Remoxiprid ist ein atypisches Neuroleptikum, das Anfang der 1990er Jahre in der Psychiatrie eingesetzt wurde. Von der chemischen Struktur ist es ein Benzamid.

Geschichte Remoxiprid war von 1990 (Erstzulassung in Dänemark;H. Buschmann, J. Holenz, A. Párraga, A. Torrens, J. M. Vela, J. L. Díaz (Hrsg.): Antidepressants, Antipsychotics, Anxiolytics. From Chemistry and Pharmacology to Clinical Application. Wiley & Sons, 2007. S. 544 Zulassung in Deutschland ab 1991) bis Ende 1993 für die Therapie schizophrener Psychosen zugelassen. Der Handelsname des Originalpräparats war Roxiam; die tägliche Dosis betrug 150–450 mg (max. 600 mg) in Form von Kapseln zum Einnehmen, auch eine Injektionslösung war verfügbar.

Marktrücknahme Ende 1993 wurde Roxiam durch die Herstellerfirma weltweit vom Markt genommen, als der Widerruf der behördlichen Zulassung für Remoxiprid drohte.Remoxiprid-haltige Arzneimittel. Bundesgesundheitsamt: Abwehr von Arzneimittelrisiken (Stufe II). In: Deutsches Ärzteblatt, 91, Heft 1/2, 10. Januar 1994. Anlass waren tödlich verlaufene Fälle von aplastischer Anämie, einer Schädigung der Blutbildung im Knochenmark, die durch Remoxiprid verursacht wurden (Risiko 1 zu 2000). Der begründete Verdacht auf das schlechte Nutzen-Risiko-Verhältnis dieses niedrigpotenten Neuroleptikums rechtfertigte die Verwendung nicht länger, auch vor dem Hintergrund, dass Remoxiprid in allen Therapiesituationen als durch andere Antipsychotika ersetzbar angesehen wurde.

Einzelnachweise

Kategorie:Antipsychotikum Kategorie:Arzneistoff Kategorie:Benzamid Kategorie:Brombenzol Kategorie:Dimethoxybenzol Kategorie:Pyrrolidin