mini|Jürgen Wilbrandt (links) mit seinem Sohn Jörg (1990) Jürgen Wilbrandt (* 10. Juni 1922 in Rostock; † 22. April 2019 in BerlinZum genauen Todesdatum siehe den Eintrag auf Klassika. Abgerufen am 8. Mai 2024.) war ein deutscher Komponist und Musikpädagoge.

Leben Wilbrandt begann 1942 mit einem Klavierstudium bei Hans-Erich Riebensahm an der Musikhochschule in Frankfurt am Main. Nach der Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg und anschließender Kriegsgefangenschaft setzte er seine Studien 1946 bis 1950 an der Musikhochschule Rostock fort, wo Carl Adolf Martienssen (Klavier) und Rudolf Wagner-Régeny (Komposition) zu seinen Lehrern gehörten.

1951/52 arbeitete Wilbrandt als Lehrbeauftragter für Kontrapunkt am Institut für Musikerziehung der Universität Rostock. 1954 wurde er Dozent und 1978 schließlich Professor für Kontrapunkt und Musiktheorie an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Ostberlin. Gemeinsam mit Johannes Forner veröffentlichte er 1979 eine Kontrapunktlehre.Bibliographischer Nachweis des Buches Schöpferischer Kontrapunkt, Leipzig: Deutscher Verlag für Musik 1979. Abgerufen am 8. Mai 2024.

Zu seinen Schülern gehörten Gunther Erdmann, Peter Rabenalt und Manfred Weiss.

Als Komponist trat er vor allem mit Kammermusik sowie Filmmusiken und Musiken für Hörspiele hervor. Die ARD-Hörspieldatenbank enthält für den Zeitraum von 1958 bis 1968 insgesamt 20 Datensätze, bei denen er als Komponist verzeichnet ist.

Familie Wilbrandt war mit der Schauspielerin und Autorin Doris Wilbrandt (* 1929) verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn Jörg Wilbrandt ist als Drehbuchautor, Film- und Theaterregisseur tätig.

Filmmusiken (Auswahl) 1973 – Ninotschka sucht den Frühling 1976 – Die Regentrude 1977 – Der Hasenhüter 1978 – Caballero in geborgtem FrackFernsehen der DDR 1979 – Der blaue Helm 1979 – Die Gänsehirtin am Brunnen 1983 – Polizeiruf 110: Die Spur des 13. Apostels 1985 – Polizeiruf 110: Traum des Vergessens 1985 – Polizeiruf 110: Der zersprungene Spiegel 1986 – Polizeiruf 110: Bedenkzeit 1987 – Polizeiruf 110: Zwei Schwestern 1987 – Zwei leere Stühle 1988 – Rapunzel oder Der Zauber der Tränen 1989 – Ein brauchbarer Mann 1993 – Polizeiruf 110: In Erinnerung an …

Literatur Horst Seeger, Musiklexikon in zwei Bänden, Leipzig: VEB Deutscher Verlag für Musik 1966, Band 2, S. 548 Peter Hollfelder, Geschichte der Klaviermusik. Historische Entwicklungen, Komponisten mit Biographien und Werkverzeichnissen, nationale Schulen, Heinrichshofen 1988, Band 1, S. 318 (Digitalisat) Manfred Vetter, Kammermusik in der DDR, Frankfurt am Main u. a.: Peter Lang 1996

Weblinks Arne Lüthke, Lehrende im Bereich Tonsatz / Komposition / Musiktheorie an Musikhochschulen und Universitäten in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR (1945–1960er Jahre) Werke von Jürgen Wilbrandt bei Discogs Werke von Jürgen Wilbrandt im Verlag Neue Musik Filmmusiken von Jürgen Wilbrandt auf der Website IMDb Schriften von Wilbrandt nach der Bibliographie des Staatlichen Instituts für Musikforschung Berlin.

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Filmkomponist Kategorie:Hörspielkomponist Kategorie:Hochschullehrer (Hochschule für Musik Berlin) Kategorie:Filmmusik (DDR) Kategorie:Klassische Musik (DDR) Kategorie:Musikpädagogik (DDR) Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Musiker (DDR) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1922 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Mann