplanungs- und Festungsprojekt verfügt Khisorak über einen verzierten Palast auf der Zitadelle I. Die Siedlung ist auch ein Zeugnis der sogdischen Palastarchitektur und -ausstattung. Sie ist auch eine herausragende Festung in Kammform und eine städtische Siedlung in einer schwer zugänglichen Bergregion mit rauem Klima.200x200px 23,019 52,9271675-002Festung auf dem Berg MughTadschikistan Der einzige größere Fund von Dokumenten zu Ereignissen in Sogdien aus der Perspektive der Sogdier wurde auf der Festung Mugh gemacht. Diese Dokumente stellen heute eine der Hauptquellen für die Zeit des 8. Jahrhunderts an der Seidenstrasse dar in der Araber, Türken, Chinesen, Perser (Zoroastrisch und Muslimisch konvertierte), Choresmier und Sogdier um die Vorherrschaft in dem Gebiet kämpften. 3,127 19,9131675-003Kum SiedlungTadschikistan Die hoch in den Bergen gelegene Siedlung Kum, die aus einer sehr gut erhaltenen Burg sowie einem Palast, Wohnhäusern und Befestigungsanlagen besteht und in der der letzte Herrscher von Panjakent, Dawastich, vor Verfolgung Zuflucht suchte, spiegelt die nationale Kultur und das Leben des Hochlands von Sogdien im späten 7. und frühen 8. Jahrhunderts wieder. Die Ausgrabungen des größten Teils der Siedlung von Kum in Verbindung mit den schriftlichen Daten, die in der Burg auf dem Berg Mug gefunden wurden, ermöglichen eine genauere Beschreibung der historischen Situation und der Konfrontation der Bevölkerung der Bergsogdiens. Kum repräsentiert die Stadtplanung und die Befestigungen entlang der Seidenstraße sowie die sogdischen Palastbauten der Kleinfürsten, die am Handel auf der Seidenstraße beteiligt waren. Sie ist auch ein Beispiel für herausragende menschliche Aktivitäten in einer ungünstigen Gebirgsumgebung und zeugt durch archäologisches Material von der Islamisierung des Gebiets.200x200px 0,888 11,1131675-004Gardani Khisor SiedlungTadschikistan Gardani Khisor ist sie die einzige vollständig ausgegrabene ländliche Siedlung der Sogdier aus dem 7. bis frühen 8. Jahrhundert. Sie ist die Referenzstätte für das gewöhnliche Leben der Sogdier im Hochland, das sich von den in anderen Teilen Sogdiens bekannten Palästen, Burgen oder Tempeln unterscheidet. 0,499 12,281675-005Tali Khamtuda FestungTadschikistan Tali Khamtuda steht als herausragendes Beispiel einer spätantiken und frühmittelalterlichen Festung in der Region. Die gut erhaltene kreuzförmige Festung stammt aus den ersten Jahrhunderten n. Chr., der Zeit unmittelbar vor der Blütezeit der sogdischen Zivilisation an der Seidenstraße. Der gute Erhaltungszustand erlaubt es die Wechselwirkung zwischen der hoch entwickelten Kultur der Sogdischen Ebene und der archaischeren Kultur der Bergregionen und den Einfluss der ersteren auf die letztere deutlich zu machen. 2,113 15,3961675-006Mausoleum von Khoja Mukhammad BashoroTadschikistan Besonders hervorzuheben ist die für Gebäude des 14. Jahrhunderts seltene Dekoration der Fassade mit geschnitzter Terrakotta. Innerhalb des Mausoleums werden viele verschiedene Arten von Dekor verwendet, wie geschnitztes Holz, Fliesen, Majolika, unglasierte und glasierte Terrakotta und die selten zu sehende Rohtonschnitzerei. Eine solche Fülle von Techniken und eine solche Kombination von Dekorarten findet man in keinem anderen Monument in Zentralasien. 0,111 7,8891675-007Toksankoriz BewässerungssystemTadschikistan Toksankoriz ist der am besten erhaltene Wasserstollen im Einzugsgebiet des Serafshan. Anders als die Bewässerungssystems des Iran oder in der Turfan-Oase handelt es sich hierbei nicht um einen unterirdischen Kanal, sondern um einen galerieartigen Kanal, der durch den Felsen gegraben wurde.