mini|hochkant=0.8|Evika Siliņa (2024)
Evika Siliņa (* 3. August 1975 in Riga, Lettische SSR) ist eine lettische Politikerin der liberal-konservativen Partei Vienotība. Sie war von September 2023 bis zum 28. Mai 2026 Ministerpräsidentin von Lettland.
Leben Evika Siliņa wuchs bei ihren Großeltern in Irlava in der Bezirksgemeinde Tukums auf.
Ausbildung und Beruf Nach dem Abitur 1993 an der Sekundarschule absolvierte Siliņa von 1993 bis 1997 das Bachelorstudium der Rechtswissenschaft an der Universität Lettlands. An der Riga Graduate School of Law erlangte sie einen Master-Abschluss in den Fächern Sozialwissenschaften, Völkerrecht und Europarecht. Von 2003 bis 2012 war sie als Rechtsanwältin im Bereich des Wirtschaftsrechts tätig.
Außer Lettisch spricht sie auch fließend Englisch und Russisch.
Politik mini|hochkant=1.05|Evika Siliņa (2024) Pressekonferenz Bundeskanzleramt
Siliņa trat bei der Parlamentswahl in Lettland 2011 für die Reformu partija an, verfehlte jedoch den Einzug in die Saeima. Von 2011 bis 2012 war sie Rechtsberaterin des lettischen Innenministeriums. Von 2013 bis 2019 war sie Staatssekretärin im Innenministerium. Von 2019 bis 2022 war sie Staatssekretärin beim Ministerpräsidenten Krišjānis Kariņš.
Bei der Parlamentswahl in Lettland 2022 wurde Siliņa für die Partei Vienotība in die Saeima gewählt. Am 14. Dezember 2022 wurde sie zur Sozialministerin im Kabinett Kariņš II ernannt.
Nach dem Rücktritt Kariņš’ vom Amt des Ministerpräsidenten wurde sie am 15. September 2023 von der Saeima zu seiner Nachfolgerin gewählt. Sie führte seitdem eine Koalition aus Vienotība, Zaļo un Zemnieku savienība und Progresīvie (Kabinett Siliņa). Nach Laimdota Straujuma ist sie die zweite Frau im Amt des lettischen Ministerpräsidenten.
Nachdem am 25. März 2026 und mehrfach Anfang Mai 2026 Drohnen in den lettischen Luftraum eingedrungen waren, machte die Ministerpräsidentin den Verteidigungsminister, Andris Sprūds, dafür verantwortlich, dass es dazu kommen konnte.Julian Staib, Stefan Locke, Friedrich Schmidt: Drohnen-Dilemma an der Ostflanke. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Mai 2026, S. 3. Sprūds trat am 10. Mai 2026 zurück. Als Siliņa ihn nicht durch einen anderen Politiker seiner Partei, der Progresīvie, ersetzen wollte, sondern durch Oberst Raivis Melnis, den Leiter der Abteilung für operative Planung im Generalstab der Lettischen Nationalen Streitkräfte, verließen die Progresīvie am 13. Mai die Koalition, die infolgedessen zerbrach.Krise wegen Drohnen. Regierungschefin in Lettland tritt zurück. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. Mai 2026, S. 6. Dadurch verlor die Regierung ihre Mehrheit im Parlament. Siliņa gab am 14. Mai 2026 ihren Rücktritt bekannt. Sie amtierte noch geschäftsführend bis zur Wahl von Andris Kulbergs zum Ministerpräsidenten am 28. Mai 2026.
Familie Evika Siliņa ist verheiratet und hat drei Kinder.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ministerpräsident (Lettland) Kategorie:Sozialminister (Lettland) Kategorie:Saeima-Abgeordneter Kategorie:Mitglied der Vienotība Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Rechtsanwalt (Lettland) Kategorie:Ministerialbeamter (Lettland) Kategorie:Absolvent der Universität Lettlands Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Lette Kategorie:Geboren 1975 Kategorie:Frau